11. November 2020 / 00:07 Uhr

Wolfsburg-Kapitän Guilavogui: "Im Fußball können nur Siege beruhigen"

Wolfsburg-Kapitän Guilavogui: "Im Fußball können nur Siege beruhigen"

Engelbert Hensel
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Josuha Guilavogui wird wohl auch in der kommenden Spielzeit Kapitän des VfL Wolfsburg bleiben.
Steht vorm Comeback: Josuha Guilavogui, der Kapitän des VfL Wolfsburg. © Getty Images
Anzeige

Sportlich steht der VfL Wolfsburg nach sieben Spieltagen gut da, ist Sechster. Und doch ist nach der Transfer-Kritik von Trainer Oliver Glasner nicht alles fein Wolfsburger Fußball-Bundesligisten. Das weiß auch Josuha Guilavogui, der Kapitän steht nach seiner Verletzung vor seinem Comeback.

Anzeige

Platz sechs nach sieben Spieltagen, zwei Siege, fünf Remis, ungeschlagen – und mit nur fünf Gegentoren zusammen mit Dortmund nach Leipzig (4) die zweitbeste Abwehr der Fußball-Bundesliga: Sportlich steht der VfL Wolfsburg gut da, und doch ist bei den Wolfsburgern nach der Kritik von Oliver Glasner an der Kaderplanung nicht alles gut. Das weiß auch Josuha Guilavogui, der fast wieder genesene Kapitän des Teams.

Anzeige

„Ich glaube, der Sieg am Sonntag gegen Hoffenheim war sehr wichtig“, betont der Franzose deshalb. „Er war wichtig für uns, für die Tabelle, aber auch für alles, was gerade in Wolfsburg passiert. Es wurde viel über unseren Verein geredet. Im Fußball können nur Siege beruhigen.“ Guilavogui meint damit den Transfer-Ärger bei den Wolfsburgern, den Trainer Oliver Glasner am Freitag mit brisanten Aussagen befeuert hatte, was wiederum die sportliche Führung um Manager Jörg Schmadtke und Sportdirektor Marcel Schäfer gar nicht gut fand. In der gerade begonnenen Länderspielpause wird deshalb mit dem in die Kritik geratenen Coach Tacheles geredet.

Mehr zum VfL Wolfsburg

Wie hat der Kapitän diesen Ärger erlebt? Guilavogui geht damit ganz nüchtern um. Er blickt zurück: „Ich habe in meiner Zeit in Wolfsburg schon viel mitgemacht. In einem Jahr hatte ich hier mal drei Trainer.“ Der Mittelfeldspieler denkt an die Saison 2016/17 mit den Trainern Dieter Hecking, Valérien Ismaël und Andries Jonker. „Ich habe genug Erfahrung, um in solchen Situationen ruhig und klar zu bleiben. Auch die Mannschaft hat gezeigt, dass sie damit umgehen kann. Innerhalb des Teams ist das Ganze für uns auch kein so großes Thema. Wir hatten mit dem Aus in der Europa League einen großen Unfall in diesem Jahr, das hat uns deutlich mehr beschäftigt. Die Situation nun darf keine Ausrede sein." Keine Ausrede für schlechte Leistungen.

Am Sonntag war es alles andere als schlecht. Die erste Halbzeit beim 2:1 gegen Hoffenheim war gut - gerade was das zuletzt so problembehaftete Offensivspiel angeht. Aber eben nur eine Halbzeit lang gut. „Nehmen wir das Spiel gegen Augsburg – da hatten wir viele Chancen. Diese Chancen muss man nutzen.“ Konsequent nutzen. „Das ist ein Problem bei uns, aber das liegt an der gesamten Mannschaft. Ich habe Vertrauen zu unseren Spielern da vorn. Wenn Renato Steffen etwa den Ball hat, schießt er ihn rein, Wout Weghorst und Josip Brekalo, Admir Mehmedi ebenfalls. Aber wir müssen diese Spieler noch besser unterstützen.“ Noch mehr mit Zuspielen füttern. Er selbst sieht sich da auch in der Pflicht, am Samstag beim Test bei Hannover 96 will Guilavogui erstmals wieder nach seinem Muskelfaserriss spielen. „Eine Halbzeit lang spielen – das ist das Ziel.“ Im vorletzten Heimspiel gegen Bielefeld hatte sich Guilavogui am Oberschenkel verletzt.


►►► Jetzt kostenlos den neuen Sport-Newsletter der AZ/WAZ abonnieren!

Was im Sport der Region wichtig war und wichtig wird. Ihr wöchentlicher Sport-Newsletter.
Was im Sport der Region wichtig war und wichtig wird. Ihr wöchentlicher Sport-Newsletter. ©

Am übernächsten Samstag, wenn es zu Schalke 04 geht, will Guilavogui zum Kader gehören. Mit dem Schalke-Spiel beginnt dann der Schlussspurt in diesem Jahr, bevor es eine Mini-Pause gibt. Was ist das Ziel für die letzten sechs Liga-Spiele in diesem Jahr? Guilavogui will sich da nicht genau auf eine Punktzahl festlegen. Er wünscht sich, dass der VfL seine Heimstärke (zwei Siege, zwei Unentschieden) ausbaut. „Wenn die Mannschaften zu uns kommen, müssen sie sagen: Heute wird es schwer für uns.“