30. Juli 2021 / 15:49 Uhr

Wolfsburg plant ohne ihn: Aber Stefaniak sieht noch "einen kleinen Funken Hoffnung"

Wolfsburg plant ohne ihn: Aber Stefaniak sieht noch "einen kleinen Funken Hoffnung"

Marcel Westermann
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Hängt sich im Training rein, obwohl es für ihn in Wolfsburg wohl keine Zukunft mehr gibt: VfL-Offensivmann Marvin Stefaniak.
Hängt sich im Training rein, obwohl es für ihn in Wolfsburg wohl keine Zukunft mehr gibt: VfL-Offensivmann Marvin Stefaniak. © Roland Hermstein
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Der VfL Wolfsburg plant ohne Marvin Stefaniak. Doch der Flügelspieler hofft noch auf einen Verbleib beim Fußball-Bundesligisten und hängt sich dafür im Training ordentlich rein.

Eigentlich ist alles klar: Der VfL plant für die kommende Saison ohne Marvin Stefaniak, der Offensivmann soll sich einen neuen Verein suchen. Doch das ist für den Spielmacher, der in der vergangenen Saison an Dynamo Dresden ausgeliehen war, nach vier harten Jahren gar nicht so einfach. Und so hängt er sich dieser Tage beim Training des Wolfsburger Fußball-Bundesligisten voll rein, präsentiert sich auffällig - und hofft doch noch auf einen Verbleib: "Ich habe gesagt, dass ich alles für den kleinen Funken Hoffnung gebe, dass es hier für mich vielleicht doch weitergeht."

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Zusammen mit seinen Teamkollegen war Stefaniak am 1. Juli in die Vorbereitung gestartet, wohl wissend, dass seine Zukunft sehr wahrscheinlich nicht in Wolfsburg liegen wird. Das hat der Verein dem Spieler klar mitgeteilt. "Ich habe mit Sportdirektor Marcel Schäfer gesprochen und ihn gefragt, wie es aussieht. Er hat mir gesagt, dass es hier schwierig wird für mich", erzählt Stefaniak im SPORTBUZZER. Solange er in Wolfsburg ist, werde er aber "nicht aufgeben". Sollte es dann tatsächlich für ihn nicht reichen, "dann muss ich es akzeptieren".

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2017 war Stefaniak für etwa zwei Millionen Euro von Dynamo Dresden zum VfL gewechselt, doch durchsetzen konnte er sich in der VW-Stadt nie. Nach nur einem halben Jahr entschied er sich für eine Leihe zum 1. FC Nürnberg, kehrte dann nach Wolfsburg zurück, bestritt in der Saison 2018/19 aber kein einziges Pflichtspiel, ehe es anschließend auf Leihbasis für 15 Monate zu Greuther Fürth und daraufhin direkt zu seinem Ex-Klub nach Dresden in die 3. Liga ging. Im Sommer kehrte Stefaniak dann mit großem Tatendrang, aber auch "mit viel Demut" zurück zum VfL. Die Zeit hat ihn geprägt. "Ich habe viel dazugelernt in den letzten Jahren, weil ich viel einstecken musste. Ich habe viele Bücher gelesen, bin sehr gläubig geworden. Das hilft mir sehr", erzählt der 26-Jährige. Nun wolle er "einfach wieder Fußball spielen und zeigen, was ich drauf habe".

Was er leisten kann, zeigt Stefaniak in der Vorbereitung. Im Training gibt er Vollgas, ist agil, und auch in den Testspielen machte er auf sich aufmerksam. Bei den ersten drei Partien gegen die Zweitligisten Erzgebirge Aue, Hansa Rostock und Holstein Kiel durfte der Offensivmann ran. "Wir haben bis zu dem Zeitpunkt drei Tore geschossen, zwei davon habe ich vorbereitet", betont Stefaniak. "Ich bin der Meinung, ich habe meine Chance genutzt und mich gut präsentiert, aber letztlich liegt die Entscheidung beim Verein."

Zweifelsohne wird es schwierig für ihn, die Verantwortlichen doch noch von einem Verbleib zu überzeugen. Aber es spricht für Stefaniak, dass er sich nicht hängenlässt. "Ich bin einer der ersten, der kommt und einer der letzten, der geht. Ich mache alles, was in meinen Händen liegt", sagt der VfLer. Aber er weiß auch, dass die Konkurrenz groß und stark ist. Schließlich hat er auf der Zehn mit Maximilian Philipp und Admir Mehmedi harte Konkurrenz vor der Brust. Und auch auf den Außen sind die Wolfsburger gut besetzt. Selbst wenn der wechselwillige Josip Brekalo den Klub noch verlassen sollte (Lazio gilt als Kandidat), würde der VfL noch ein bis zwei neue Flügelspieler holen.

Stefaniak hängt sich rein beim VfL. "Ich kann in den Spiegel gucken und sagen, dass ich alles gebe, um einen Platz im Kader zu bekommen. Ich muss mich nicht verstecken", sagt der VfLer. Sollte es nicht reichen, könnte er sich bis Ende August noch einen anderen Verein suchen. So lange ist das Transferfenster noch geöffnet. Aber sein Wunsch ist ein anderer: "Natürlich würde ich gern beim VfL bleiben, weil ich weiß, dass es ein toller Verein und eine schöne Stadt für Familien ist."