27. Januar 2021 / 15:01 Uhr

Wolfsburg-Shootingstar Lacroix: "Coman war mein stärkster Gegenspieler"

Wolfsburg-Shootingstar Lacroix: "Coman war mein stärkster Gegenspieler"

Engelbert Hensel
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Fühlt sich beim VfL und in Wolfsburg pudelwohl: Neuzugang Maxence Lacroix.
Feste Größe in der Abwehr des VfL Wolfsburg: Maxence Lacroix. © dpa
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Maxence Lacroix hat sich in Windeseile zu einer festen Größe beim Fußball-Bundesligisten VfL Wolfsburg entwickelt. Das vergangene halbe Jahr sei für ihn ein Traum gewesen, sagt der Abwehrmann, der sich gern mit Zahlen beschäftigt.

So jung, aber schon so gut – und schon so abgezockt: Maxence Lacroix hat nach seinem Wechsel im Sommer aus der zweiten französischen Liga (FC Sochaux) beim VfL einen Traum-Start hingelegt und ist beim Wolfsburger Fußball-Bundesligisten innerhalb eines halben Jahres zum Shootingstar gereift. Der Innenverteidiger ist aus der Mannschaft nicht mehr wegzudenken, warum, bewies er erst am Samstag beim 1:0-Sieg in Leverkusen wieder.

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In der dritten Minute hatte Bayer die dicke Chance zur Führung, aber Lacroix rettete tiefenentspannt vor dem nachsetzenden Leverkusener Stürmer Lucas Alario. Statt die Kugel aus der Gefahrenzone rauszuhauen, ließ er den Angreifer mit einer Körpertäuschung ins Leere laufen. Lacroix: „Mein erster Gedanke war, wenn ich schieße, kann er den Ball abblocken.“ Dann wäre die Kugel möglicherweise im eigenen Tor gelandet. Daher entschied er sich für diese ganz coole Finte.

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„Er ist ein schlauer Junge“, sagt VfL-Kapitän Josuha Guilavogui über seinen Landsmann aus Frankreich. „Das ist einfach meine Art zu spielen“, so Lacroix. Er habe das Gespür dafür, wie er sich in solchen Momenten zu verhalten habe. Das gelte auch für Mega-Tacklings, wie er sie jüngst beim 2:2 gegen Leipzigs Amadou Haidara oder beim 2:0 in Mainz gegen 05-Stürmer Jonathan Burkardt gezeigt hatte. „Ich mache das instinktiv“, so der bärenstarke Franzose. „Um so zu spielen, brauche ich das Vertrauen das Trainers – und das bekomme ich.“ Und dieses Vertrauen zahlt der 20-Jährige mit starken Leistungen zurück.

Lacroix war fast immer top – das haben auch die besten Stürmer der Liga zu spüren bekommen, die legte er fast alle an die Kette. Besonders schwer sei das bei seinem Landsmann und Bayern-Star Kingsley Coman gewesen. Lacroix: „Er war mein stärkster Gegenspieler. Ich bin schnell, aber er ist sehr schnell - ein Weltklasse-Spieler.“

Dass Lacroix so schnell so wichtig werden konnte beim VfL, sei einer guten Integration zu verdanken. Guilavogui etwa war und ist für ihn eine wichtige Bezugsperson. „Ich bin sehr glücklich, hier zu sein, ich bin gekommen, um zu spielen und muss mich bei Jörg Schmadtke und Marcel Schäfer bedanken. Sie haben mich geholt", so der Sommer-Neuzugang.

Beide waren von den Qualitäten des Abwehrspielers überzeugt, dass Lacroix jedoch so schnell den Sprung schafft, überraschte auch den erfahrenen Manager. „Dass jemand, den du aus einer unteren Liga aus dem Ausland holst, der die Sprache nicht kann, sich so schnell und so gut integriert, ist eher die Ausnahme. Er scheint an einem Ort angekommen zu sein, der für ihn passt“, sagt Schmadtke über den Innenverteidiger, der die Nationalelf im Hinterkopf hat. Aber Priorität habe der VfL, mit ihm will er ins internationale Geschäft. „Unser Ziel ist es, unter die Top Sechs zu kommen, gern auch mehr“, so Lacroix.


In seiner Freizeit lernt er Deutsch und beschäftigt sich mit Zahlen. „Ich lese gern.“ In erster Linie „Wirtschaftslektüre. Ich habe in Frankreich ein Wirtschafts-Diplom gemacht“, erzählt der Wolfsburger. „Es gibt viele, die mit ihrem Geld schlecht umgegangen sind. Ich will wissen, was man machen muss, um das Geld richtig anlegen zu können.“