08. April 2021 / 23:15 Uhr

Wolfsburg-Meisterheld Hasebe mit 37 immer noch erste Wahl: "Makoto ist ein Musterprofi"

Wolfsburg-Meisterheld Hasebe mit 37 immer noch erste Wahl: "Makoto ist ein Musterprofi"

Engelbert Hensel
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Wurden zusammen mit dem VfL Wolfsburg Meister: Marcel Schäfer und Makoto Hasebe, der nun in Frankfurt spielt.
Wurden zusammen mit dem VfL Wolfsburg Meister: Marcel Schäfer und Makoto Hasebe, der nun in Frankfurt spielt. © Uwe Anspach/dpa
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Zusammen waren sie mit dem VfL Wolfsburg 2009 deutscher Meister geworden, am Samstag (15.30 Uhr) gibt's das Wiedersehen zwischen dem Frankfurter Makoto Hasebe und VfL-Sportdirektor Marcel Schäfer.

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Beim 2:1-Sieg in Dortmund am vergangenen Samstag hatte Makoto Hasebe eine Gelb-Sperre abgebrummt, aber im Spitzenspiel gegen den VfL Wolfsburg steht der so disziplinierte und routinierte Profi von Eintracht Frankfurt wieder zur Verfügung. Ein Duell, auf das er sich besonders freut, weil es gegen seinen Ex-Klub geht, mit dem er 2009 Meister geworden war. Fast zwölf Jahre später ist der Japaner trotz seiner 37 Lenze immer noch eine feste Größe in der Fußball-Bundesliga. Hasebes Ex-Mitspieler Marcel Schäfer wundert das gar nicht.

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In Frankfurt wird Hasebe von Kollegen schon mal als "Opa", "Alter Opa" oder aber auch "Legende" gerufen. Dem ältesten noch aktiven Meisterspieler des VfL macht das nichts aus. Ganz im Gegenteil: Hasebe ist froh darüber, noch auf solch hohem Niveau spielen zu dürfen. "Wenn ich es einem zugetraut hätte, so lange auf so hohem Niveau Fußball spielen zu können, dann ist das Makoto“, sagt der VfL-Sportdirektor ohne zu zögern. Schäfer und Hasebe hatten 2009 mit dem VfL Geschichte geschrieben, einen Draht neben dem Platz hatten beide schon lange vorher gefunden. Schäfer, der ehemalige Linksverteidiger der Wolfsburger mit großer Akzeptanz auch innerhalb der Kabine, hatte Hasebe nach dessen Wechsel im Januar 2008 aus Japan nach Wolfsburg ein bisschen an die Hand genommen, damit sich der Mittelfeldspieler rasch akklimatisieren kann. Das gelang Hasebe auch.

„Unfassbar schnell ging es bei ihm auch mit dem Deutschlernen“, erinnert sich Schäfer, der schmunzelnd hinzufügt: „Er hat natürlich auch deshalb so schnell gelernt, weil wir ihn ab und an mal veralbert haben. Makoto hat das aber gar nichts ausgemacht. Im Gegenteil: Er hat bei diesen Späßen auch noch mitgemacht.“

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159 Pflichtspiele hat Hasebe für den VfL absolviert, 230 sind es mittlerweile für die Frankfurter, mit denen er 2018 den Pokal gewann. Dass er fast nie fehlt, liege an seiner „unglaublichen Disziplin“, lobt Schäfer und erklärt: „Ich war auch jemand, der in seiner aktiven Zeit sehr professionell gearbeitet hat, aber Makoto ist ein Muster-Profi durch und durch - was Schlaf, Ernährung und Regeneration betrifft, das hab‘ ich so noch nie erlebt“, lobt Schäfer. „Makoto ist der professionellste Spieler, den ich in meiner Karriere kennengelernt habe.“

Hasebe pflegt seinen Körper wie kein anderer, abends etwa gönnt er sich regelmäßig ein langes Bad. Fast Food mag er nicht wirklich, aus seiner Wolfsburger Zeit gibt es dazu folgende Anekdote: Wenn die VfLer sich nach einem Auswärtssieg schnell einen Burger bei McDonald‘s gönnten, bestellte Hasebe Salat und Orangensaft. So mancher Spieler schmunzelte damals darüber, aber dem vielseitig einsetzbaren Defensivmann waren solche Reaktionen total egal.

333 Bundesliga-Spiele hat der Eintracht-Kapitän bereits auf dem Buckel, jüngst hat er seinen Vertrag bis 2022 verlängert. Vier Spieler aus dem VfL-Meisterteam sind heute noch in der Bundesliga aktiv: neben Hasebe sind das Christian Gentner (Union Berlin), Peter Pekarik (Hertha BSC) und Marwin Hitz (Dortmund, ohne Einsatz im VfL-Meisterjahr). Hasebe ist der älteste aus dem Quartett, aber Schäfer sieht bei ihm so schnell kein Ende dieser beeindruckenden Karriere.

Der VfL-Sportdirektor: „Irgendwann kommt der Punkt, an dem man ein neues Kapitel aufschlagen mag. Aber ich sehe das bei ihm nicht.“ Sollte dieses sportliche Ende mal kommen, „dann wünsche ich mir für ihn, dass er selbst diese Entscheidung fällt. Und dass nicht eine Verletzung, ein Trainer oder sonst irgendetwas darüber entscheidet. Er soll für sich sagen können: Ich schließe jetzt das Kapitel Profi-Fußball und bin stolz darauf.“