24. Januar 2021 / 21:05 Uhr

Wolfsburg-Manager Schmadtke: "Wir haben das sehr erwachsen verteidigt"

Wolfsburg-Manager Schmadtke: "Wir haben das sehr erwachsen verteidigt"

Engelbert Hensel, Marcel Westermann
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Glücklich über den Sieg: VfL-Manager Jörg Schmadtke (r.) freute sich mit Kevin Mbabu (kl. Bild, r.) und Co.
Glücklich über den Sieg: VfL-Manager Jörg Schmadtke (r.) freute sich mit Kevin Mbabu (kl. Bild, r.) und Co. © DPA
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Der VfL Wolfsburg hat mit dem 1:0 bei Bayer Leverkusen am Samstag einen Großen der Fußball-Bundesliga geschlagen, Manager Jörg Schmadtke weiß, warum.

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Viel besser hätte das 800. Spiel des VfL in der Fußball-Bundesliga nicht laufen können, mit 1:0 (1:0) setzten sich die Wolfsburger zum Rückrunden-Start bei Bayer Leverkusen durch. Es war aber nicht nur wegen des Jubiläums ein ganz besonderer Dreier: Die Mannschaft von Trainer Oliver Glasner feierte in dieser Saison den ersten Erfolg gegen ein Top-Team - und profitierte von den Patzern der Konkurrenz und ist jetzt Vierter, auf einem Champions-League-Platz.

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„Wir haben das sehr erwachsen verteidigt“, freute sich VfL-Manager Jörg Manager für die Mannschaft, „und dann haben wir diesen einen Moment, in dem wir das richtig gut spielen und das Tor machen.“ Nach einer butterweichen und zielgenauen Flanke von Renato Steffen war Ridle Baku mit dem Kopf zur Stelle und vollendete eiskalt. Für Baku war es sein drittes Tor für den VfL seit er im Sommer nach Wolfsburg gekommen war. Zur Einordnung: In seinen vier Bundesliga-Saison in Mainz waren ihm in 50 Spielen genauso viele Treffer gelungen. Jetzt gelang ihm der erste per Kopf. „Ridle scheint alles zu können“, sagte Glasner augenzwinkernd. Der Tor-Held war natürlich happy: „Ich kann nicht definieren, warum es gerade so gut läuft. Ich fühle mich in Wolfsburg einfach sehr wohl, versuche, konstant meine Leistung abzurufen und bin froh, dass ich der Mannschaft mit dem Tor helfen konnte.“

<b>Koen Casteels</b>: Da, wenn er gebraucht wurde, wie etwa in der ersten Halbzeit als er Alarios Chance vereitelte, starke Reaktion beim Hammer von Sinkgraven nach der Pause. - Note: 2. Zur Galerie
Koen Casteels: Da, wenn er gebraucht wurde, wie etwa in der ersten Halbzeit als er Alarios Chance vereitelte, starke Reaktion beim Hammer von Sinkgraven nach der Pause. - Note: 2. ©

„Jeder Sieg schmeckt sehr gut"

Das Spiel in Leverkusen war der Abschluss einer tollen VfL-Woche – zuvor hatten die Wolfsburger mit 2:0 in Mainz gewonnen und davor hatte es ein beachtliches 2:2 gegen Top-Team Leipzig gegeben. Jetzt der erste Dreier gegen ein Top-Team. Schmeckt solch ein Sieg gegen einen Großen besser? Nein, winkte Glasner ab, „jeder Sieg schmeckt sehr gut – mir schmeckt er noch besser, wenn die Leistung dabei auch sehr gut ist“. Und die in Leverkusen sei „top“ gewesen. Der VfL hatte zwar wenig Ballbesitz, war jedoch läuferisch stark (das Team lief fast 125 Kilometer), verteidigte voller Leidenschaft und war effizient. Zudem hatte er in den ersten Minuten ein bisschen Glück, das es in solchen Spielen, in denen Kleinigkeiten entscheiden, eben auch braucht. Denn in den ersten fünf, sechs Minuten hätten die Wolfsburger mit 0:2 hinten liegen können.



In der Tat: Bayer machte gleich ordentlich Dampf, kam immer wieder über den pfeilschnellen Moussa Diaby, dessen Sturmkollege Lucas Alario traf nach einer Hereingabe nur den Pfosten, zuvor hatte der neben Paulo Otavio und Xaver Schlager ebenfalls kampfstarke Maxence Lacroix nach einer Chance von Nadiem Amiri vor der Linie geklärt. „Wir sind ganz schlecht reingekommen, aber danach haben wir das Tempo von Bayer Leverkusen mitgehen können und sind immer besser ins Spiel gekommen, hatten immer mehr Kompaktheit in der Defensive und haben ihre Flügel und ihre tiefen Läufe gut kontrolliert“, analysierte Glasner, für den es nach seinem Amtsantritt im Sommer 2019 beim VfL bereits der zweite Sieg in Folge mit Wolfsburg in Leverkusen war. „Ich komme sehr gern in die Bay-Arena“, sagte er gut gelaunt.

„Großes Kompliment an die Jungs"

Übrigens: In den vergangenen Jahren waren 18. Spieltage für den VfL nie von Erfolg gekrönt, den bis dato letzten Sieg zum Rückrunden-Auftakt hatten die Wolfsburger Ende Januar 2015 gegen den FC Bayern (4:1) geholt. Gut jedoch, dass die Glasner-Truppe in Leverkusen ran musste. Denn den bisher letzten Heimerfolg hatte die Werkself gegen den VfL am 1. April 2016 gelandet - und auch diesmal kam keiner dazu, Glasner: „Großes Kompliment an die Jungs, ich bin riesig stolz, dass wir hier gewonnen haben.“

Der erste Dreier gegen ein Top-Team bringt dem VfL Platz vier, die Wolfsburger sind mit 32 Zählern nun punktgleich mit Bayer. Nur drei Punkte trennen den VfL vom Tabellenzweiten Leipzig, das mit 2:3 bei Kellerkind Mainz 05 verlor. Darf in Wolfsburg jetzt schon von der Champions League geträumt werden? Mittelfeldkämpfer Schlager tut es jedenfalls nicht, er sagte bei Sky: „Wenn wir am Saisonende Zehnter sind, können wir nur sagen, wir waren nach dem 18. Spieltag Vierter, aber abgerechnet wird zum Schluss. Daher ist es momentan relativ sinnlos, auf die Tabelle zu schauen.“

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