11. Mai 2021 / 19:06 Uhr

Wolfsburg mit Spielkonsole, Tischtennisplatte und Dartscheibe ins Quarantäne-Trainingslager

Wolfsburg mit Spielkonsole, Tischtennisplatte und Dartscheibe ins Quarantäne-Trainingslager

Engelbert Hensel
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Nicht mit dabei im Quarantäne-Trainingslager: Jörg Schmadtke, der Manager des VfL Wolfsburg.
Nicht mit dabei im Quarantäne-Trainingslager: Jörg Schmadtke, der Manager des VfL Wolfsburg. © Boris Baschin
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Am Mittwoch ziehen die Profis des VfL Wolfsburg ins Ritz-Carlton in ein Quarantäne-Trainingslager. Aber Langeweile dürfte da keine aufkommen.

Am Sonntagabend bei RB Leipzig, am übernächsten Samstagnachmittag gegen Mainz – und dann ist diese von Corona stark geprägte Fußball-Bundesliga-Saison für den VfL Wolfsburg beendet. Sie soll mit dem Erreichen der Champions League enden. Aber vor den letzten beiden Spieltagen müssen die VfL-Profis ihre Frauen und Freundinnen verlassen und in ein Quarantäne-Trainingslager. Und das beginnt für Maximilian Arnold und Co. am Mittwoch. Damit keinem in den nächsten eineinhalb Wochen die Decke auf den Kopf fällt, hat der VfL vorgesorgt.

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Neben Spielkonsolen werden auch eine Tischtennisplatte und eine Dartscheibe mit dabei sein, wenn die Profis fortan im Ritz-Carlton wohnen. "ch bin ganz froh, dass wir ein bisschen Unterhaltungsprogramm haben", sagt Manager Jörg Schmadtke und denkt da auch an die Nachholspiele in der 1. und 2. Liga. Am Mittwochabend (18 Uhr) empfängt Absteiger Schalke die abstiegsbedrohte Hertha, am Donnerstagnachmittag kämpft Holstein Kiel in der 2. Liga gegen Jahn Regensburg um den Bundesliga-Aufstieg und abends steigt das Pokalfinale zwischen dem nächsten VfL-Gegner Leipzig und den Dortmundern, die wie der VfL um die Champions League kämpfen, jedoch als Vierter zwei Punkte weniger als die Wolfsburger auf dem Konto haben.

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"Und da wir erst am Sonntagabend spielen, können wir uns am Samstagnachmittag die Bundesliga-Konferenz anschauen. Es gibt also Möglichkeiten, sich abzulenken. Und manchmal hilft es ja auch, wenn man ein Buch in die Hand nimmt und liest", sagt der Ex-Profi schmunzelnd. Schmadtke glaubt nicht, dass so kurz vorm Saisonende beim VfL Lagerkoller aufkommt. Der Ex-Profi: "Im Vergleich zu vor 20 oder 30 Jahren hat man heutzutage andere Möglichkeiten, um abschalten zu können."

Besondere Zeiten, besondere Maßnahmen! Um den Spielbetrieb in der Bundesliga in Zeiten der Corona-Pandemie wie geplant zu Ende bringen zu können, befinden sich die Profis bereits seit der vergangenen Woche in einer verschärften Form der Quarantäne. Sie sollten nur noch am Arbeitsplatz oder zu Hause sein. Jetzt geht es gemeinsam ins Hotel. Schmadtke: "Es ist nicht perfekt. Und das ist auch nichts, was wir in den nächsten Jahren wiederholen wollen. Aber wir werden das jetzt machen." Dass die Sinnhaftigkeit von Bundesliga-Spielen insgesamt angesichts der Infektionslage öffentlich auch immer wieder infrage gestellt wird, kann der erfahrene Manager verstehen. "Daher finde ich auch, dass es akzeptabel ist, jetzt zehn Tage im Hotel zu sein und man jetzt mal seine Gewohnheiten außer acht lassen muss. Das ist so – und das muss man auch aushalten."

Die VfLer werden jeden Morgen getestet und nehmen dann bereits in Trainingsmontur ausgestattet das Fahrrad, um die gut ein Kilometer lange Strecke zwischen Hotel und Trainingsplatz zurückzulegen, danach geht es wieder ins Hotel. Schmadtke selbst wird nicht mit ins Hotel ziehen, Sportdirektor Marcel Schäfer schon. Auf den VfL-Meisterspieler und Schmadtke waren in dieser stark von Corona geprägten Saison viele ungewohnte Aufgaben zugekommen. Aber: Die Hürden wurden genommen, die Spieler lieferten, der VfL ist sechs Jahre nach seiner letzten CL-Teilnahme fast wieder zurück auf Europas größter Fußballbühne. Schmadtke lobt die Disziplin der Profis. Natürlich sei die Pandemie "für viele sehr belastend gewesen. Aber am Ende haben die Spieler es gemeistert."