20. Juli 2021 / 17:37 Uhr

Wolfsburg-Rückkehrer Nmecha: "Ich werde zeigen, was ich kann"

Wolfsburg-Rückkehrer Nmecha: "Ich werde zeigen, was ich kann"

Engelbert Hensel
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Gut gelaunt beim Trainingslager-Interview: Lukas Nmecha, der Neuzugang des VfL Wolfsburg.
Gut gelaunt beim Trainingslager-Interview: Lukas Nmecha, der Neuzugang des VfL Wolfsburg. © Roland Hermstein
Anzeige

Beim ersten Mal passte es nicht. Aber im zweiten Anlauf soll es für Lukas Nmecha beim VfL Wolfsburg besser laufen. Der U21-Europameister will sich über den VfL für die Nationalmannschaft empfehlen.

VfL Wolfsburg, zweiter Versuch: Eineinhalb Jahre nach seinem ersten Engagement beim Wolfsburger Fußball-Bundesligisten ist Lukas Nmecha zurück. Der Stürmer will nun das nachholen, was ihm im ersten Anlauf nicht gelang - sich in der Bundesliga durchsetzen. Und der Angreifer, der von Manchester City kam, will über den VfL den Sprung in die Nationalelf schaffen.

Anzeige

Aber dass er nach den für ihn nicht guten fünf Monaten in der zweiten Jahreshälfte 2019 in Wolfsburg noch einmal beim VfL landen könnte, überraschte ihn. "Das erste Mal war eigentlich nicht so optimal." Nmecha kam unter Ex-VfL-Trainer Oliver Glasner wenig bis gar nicht zum Zug: "Bei ihm war es so, dass er nicht viele Wechsel vorgenommen hat. Ich würde sagen, wir waren nicht die besten Freunde. Verschiedene Trainer haben verschiedene Meinungen, ein Trainer kann für den einen sehr wichtig sein, für den anderen nicht."

Mehr zum VfL Wolfsburg

Er sei noch jung und brauche Vertrauen. "Wenn ich ein schlechtes Spiel mache, möchte ich nicht, dass der Trainer mich für zwei Monate nicht mehr spielen lässt. Es ist bei jedem so mit dem Vertrauen. Als ich bei Anderlecht war, hatte ich dieses Vertrauen." Diese Vertrauen wünscht er sich nun auch bei seiner Rückkehr. Nmecha: "Ich habe mit dem Trainer gesprochen, und er wollte mich hier haben. Das war letztes Mal vielleicht nicht so. Ich freue mich einfach, hier zu sein und zu spielen."

In fünf Monaten Wolfsburg war Nmecha bei seiner Leihe 2019 auf insgesamt zwölf Einsätze gekommen - sechsmal in der Bundesliga, fünfmal in der Europa League sowie einmal im DFB-Pokal. Für den 22-Jährigen, der Spielpraxis braucht, um sich weiterentwickeln zu können, viel zu wenig. Nach seiner Top-Saison beim RSC Anderlecht (21 Tore in 41 Pflichtspielen) hatten ihn auch andere Klubs auf der Liste. Aber nach den Telefonaten mit van Bommel dachte Nmecha um.

Van Bommel erklärte dem U21-Europameister, wie er mit ihm plant. Nmecha: "Natürlich kann ein Trainer nie sagen, dass ich hundertprozentig spiele, aber wenn ich mein Bestes gebe, bekomme ich bestimmt einen Platz." Und: "Ich habe in der vergangenen Saison viel gespielt, viel gelernt und eine gute Saison gespielt. Da möchte ich einfach weitermachen. Ich glaube schon, dass ich ein besserer Spieler bin. Ich möchte ein Top-Stürmer werden. Ich werde zeigen, was ich kann.“

Im VfL-Sturmzentrum, das weiß Nmecha, ist VfL-Torjäger Wout Weghorst gesetzt. "Wout macht es richtig gut. In der Box ist er ein Killer – so möchte ich auch sein. Ich kann aber auch außen und auf der Zehn spielen." Aber der Trainer wisse auch, "dass meine Lieblingsposition die des Mittelstürmers ist. Da muss ich mich reinarbeiten", so Nmecha, der bei der U21-EM jüngst gezeigt hatte, wie wertvoll er für ein Team sein kann. Nmecha traf nicht nur, sondern arbeitete auch viel für die Mannschaft.


Nmechas Vorgänger - Die Nummer 10 beim VfL Wolfsburg

Wolfsburger Zehner Zur Galerie
Wolfsburger Zehner ©

In Wolfsburg hat er sich für das Trikot mit der Nummer 10 entschieden - im Fußball eine besondere Nummer, die in Wolfsburg ewig mit Ex-VfLer Krzysztof Nowak (starb im Mai 2005) verbunden sein wird. Zudem trugen noch Stars wie Stefan Effenberg, Claudio Reyna oder Julian Draxler diese Nummer. "Sieht gut aus, oder?", sagt ein gut gelaunter Nmecha, als er mit seinem Finger auf die 10 seines Shirts zeigt und lacht. "Ich hatte auch bei der EM die 10. Es ist eine Nummer, die ich geil finde." Gleichwohl betont er: "Ein klassischer Zehner bin ich nicht, sie war frei und dann wollte ich sie haben."

Über den VfL will sich der Torschützenkönig der letzten U21-EM für die A-Nationalmannschaft empfehlen. „Das war ein Grund, warum ich jetzt in der Bundesliga bin. Ich bin mir auch sicher, durch das Training hier werde ich auf dieses Level kommen", sagt Nmecha. Die WM Ende des nächsten Jahres sei "ein Traum" für ihn. Aber um sich den verwirklichen zu können, "muss ich jetzt wirklich alles reinmachen", betont der Stürmer. Wie viele Tore hat er sich zum Ziel gesetzt? Nmecha grinsend: "Das verrate ich nicht."

Übrigens: City kann ihn per Klausel zurückholen, aber Nmecha selbst denkt nach einigen Vereinswechseln zuletzt nur an den VfL. Er ist gekommen, um zu bleiben. Nmecha lächelnd: "Ja, so kann man das sagen."