01. Dezember 2021 / 21:05 Uhr

Wolfsburg-Plan 2023: Schmadtke geht, Schäfer rückt auf - Kommt dann Schlaudraff?

Wolfsburg-Plan 2023: Schmadtke geht, Schäfer rückt auf - Kommt dann Schlaudraff?

Andreas Pahlmann
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Stühlerücken 2023: Wenn Jörg Schmadtke (l.) geht, könnte ihm Marcel Schäfer (M.) nachfolgen - Jan Schlaudraff wechselt erst einmal zum Kooperationspartner des VfL Wolfsburg nach Österreich.
Stühlerücken 2023: Wenn Jörg Schmadtke (l.) geht, könnte ihm Marcel Schäfer (M.) nachfolgen - Jan Schlaudraff wechselt erst einmal zum Kooperationspartner des VfL Wolfsburg nach Österreich. © Roland Hermstein / Britta Schulze / Florian Petrow
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Jörg Schmadtkes Vertrag als Manager und Geschäftsführer des VfL Wolfsburg läuft am Saisonende aus, eine Verlängerung um ein weiteres Jahr ist wahrscheinlich. 2023 könnte dann Marcel Schäfer in die Geschäftsführung des Bundesligisten aufrücken.

Der VfL Wolfsburg bereitet sich auf den Abschied von Manager und Sport-Geschäftsführer Jörg Schmadtke vor. Der 57-Jährige soll seinen bis 2022 laufenden Vertrag demnächst um ein weiteres Jahr verlängern, 2023 ist dann wahrscheinlich Schluss für den ehemaligen Torwart, der vor seiner Wolfsburger Zeit auch schon bei Alemannia Aachen, Hannover 96 und dem 1. FC Köln in sportlicher Verantwortung stand.

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Der von Ex-VW-Vorstand Frank Witter geleitete VfL-Aufsichtsrat und Schmadtke haben sich bereits vor Monaten darauf geeinigt, über eine Verlängerung des aktuellen Arbeitspapiers in der jetzt kommenden Winterpause befinden zu wollen. Dass der Vertrag noch einmal verlängert wird, gilt Dass der Vertrag noch einmal verlängert wird, gilt als wahrscheinlichste Möglichkeit - fixiert ist es allerdings noch nicht.
Schmadtke selbst äußert sich dazu - und zu allen anderen Themen - aktuell nicht, möchte bis Hinrunden-Ende möglichst wenig öffentlich auftauchen. Anlass für den selbstbestimmten Rückzug auf Zeit war die öffentliche Diskussion rund um das Aus von Trainer Mark van Bommel nach nur neun Bundesliga-Spieltagen. Der Wolfsburger Manager war zunehmend genervt davon, wie seine vermeintlich schlechten Beziehungen zu Trainern bewertet wurden.

Kurzfristig amtsmüde ist er deswegen jedoch nicht - und längst gibt es Überlegungen für eine geordnete Übergabe der sportlichen Verantwortung beim VfL. Sportdirektor und Ex-Wolfsburg-Profi Marcel Schäfer soll Schmadtkes Nachfolger werden, daraus machten die beiden seit ihrem Amtsantritt 2018 nie ein Geheimnis, ließen lediglich das "Wann" offen. Nun gibt es eine Art Zeitplan, nach dem Schäfer 2023 in die Geschäftsführung aufrücken soll.

Offen bleibt die Frage, ob und wie Schäfers Position des Sportdirektors dann neu besetzt werden würde. Die Sport-Bild brachte Schmadtke-Sohn und VfL-Scout Nils ins Spiel, Kandidat ist aber nach wie vor auch Jan Schlaudraff. Der ehemalige Hannover-Profi war zuletzt Dauergast in der Wolfsburger VW-Arena, wird aber seine Funktionärskarriere erst einmal woanders fortsetzen - beim VfL-Kooperationspartner SKN St. Pölten in Österreich. Schlaudraff, von April 2019 bis Januar 2020 Assistent der Geschäftsführung und Sportdirektor bei 96, soll seinen Job als Sportchef des österreichischen Zweitligisten im Januar antreten. Dass der 38-Jährige dann von den Wolfsburgern bezahlt werde, hatte SKN-Boss Helmut Schwarzl bereits im Oktober bestätigt. Die Finanzierung laufe laut "Kurier" über den gemeinsamen Sponsor VW. Schwarzl: "Es ist noch nichts unterschrieben, er ist aber schon dabei, Österreichs Fußball kennenzulernen.“

Schlaudraffs Job in St. Pölten würde dann die Kooperation zwischen dem VfL und dem niederösterreichischen Klub weiter mit Leben füllen. Seit dieser Saison sind mit Lino Kasten, Ulysses Llanez und Yoon-Sang Hong drei Wolfsburger Talente an den SKN ausgeliehen, im Winter folgen möglicherweise ein oder zwei weitere Spieler.

Anfangs tat sich der Erstliga-Absteiger in der 2. Liga schwer, verlor sechs der ersten acht Liga-Partien, kassierte aber in den folgenden acht Spielen bis zur Winterpause nur noch eine weitere Niederlage. Kasten ist Stammtorwart, Llanez (drei Saisontore) eine feste Größe in der Offensive, Hong (zwei Saisontore) kam hauptsächlich als Joker zum Einsatz. In der 16er-Liga ist St. Pölten Neunter, erst Mitte Februar geht die Saison dort weiter. Bedenken, dass St. Pölten als Ausbildungsklub für VfL-Spieler und nun auch für VfL-Funktionäre endgültig zum reinen "Farmteam" der Wolfsburger werden könnte, hat Schwarzl nicht. „Wir werden ganz sicher kein Satellitenklub", sagte er dem Kurier, es sei aber klar, "dass es nach dem Abstieg ohne die Partnerschaft mit Wolfsburg und VW ganz schwer geworden wäre."