12. Juli 2021 / 08:24 Uhr

Wolfsburg-Kapitän Guilavogui selbstbewusst: "Ich möchte allen zeigen, dass ich noch da bin"

Wolfsburg-Kapitän Guilavogui selbstbewusst: "Ich möchte allen zeigen, dass ich noch da bin"

Engelbert Hensel
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Hat Rückenprobleme: Josuha Guilavogui vom VfL Wolfsburg.
Hat Rückenprobleme: Josuha Guilavogui vom VfL Wolfsburg. © Boris Baschin
Anzeige

Am Samstag bei der Testspiel-Niederlage gegen Hansa Rostock hatte Josuha Guilavogui noch zugeschaut. Aber jetzt greift der Kapitän des VfL Wolfsburg nach seinem Corona-Infekt wieder voll an.

Klartext-Interview, Trainingsstart wegen Corona verpasst - Josuha Guilavogui hat turbulente Tage hinter sich. Aber jetzt ist er wieder zurück. Am Montag steigt der VfL-Kapitän voll ins Training ein. „Mir geht es wieder richtig gut. Ich hatte Glück, denn ich hatte keine Symptome, sodass ich jetzt schon wieder alles mitmachen kann“, sagt der zweikampfstarke Franzose des Wolfsburger Fußball-Bundesligisten und blickt nach einer schweren Saison, in der er seinen Stammplatz verloren hatte, voraus und betont: „Ich möchte wieder spielen.“

Anzeige

Ein weiteres Jahr wie das vergangene - „das geht nicht. Sonst gehe ich kaputt“, so Guilavogui, der unter Ex-VfL-Trainer Oliver Glasner (jetzt Eintracht Frankfurt) seinen Stammplatz verloren hatte. Offen und ehrlich hatte Guilavogui im großen SPORTBUZZER-Interview über seine Frust-Saison gesprochen. Der 30-Jährige sprach über das kaputte Verhältnis zu Glasner, der nicht mehr auf ihn gebaut hatte. Aber jetzt bekommen alle Profis unter dem neuen VfL-Coach Mark van Bommel eine neue Chance. Guilavoguis erster Eindruck vom ehemaligen Top-Spieler: „Gut, er hat mir während meines Urlaubs und während meiner Corona-Zeit geschrieben – das hat mich gefreut. Das machen nicht alle Trainer so.“

Mehr zum VfL Wolfsburg

Beide haben schon viel miteinander gesprochen, aber noch nicht konkret über Guilavoguis sportliche Situation, wofür der Mittelfeldspieler totales Verständnis hat. „Ich kann nicht einfach später kommen und gleich fragen: 'Trainer, was erwartest du von mir? Planst du mit mir oder nicht?' Das macht jetzt noch keinen Sinn“, so der VfL-Profi. „Ich habe immer gesagt: 'Mein Wunsch ist es, in Wolfsburg zu bleiben, ich habe ein gutes Verhältnis zum Team und zu unseren Fans.'“ Aber ob er am Ende wirklich bleibt, steht jetzt noch nicht fest.

Zunächst einmal will Guilavogui in der Vorbereitung zeigen, dass er gewillt ist, sich seinen Platz im Mittelfeld zurückzuerobern. Angebote anderer Klubs gebe es noch keine. „Ich bin ja nicht auf der Suche, ich habe nie gesagt: 'Ich will jetzt sofort weg.'“ Gleichwohl sind Klubs „aus Frankreich oder England interessiert. Aber noch mal: Ich brauche jetzt eine Top-Fitness, denn ich möchte den Trainer und sein Team hier von meiner Qualität überzeugen.“

Und so steht Guilavogui vor einer wichtigen Vorbereitung, ist es gar die wichtigste in seiner Karriere? „Nein, meine wichtigste Vorbereitung habe ich mit 18 erlebt, als es um die Frage ging, ob ich Profi werden kann.“ Aber dass vor einer Vorbereitung im Zusammenhang mit ihm die Frage aufkommt, ob er bleibt oder vielleicht geht, „hatte ich so noch nie. Und so fühle ich mich gerade ein bisschen wie damals mit 18. Ich möchte allen zeigen, dass ich noch da bin. Noch mal: Ich möchte spielen, ich nehme den Kampf an, ich fühle mich immer noch topfit“.

Im defensiven Mittelfeld hatten beim VfL Maximilian Arnold und Xaver Schlager die Nase vorn, Guilavogui pendelte zwischen Bank und Platz. Und das als Kapitän. Seit 2018 trägt er in Wolfsburg die Binde. Aber nach einer Saison wie der vergangenen könne er nicht automatisch erwarten, dass das auch in der neuen Runde so sein werde, hatte Guilavogui betont.


Arnold hat nun gesagt, er traue sich die Binde zu. Wie geht Guilavogui damit um? „Ich habe kein Problem damit. Maximilian hat eine super Saison spielt, ist Führungsspieler. Ich finde, er hätte es verdient gehabt, bei der EM dabei zu sein. Aber es gibt auch noch Koen Casteels, der im vergangenen Jahr sehr oft die Binde getragen hat“, so Guilavogui über den VfL-Torhüter. Er selbst möchte gern Kapitän bleiben. „Ich habe immer gesagt: 'Es ist eine Ehre für mich, Kapitän des VfL sein zu dürfen.' Der Trainer entscheidet – ob er sich für mich entscheidet, das weiß ich nicht. Das ist auch nicht so wichtig, entscheidend ist immer der Erfolg der Mannschaft, er steht über allem.“