08. Dezember 2020 / 18:00 Uhr

Wolfsburg-Sorgenkind Ginczek: "Es ist noch nicht zu Ende"

Wolfsburg-Sorgenkind Ginczek: "Es ist noch nicht zu Ende"

Engelbert Hensel
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
 vl Felix Uduokhai Augsburg, 19, Daniel Ginczek Wolfsburg, 33 Zweikampf, Duell, Kampf, tackle beim Spiel in der Fussball Bundesliga, VfL Wolfsburg - FC Augsburg. Wolfsburg. 04.10.20 Fussball , Wolfsburg Niedersachsen Deutschland *** vl Felix Uduokhai Augsburg, 19 , Daniel Ginczek Wolfsburg, 33 Duel, fight, tackle during the match in the German Football League, VfL Wolfsburg FC Augsburg Wolfsburg 04 10 20 Football , Wolfsburg Lower Saxony Germany
Comeback: Daniel Ginczek (v.) vom VfL Wolfsburg. © imago images/masterpress
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Daniel Ginczek - er hat in seiner Karriere schon viele Rückschläge hinnehmen müssen. In Köln war er nach einer Rückenverletzung erstmals wieder für den VfL Wolfsburg im Einsatz. Bitter: Josip Brekalo und Renato Steffen mussten Training vorzeitig beenden.

Am Samstag beim 2:2 des VfL in Köln durfte Daniel Ginczek endlich wieder das machen, was er am liebsten macht: Fußballspielen. Der Körper des torgefährlichen Stürmers hatte in den Wochen zuvor gestreikt. Mal wieder. Aber der Angreifer des Wolfsburger Fußball-Bundesligisten lässt sich von derart Rückschlägen nicht mehr runterziehen.

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Wenn man Verletzungen hatte, die schwierig waren, "die teilweise operiert worden sind", könne es immer Rückschläge geben. "Es kann immer Tage geben, an denen es gut ist und welche, an denen es schlechter ist“, sagt der 29-Jährige und fügt hinzu: „Es liegt in meiner Verantwortung, dass es jeden Tag gut ist.“ Und gerade sei er gut drauf. Auch, weil er selbst viel dafür getan hat, dass er nach der Rückenverletzung schnell wieder zurückkehren kann. Einen Tag vor dem ersten Lockdown in diesem Jahr war das eigene Gym in der Garage fertig. „Seitdem nutzen auch meine Frau und unsere Kinder es, aber nicht mehr als ich“, sagt Ginczek schmunzelnd.

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Ginczek kann mit den Nackenschlägen umgehen. „Ich glaube, das ist ein ständiger Begleiter in deiner Karriere. Ich glaube, es gibt wenig Spieler, die gefühlt seit zehn Jahren durchspielen können“, sagt Wolfsburgs Nummer 33. Er habe schon weitaus schlimmere Rückschläge als den jetzt in seiner Karriere verarbeiten müssen. Jetzt hat er drei Wochen gefehlt. „Und bei drei Wochen bin ich da wirklich entspannt mittlerweile.“ Es bringe auch nichts, nach Verletzungen Frust zu schieben. „Ich habe immer gezeigt, dass ich zurückkommen kann. Und ich glaube, Spieler mit meinen Verletzungen, spielen teilweise nicht mehr auf dem Niveau.“ Auf seinem Niveau. Er sei eine Kämpfernatur, die zeigen möchte: „Es ist noch nicht zu Ende.“

Die Karriere des Ex-Stuttgarters war bisher von zahlreichen Ausfällen geprägt - einige kleinere Beschwerden, aber auch große Verletzungen machten Ginczek das Leben schwer. Unter anderem mit zwei Kreuzbandrissen sowie einem Bandscheibenvorfall hatte er schon zu kämpfen. Jetzt war es mal wieder der Rücken, der Schmerz strahlte bis ins Bein. Woher die Verletzung rührte? „Ich weiß es nicht“, so der Dreifach-Papa. „Vielleicht waren es Fehlbelastungen.“

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„Mal wieder ein Spiel von Anfang an machen"

Bei hundert Prozent ist er noch nicht, das könne er auch noch nicht sein, dafür braucht es Spielpraxis. „Ich bin jetzt reingekommen in Köln, es hat sich gut angefühlt. Ich glaube, ich habe es auch nicht so schlecht gemacht dafür, dass ich so lange nicht gespielt habe“, so Ginczek. Am 4. Oktober beim 0:0 gegen Augsburg hatte der Ex-Stuttgarter zuvor zuletzt für den VfL spielen können. Beim Spiel danach in Gladbach hatte er wegen muskulärer Probleme gefehlt - und gegen Bielefeld sowie bei Hertha BSC war Wolfsburgs Nummer 33 nicht eingewechselt worden. Vorm Hoffenheim-Spiel dann das Aus.

Am 16. Mai beim 2:1 in Augsburg (Rückrunde, vergangene Saison) war Ginczek sein bislang letztes Bundesliga-Tor gelungen, in dieser Spielzeit kommt er gerade mal auf 156 Pflichtspiel-Minuten. Sein kurzfristiges Ziel? „Mal wieder ein Spiel von Anfang an machen – und treffen natürlich!“

Brekalo und Steffen angeschlagen, Kapitän dabei

Während Ginczek bei der ersten Einheit der Woche voll mitwirken konnte, war die für die beiden VfL-Flügelspieler Josip Brekalo und Renato Steffen vorzeitig beendet. Brekalo war leicht umgeknickt und trat daraufhin den Gang in die Kabine an, Steffen musste das Training wegen Adduktoren-Problemen beenden. Brekalo soll am Mittwoch wieder mitwirken können, bei Steffen ist es noch offen. Erfreulich: Mit Josuha Guilavogui konnte erstmals wieder der Kapitän dabei sein. Der Franzose hatte zuletzt wegen einer Muskelverletzung im Oberschenkel pausieren müssen. Auch Offensivmann Joao Victor (fehlte in Köln wegen einer Fußprellung) konnte wieder mitwirken.

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