17. Oktober 2021 / 20:30 Uhr

Wolfsburg-Manager Schmadtke deutlich: "Das genügt nicht unseren Ansprüchen!"

Wolfsburg-Manager Schmadtke deutlich: "Das genügt nicht unseren Ansprüchen!"

Engelbert Hensel
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Sorgenvoller Blick: Manager Schmadtke vermisst in den Spielen des VfL Wolfsburg Grundsätzliches.
Sorgenvoller Blick: Manager Schmadtke vermisst in den Spielen des VfL Wolfsburg Grundsätzliches. © Roland Hermstein / dpa
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In der Fußball-Bundesliga mit drei Niederlagen in Folge. "Es ist eine komplizierte Situation", sagt Manager Jörg Schmadtke nach dem 0:2 des VfL Wolfsburg in der Liga bei Union Berlin und vor dem heißen Champions-League-Auftritt am Mittwoch bei RB Salzburg.

Drei Niederlagen in der Fußball-Bundesliga in Folge, die einst zu Recht viel gelobte Abwehr nicht mehr sattelfest – und nach vorn findet der VfL Wolfsburg wenig bis gar nicht statt: Noch mag Jörg Schmadtke nicht den Finger in die Wunde legen, aber der Manager des Wolfsburger Bundesligisten beobachtet die Dinge stets sehr genau. „Der eine oder andere wird sagen, wir sind in einer Krise. Das ist mir aber auch egal. Ich sage: Es ist eine komplizierte Situation", so Schmadtke nach dem 0:2 bei Union Berlin.

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Zwar steht der VfL nach der Pleite am Samstag in der Tabelle als Sechster nach acht Spieltagen gut da, aber das VfL-Spiel muss Anlass zur Sorge geben. Hinten wird längst nicht mehr so energisch und nicht immer im Kollektiv zugepackt, zuletzt gab es acht Gegentore in drei Spielen. Wenn ein VfLer ausgespielt worden war, war ein anderer schon gleich zur Stelle. So war das mal. Auch dieses griffige und giftige im VfL-Spiel - wie etwa beim Sieg gegen Leipzig - ist weniger zu beobachten – oder war wie vor dem 0:2 von Union gar nicht mehr zu sehen. Kevin Mbabu war da viel zu passiv, Dodi Lukebakio verweigerte den Zweikampf. Auch vorm 0:1 ging das alles viel zu einfach. „Wenn zwei Momente ausreichen, um das Pendel auf die falsche Seite zu bewegen, dann zeigt es, dass wir keine Stabilität haben“, sagt Schmadtke kritisch und denkt dabei an die vergebene Chance von Lukebakio in der ersten Halbzeit (er traf aus Nahdistanz nicht) und eben an das Abwehrverhalten vor dem 2:0 der Berliner. Der Manager fordert: „Diese Stabilität müssen wir so schnell wie möglich erzeugen.“ Warum die Mannschaft so instabil auftritt, „kann ich im Moment nicht beantworten“.

Der VfL Wolfsburg bei Union - Die Bilder

Wolfsburgs Luca Waldschmidt (l-r), Unions Grischa Prömel und der Wolfsburger Josuha Guilavogui kämpfen um den Ball. Zur Galerie
Wolfsburgs Luca Waldschmidt (l-r), Unions Grischa Prömel und der Wolfsburger Josuha Guilavogui kämpfen um den Ball. ©

Offenkundig ist auch, dass die Wolfsburger mit dem von Mark van Bommel geforderten Ballbesitz nicht viel anzufangen wissen. Meist wird die Kugel quer gespielt, anstatt wie im vergangenen Jahr mit Tempo und Risiko in die Spitze. Szenen, in denen es mal schnell nach vorn geht, waren in Berlin Mangelware. Und doch werden sie beim VfL (noch) nicht unruhig. „Ich bin relativ ruhig und beobachte die Dinge“, so der Manager. „Ich denke, dass ich auch in dieser und der nächsten Woche noch in der Beobachter-Rolle sein werde.“ Und sollte es in dieser Zeit keine Verbesserungen im VfL-Spiel geben, wird er dann Klartext vorm Team reden? Das ließ der Manager offen. „Ich mache mir natürlich Gedanken, klar. Aber das mache ich jeden Tag und das gehört zu meinem Job dazu“, sagt Schmadtke und betont in ungewöhnlicher Deutlichkeit: "Fakt ist: Die Darbietungen genügen nicht unseren Ansprüchen!"

Der Manager blickte am Sonntag auf die nächste Herausforderung für die Wolfsburger. Am Mittwoch (18.45 Uhr) müssen die Niedersachsen in der Champions League beim österreichischen Spitzenklub RB Salzburg ran. Der Ösi-Meister hat am Samstag in Altach am elften Spieltag erstmals in dieser Saison Punkte abgegeben. Nach zehn Siegen in Folge kam das Team von Matthias Jaissle nur zu einem 1:1 und verpasste damit sowohl einen neuen Bundesliga-Startrekord, als auch eine geglückte Generalprobe fürs Duell mit dem VfL.

In der Salzburger Offensive wurde neben Brenden Aaronson vor allem der wegen Adduktorenproblemen fehlende Karim Adeyemi schmerzlich vermisst. Den pfeilschnellen deutschen Nationalspieler hatte im Sommer auch der VfL auf der Liste. Wie Sky am Samstag berichtete, wird der achtfache Saisontorschütze intensiv vom FC Bayern umworben. Ob Adeyemi gegen den VfL spielen kann, ist offen. Aber auch ohne ihn steht Salzburg für Hochgeschwindigkeits-Fußball. „Du musst versuchen, die Mannschaft zum Stehen zu bringen“, so der Manager, „weil sie eben extrem hohes Tempo in ihren Reihen haben. Da musst du kompakt auftreten und solltest vernünftig verteidigen – möglichst im Verbund.“