30. September 2020 / 08:32 Uhr

Wolfsburg-Retter Vieirinha warnt vor AEK Athen: "Das wird ein schweres Spiel für den VfL"

Wolfsburg-Retter Vieirinha warnt vor AEK Athen: "Das wird ein schweres Spiel für den VfL"

Engelbert Hensel
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Vieirinha: Top-Leistung im Finale 2015, jetzt bei PAOK Saloniki. Dort Kapitän und Publikumsliebling.
Gewann mit dem VfL Wolfsburg den Pokal und wechselte dann zu PAOk Saloniki: Offensivdribbler Vieirinha.
Anzeige

Ein Sieg noch, dann hat der VfL Wolfsburg die Gruppenphase der Europa League erreicht. Diesen Sieg will Wolfsburg bei AEK Athen einfahren. Das wird aber nicht ganz so einfach, sagt VfL-Retter Vieirinha, der gerade vertragslos ist.

Eine englische Woche jagt die nächste für die VfL-Profis. Schon am Mittwoch gehen die Wolfsburger wieder auf Reisen – in der Europa-League-Quali steht am Donnerstagabend (20.45 Uhr, live bei Sport1) das heiße Play-Off-Spiel beim griechischen Erstligisten AEK Athen auf dem Programm. Gewinnt der Wolfsburger Fußball-Bundesligist dieses Spiel, steht er wie in der vergangenen Saison in der Gruppenphase der Europa League. Aber: Klappt das auch? Ex-VfLer Vieirinha glaubt, dass die Wolfsburger da eine hohe Hürde nehmen müssen. „Das wird ein schweres Spiel für den VfL, AEK ist heimstark.“

Anzeige

Vieirinha – er war der Spieler des Spiels, als der VfL 2015 im Finale des DFB-Pokals Borussia Dortmund mit 3:1 schlug, er war mit seinem Tor in Braunschweig Wolfsburgs Held der Bundesliga-Relegation 2017. Dann brach der kleine Portugiese seine Zelte in Wolfsburg ab, kehrte zu PAOK Saloniki zurück, wurde dort Kapitän und Publikumsliebling. Nun wird er am Donnerstag wie am Sonntag beim VfL-Spiel in Freiburg erneut vorm TV sitzen und zuschauen. Der 34-Jährige, der in Wolfsburg sowohl hinten rechts als auch auf dem offensiven Flügel für Dampf gesorgt hatte, schaut den VfL im TV, wann immer es geht, denn: „Ich habe immer noch eine spezielle Bindung zu diesem Verein“, sagt der Europameister von 2016.

Mehr zum VfL Wolfsburg

Vieirinha hatte schon vor seinem Wechsel nach Wolfsburg in Griechenland gespielt, insgesamt hat er 218 Spiele für PAOK gemacht. Er kennt die Liga also bestens. Was ist das für ein Team, auf das der VfL da nun trifft? „Das ist ein bisschen schwer zu sagen, weil sie viele neue Spieler geholt haben“, so der Ex-Wolfsburger. Kurz vor dem Jahreswechsel hatte mit Massimo Carrera dann ein neuer Trainer übernommen, dessen Team nun mit zwei Siegen in die neue Saison gestartet ist. Am Sonntag beim 3:0 gegen AS Lamia ließ der Italiener in einem 4-3-3 spielen – und schonte einige seiner Top-Spieler für die Partie gegen den VfL.

Anzeige

Auf wen gilt es in diesem K.o.-Spiel besonders zu achten? „Sie haben vorn sehr gefährliche Spieler“, sagt Vieirinha. „Da ist zum einen Nelson Oliveira, den ich gut kenne.“ Weil er wie der Ex-Wolfsburger Portugiese ist. Oliveira ist einer, der weiß, wo das Tor steht: In 34 Pflichtspielen in der vergangenen Saison hat der 29-jährige Mittelstürmer 16 Mal getroffen, zudem neun Tore vorbereitet.

Aufpassen müsse die VfL-Defensive auch auf Marko Livaja (15 Tore, 12 Vorlagen in 42 Pflichtspielen im letzten Jahr) und auf Petros Mantalos (11 Tore, 13 Vorlagen in 41 Pflichtspielen im letzten Jahr), der auch Kapitän der Truppe ist. Vieirinha: „Diese Drei können den Unterschied machen. Auf sie muss man besonders aufpassen.“ Und wer ist aus seiner Sicht der gefährlichste AEK-Kicker? „Livaja“, sagt Vieirinha ohne zu zögern.

Der Kroate sei schwer zu packen. „Er hat viel den Ball, ist technisch gut – er kann links spielen, er kann rechts spielen.“ Insgesamt verfüge AEK über „ein gutes Team mit einem guten Spirit“. Ein Team mit einem guten Spirit, in das sich auch Neuzugang Levi Garcia gut eingefügt habe. Den Flügelspieler aus Trinidad und Tobago hat AEK gerade von Beitar Jerusalem verpflichtet. Vieirinha: „Ein physisch starker Spieler, er hat im letzten Spiel getroffen und hat insgesamt gut gespielt.“

Bleibt die Frage: Wer schafft den Sprung in die Gruppenphase, wer ist der Favorit für Griechenland-Experte Vieirinha? „Wolfsburg ist der Favorit, weil es individuell besser besetzt ist, aber in einem Spiel und dann auch noch auswärts ist das eine 50:50-Sache. In einem Spiel kann alles passieren.“

Vieirinha selbst ist gerade vertragslos, dabei wollte er seine Karriere bei PAOK beenden. „Als ich PAOK verlassen habe und nach Wolfsburg gewechselt bin, habe ich gesagt, dass ich irgendwann zurückkehren möchte nach Saloniki, um mit dem Klub Titel zu gewinnen – ich wollte meine Karriere hier beenden, aber es kam anders – so ist Fußball manchmal“, sagt Vieirinha geknickt.

Sein Vertrag war im Sommer ausgelaufen, es kam zu keiner Einigung – obwohl PAOK mit Olaf Rebbe seit Juni einen Sportdirektor hat, den Vieirinha schon aus Wolfsburg kannte, auch beim VfL war Rebbe in dieser Position, bevor er im April 2018 hatte gehen müssen. Wie geht es für Vieirinha weiter? „Ich habe Angebote und überlege. Die Entscheidung ist nicht so einfach – ich muss an die Familie denken, muss schauen, was für uns alle das Beste ist.“