21. Juni 2021 / 16:46 Uhr

Wolfsburg-Talent Kasten über Wechsel nach St. Pölten: "Könnte ein möglicher Schritt sein"

Wolfsburg-Talent Kasten über Wechsel nach St. Pölten: "Könnte ein möglicher Schritt sein"

Engelbert Hensel, Marcel Westermann
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Bald für SKN St. Pölten im Einsatz? Lino Kasten vom VfL Wolfsburg.
Bald für SKN St. Pölten im Einsatz? Lino Kasten vom VfL Wolfsburg. © Boris Baschin
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Beim VfL Wolfsburg wird Torwart-Talent Lino Kasten vermutlich auch in der kommenden Saison keine Spielpraxis bekommen - eine Leihe zu Kooperationspartner SKN St. Pölten steht daher im Raum. Ein Karriere-Schritt, mit dem sich der 20-Jährige bereits beschäftigt hat.

Koen Casteels ist beim VfL als Nummer 1 gesetzt, Pavao Pervan die feste Nummer 2 – mit Niklas Klinger und Lino Kasten hat der Wolfsburger Fußball-Bundesligist zwei hoffnungsvolle Keeper in der Hinterhand, die bei den Profis trainieren. Aber der Sprung in die Bundesliga ist noch zu groß. Für beide. Und so läuft es wohl bei Kasten auf ein Leihgeschäft zum neuen Kooperationspartner SKN St. Pölten hinaus. Kasten hat sich mit dem Klub aus Niederösterreich, der gerade in die 2. Liga abgestiegen ist, bereits beschäftigt.

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„Das könnte ein möglicher Schritt sein. Ich kann nicht viel zum Niveau der österreichischen 2. Liga sagen und habe mir daher ein paar Meinungen eingeholt“, sagt der gebürtige Berliner und fügt hinzu: „Die oberen Mannschaften kann man offenbar mit der 3. Liga in Deutschland vergleichen. Aber man darf bei St. Pölten nicht nur auf das nächste Jahr schauen. Das Ziel ist ja, dass sie direkt wieder aufsteigen. Und wenn das klappt, wäre das Niveau in der 1. Liga im zweiten Jahr einer möglichen Leihe schon sehr gut.“ Allerdings: Ein Abschied wäre nicht einfach für ihn, wie er sagt, „aber um den nächsten Schritt zu machen, müsste ich das in Kauf nehmen. Und es wäre ja auch kein Abschied für immer“, so der Torhüter.

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Vor ein paar Jahren hatte er von einem Freund den Spitznamen "The Berlin Wall" - die Berliner Mauer - bekommen. "Er meinte, mich kann keiner überwinden", erzählte Kasten mal schmunzelnd. Aber wie gut er ist, konnte er in der vergangenen Saison selten bis gar nicht beweisen. Der Sprung nach ganz oben ist noch zu groß – und die U23 war wegen Corona kaum im Einsatz.


Einzig bei den Niederlagen gegen Rehden und Werder Bremen II im Oktober des vergangenen Jahres hatte Kasten in der Kiste gestanden. Jüngst gab der VfL dann bekannt, dass er im Zuge der Kooperation mit den Österreichern die U23 auflösen wird. Und so fehlt Kasten beim VfL die Möglichkeit, Spielpraxis zu sammeln, die es aber für einen wie ihn, der sich stetig weiterentwickeln möchte, zwingend braucht.

Der 20-Jährige bestätigt, dass das vergangene Jahr für ihn „nicht so leicht“ gewesen sei, „da ich nicht so viele Spiele machen konnte. Trotzdem habe ich einen großen Schritt nach vorn gemacht, was meine Entwicklung angeht, da wir im Torhüter-Team so gut aufgestellt sind, wie kaum ein anderer Klub in der Liga.“ Kasten lernt von Casteels („Mit Koen haben wir einen der drei besten Torhüter der Liga, da kann ich mir viel abschauen“) und natürlich von Pascal Formann („Wir haben einen super Torwarttrainer“), den Vertrag des Torwarttrainers hat der Klub gerade langfristig verlängert.

Beim VfL trainiert Kasten also mit den Besten, er selbst weiß, dass er trotz einer tollen Entwicklung noch Luft nach oben hat. „Wo ich mich am meisten entwickeln kann, ist die Arbeit mit den Füßen“, sagt er. „Man sieht im modernen Fußball, wie wichtig es ist, dass ein Torhüter wie ein Sechser spielen und die Bälle verteilen kann. Wenn du nach ganz oben möchtest, musst du in dem Bereich top sein.“ Und Kasten will nach ganz oben, aber dafür muss er spielen – wahrscheinlich in St. Pölten, wo er zusammen mit Abwehrmann Tim Siersleben und Offensiv-Spieler Ole Pohlmann kicken könnte. Auch sie sind Kandidaten für eine Leihe zum SKN.