02. November 2020 / 17:23 Uhr

Wolfsburg-Manager Schmadtke befürchtet: Bis März 2021 nur noch Geisterspiele

Wolfsburg-Manager Schmadtke befürchtet: Bis März 2021 nur noch Geisterspiele

Engelbert Hensel
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Geisterspiel-Entscheidung schweren Herzens: VfL-Manager Jörg Schmadtke
Rechnet damit, dass die Fans länger nicht mehr in die Stadien zurück dürfen: Jörg Schmadtke, der Manager des VfL Wolfsburg. © dpa
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Im November dürfen die Fans nicht in die Stadien der Fußball-Bundesliga, für den VfL Wolfsburg heißt das, dass er etwa gegen Hoffenheim und Bremen vor leeren Rängen spielen wird. VfL-Manager Jörg Schmadtke befürchtet, dass es noch viel länger Geisterspiele geben wird.

Sechs Spiele hat der VfL in dieser Fußball-Bundesliga-Saison absolviert, sechsmal vor Fans. 20 Prozent der Stadionkapazität, darauf hatten sich die Bundesländer im September geeinigt, durften ausgelastet werden. Vergangenheit. Denn wegen der weiter dramatisch steigenden Corona-Infektionszahlen sind bis vorerst Ende November keine Fans in den Stadien zugelassen. Für den VfL heißt das: Die Heimspiele gegen Hoffenheim (Sonntag, 15.30 Uhr) und Bremen (27. November) finden ebenso ohne Fans statt wie die Partie am 21. November auf Schalke. Wolfsburgs Manager Jörg Schmadtke befürchtet jedoch, dass es noch viel länger Geisterspiele geben könnte.

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Auf die Frage, ob er denn Hoffnung habe, dass die Fans im Dezember wieder in die Stadien dürfen, sagt Schmadtke: "Nein, die habe ich nicht! Nach meiner Einschätzung werden wir mindestens bis Mitte Januar in dem Lockdown bleiben. Zuschauer werden wir frühestens im März/April erst wieder haben - wenn überhaupt." Der 56-Jährige begründet auch, warum er so denkt: "Wenn wir weiterhin bei Kontaktsperren bleiben müssen, sind die Massenansammlungen auch unter freiem Himmel schwer zu kontrollieren, deshalb glaube ich, dass wir keine Zuschauer-Zulassung bekommen werden."

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Axel Hellmann, Vorstandsmitglied von Eintracht Frankfurt, hält den coronabedingten Zuschauerausschluss in den kommenden vier Wochen für "juristisch angreifbar". Dies sagte der Funktionär der Hessen dem Kicker. "Wenn man nicht will, dass der gesamte Profisport zerstört wird, wird man sich mit tragfähigen Konzepten arrangieren müssen", sagte Hellmann weiter. Hellmann verwies zudem darauf, dass der Profi-Fußball bisher kaum zur Verbreitung des Virus ("Vom Stadionbesuch in der jetzigen Form geht also keine über das allgemeine Risiko hinausgehende Gefahr aus") beigetragen habe. Schmadtke dazu: "Das stimmt." Aber es sei nicht der Grund, warum der Liga jetzt wieder Geisterspiele bevorstehen, betont Schmadtke: "Der Aspekt ist, dass die Wirtschaft aufrechterhalten bleiben soll, dass das Bildungssystem aufrechterhalten bleiben soll, dass die Schulen offen bleiben sollen und dass das Gesundheits-System intakt bleiben soll."

Es seien "ein paar Maßnahmen getroffen worden, die durchaus diskutabel sind", so der Manager weiter, "die aber zur Kontaktvermeidung dienen sollen. In Gänze verstehe ich die Maßnahmen." Die Klubs kosten neuerliche Geisterspiele Millionen, aber es gäbe Sportarten, "die stehen kurz vor dem Chaos. Da ist womöglich bald Feierabend. Und das sind nicht wir im Fußball", betont Schmadtke, der bei der DFL der Kommission Fußball angehört. "Wir sollten aufhören zu glauben, dass es nur uns gibt!"

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Die 36 Vereine der Deutschen Fußball Liga (DFL) müssen sich nun nicht gänzlich auf eine neue Situation einstellen: Bereits in den vergangenen Wochen hatte es aufgrund steigender Infektionszahlen zahlreiche Spiele ohne oder nur mit weniger Fans gegeben. Bis zu 6000 Zuschauer hatten zuletzt in die VW-Arena gedurft - also 20 Prozent der Stadionkapazität, auf die sich die Bundesländer Im September geeinigt hatten. Der VfL hat, so Schmadtke, die komplette Saison ohne Fans geplant.

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