27. Oktober 2020 / 15:03 Uhr

Wolfsburg-Manager Schmadtke übers Wiedersehen mit Labbadia: "Ich habe überhaupt kein Problem mit dem Bruno"

Wolfsburg-Manager Schmadtke übers Wiedersehen mit Labbadia: "Ich habe überhaupt kein Problem mit dem Bruno"

Engelbert Hensel
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Jörg Schmadtke spricht im großen SPORTBUZZER-Interview über den Trainerwechsel beim VfL Wolfsburg
Wiedersehen mit Bruno Labbadia: Jörg Schmadtke (r.) will das Aufeinandertreffen mit dem Ex-VfL-Trainer nicht an die große Glocke hängen. © Roland Hermstein
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Jörg Schmadtke und Bruno Labbadia - am Ende sprachen sie nicht mehr viel miteinander. Und doch wurde die Saison 2018/19 des VfL Wolfsburg zur Erfolgsgeschichte. Am Sonntag, wenn der VfL bei Hertha BSC ran muss, gibt es nun das Wiedersehen mit dem Ex-VfL-Trainer...

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Laufstark, engagiert, motiviert – es war nicht so, dass der Einsatz der Hertha-Profis beim 1:2 am Samstag bei RB Leipzig nicht passte. Und doch mussten die Berliner ihre vierte Pleite in Folge hinnehmen, was Bruno Labbadia natürlich ärgerte. Am Sonntagabend (18 Uhr) gibt‘s für den ehemaligen Top-Stürmer nun das Wiedersehen mit dem VfL, bei dem er eine erfolgreiche Zeit hatte. Eine Zeit, die jedoch früher endete als geplant – auch, weil das Verhältnis zwischen dem Trainer und VfL-Manager Jörg Schmadtke nicht gerade als herzlich betrachtet werden durfte.

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Die Diskussion um Labbadias Zukunft beim VfL (sein Vertrag war im Sommer 2019 ausgelaufen) begann um den Jahreswechsel 2018/19 herum, die Signale aus dem Verein deuteten seitdem immer stärker auf eine Trennung im Sommer hin. Schmadtke sprach damals von „ergebnisoffenen Gesprächen" im März oder April 2019, die er mit dem Trainer führen möchte. Es kam jedoch anders: Am 12. März verkündete Labbadia nach wochenlanger Überlegung seinen Abschied zum Saisonende - nachdem die Kluft zwischen ihm und Schmadtke zu groß geworden war. „Ich habe immer gesagt, dass ich mir Gedanken mache“, so der Coach damals. „Ich wollte nicht“, sagte er in einer etwas sperrigen Doppel-Verneinung, „dass es meine Mannschaft nicht von mir selbst erfährt.“ Beide waren sich etwa in der Frage, was die strategische Ausrichtung des Klubs betrifft, nicht einig.

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Nun folgt das Wiedersehen, das Schmadtke jedoch nicht an die große Glocke hängen möchte. „Wir werden, wenn wir uns sehen sollten, "guten Tag und auf Wiedersehen sagen'“, so Schmadtke in seiner manchmal etwas kauzigen und kantigen Art. „Ich habe überhaupt kein Problem mit dem Bruno“, fügt der 56-Jährige hinzu. „Alles ist gut, wir haben nur den Vertrag damals nicht verlängert – und gut ist.“

Viele VfL-Fans zeigten sich nach dem Labbadia-Aus verärgert, dabei hatten ihn Teile der Wolfsburger Fanszene zunächst immer mal wieder mit Schmähgesängen („Wir steigen ab, wir kommen nie wieder, wir haben Bruno Labbadia!“) bedacht, doch nach der Rettung im Sommer 2018 in der Relegation gegen Holstein Kiel und dem Höhenflug in der darauffolgenden Spielzeit, als die Wolfsburger als Sechster nach Europa einzogen, wurde der Coach vom Anhang gefeiert. Nach dem 8:1-Rekordsieg im Saisonfinale gegen den FC Augsburg buchten die Wolfsburger am letzten Spieltag ihr Europa-League-Ticket. Labbadia meinte damals glückselig: „Es heißt ja immer, ein Werksklub hat keine Emotionen, aber ich habe hier so viel Emotion erlebt, das nehme ich mit. Und jetzt lassen wir die Sau raus."

Mit der Hertha, die der 54-Jährige im April übernahm, will Wolfsburgs Ex-Trainer einen ähnlichen Höhenflug hinbekommen. Aber der Start ging in die Hose. Die Berliner haben vor Labbadias Wiedersehen mit seinem Ex-Verein erst drei Punkte geholt - obwohl Einsatz und Willen stimmten. Übrigens: Schmadtke und er haben sich nach Labbadias Weggang aus Wolfsburg nicht mehr gesehen (Der VfL-Manager: "Es hat nicht gepasst"). Am Sonntag könnte es nach fast eineinhalb Jahren nun erstmals wieder so weit sein...