17. Mai 2021 / 18:44 Uhr

Wolfsburg gut genug für die Champions League? "Müssen an unserem Weg nicht mehr viel verändern"

Wolfsburg gut genug für die Champions League? "Müssen an unserem Weg nicht mehr viel verändern"

Engelbert Hensel
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Mit dem VfL Wolfsburg in der Champions League: Manager Jörg Schmadtke.
Mit dem VfL Wolfsburg in der Champions League: Manager Jörg Schmadtke. © imago images/regios 24
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Der VfL Wolfsburg nach dem Einzug in die Champions League - Manager Jörg Schmadtke lobt die Profis und sieht den VfL für die Königsklasse schon jetzt gut gerüstet.

Das Telefon von Jörg Schmadtke klingelte oder vibrierte am Montag fast ununterbrochen. Und fast jeder, der die Nummer des Wolfsburger Managers wählte, machte das, um zum Einzug in die Champions League zu gratulieren. „Ich habe mich über jede einzelne Nachricht gefreut“, so der Manager gut gelaunt. Nach 2009 und 2015 ist der VfL in der neuen Saison zurück auf Europas größter Fußballbühne für Vereinsmannschaften. Neben Liga und Pokal wartet mit der Königsklasse eine gewaltige Herausforderung für die Wolfsburger. Schmadtke sieht den Klub schon jetzt dafür gut aufgestellt.

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Gut fünf Jahre nach dem bitteren Viertelfinal-Aus in der CL bei Real Madrid wird in der neuen Saison endlich wieder die berühmt-berüchtigte Königsklassen-Hymne in der VW-Arena zu hören sein, nachdem der VfL nach 2009 und 2015 seine drittbeste Saison in der Bundesliga-Saison spielt. Mit einem Team, in dem jeder bereit ist, die Fehler des anderen auszubügeln, in dem Zusammenhalt groß geschrieben wird. Und das dürfen Wout Weghorst und Co. das auch in der Champions League beweisen. Schmadtke stellt diesen tollen Spirit immer wieder heraus und lobt die Qualität des Teams, gleichwohl sagt er: „Ich hoffe, dass sich bei dem einen oder anderen noch mehr die Überzeugung verfestigt, dass wir eine wirklich gute Qualität haben auf dem Platz.“ Manchmal „können wir uns auf dem Platz noch cleverer verhalten. Aber insgesamt müssen wir nicht mehr viel verändern an dem Weg, den wir eingeschlagen haben.“

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Schmadtke und Sportdirektor Marcel Schäfer, die beide im Sommer 2018 übernahmen, kauften keine Top-Stars, sondern Spieler, die zu denen in Wolfsburg reifen können. Spieler wie etwa Maxence Lacroix, in der vergangenen Saison noch in Frankreichs zweiter Liga, und jetzt bald in der Champions League. Sie bauen auf Typen wie Pressingmaschine Xaver Schlager, Eigengewächs Maximilian Arnold, den vielseitig einsetzbaren Ridle Baku oder Mentalitäts-Monster und Top-Torjäger Wout Weghorst. Schmadtke: „Wir haben eine gute Mischung. Dass wir uns jetzt für die Champions League qualifiziert haben, ist Ausdruck der eigenen Stärke. Das haben wir nicht geschenkt bekommen.“ Und mit dem Bewusstsein, es aus eigener Kraft geschafft zu haben, „sollen auch alle Spieler den Sommer verbringen. Und dann geht es nach dem Urlaub mit intensiver und harter Arbeit weiter“.

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Dann beginnt die Saison mit drei Wettbewerben, die mit den Königsklassen-Abenden. Abende mit Spielen gegen klangvolle Namen wie möglicherweise Manchester City, Barcelona oder Real Madrid. Schmadtke: „Klar wird das eine Herausforderung für uns. Wir müssen schauen, dass wir den Drei-Tage-Rhythmus hinbekommen und dürfen die Herausforderung Bundesliga nicht vernachlässigen. Aber solche Herausforderungen sind doch etwas Schönes.“ Wer und was die VfL-Profis bald erwartet – darüber hat Schmadtke mit ihnen nach dem 2:2 in Leipzig am späten Sonntagabend noch nicht gesprochen. „Ich habe keine Ansprache gehalten, das war am Sonntagabend auch nicht der richtige Zeitpunkt dafür“, so der Manager über seine Kabinen-Runde. „Ich bin rein, habe jedem, den ich gesehen habe, die Hand gegeben und habe mich bedankt. Ich finde, in solchen Momenten sollte die Kabine den Spielern gehören.“ Die Spieler feierten ausgelassen, Schmadtke selbst gönnte sich zu Hause einen Drink.

Die Spieler wiederum kehrten um kurz vor 3 Uhr morgens wieder zurück im Quarantäne-Hotel Ritz-Carlton. Die Profis absolvieren am Samstag das Saisonfinale gegen Mainz und gehen dann in den Urlaub. Trainingspläne sind verteilt, die erste Trainingseinheit der Vorbereitung ist für den 1. Juli geplant. Mit Oliver Glasner als Trainer? Der Coach umschifft weiterhin jede Frage nach seiner Zukunft, sagt einzig, er habe Vertrag bis 2022. Mehr nicht. „Jegliche Herausforderungen, die sich uns stellen, werden wir lösen“, gibt sich Schmadtke ganz entspannt. „Mehr möchte ich dazu nicht sagen.“ Auch die Spieler gehen mit der Trainerfrage „ganz entspannt“ um, wie Torhüter Koen Casteels schildert: „Ich glaube, die Situation ist klar, bis jetzt habe ich nichts anderes gehört, außer, dass der Trainer auch nächstes Jahr noch da ist.“