01. November 2020 / 22:41 Uhr

Wolfsburg-Trainer Glasner: "Fünf Unentschieden ist nicht ganz das, was wir wollten..."

Wolfsburg-Trainer Glasner: "Fünf Unentschieden ist nicht ganz das, was wir wollten..."

Engelbert Hensel und Jürgen Braun
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Baku trifft, Trainer Glasner und der VfL müssen auch in Berlin mit einem Punkt leben
Baku trifft, Trainer Glasner und der VfL müssen auch in Berlin mit einem Punkt leben © dpa / Imago Images
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1:1 in Berlin: Im sechsten Liga-Spiel der Saison kommt der VfL Wolfsburg zum fünften Mal zu einem Remis - mehr war nach einer mauen zweiten Halbzeit nicht drin.

Wenn’s weder Fisch noch Fleisch ist – dann ist es der VfL Wolfsburg. Der Fußball-Bundesligist kommt im Oberhaus nicht so recht von der Stelle, klebt mit nun acht Punkten im Mittelfeld der Tabelle. Beim 1:1 (1:1) gestern Abend bei Hertha BSC brachte Matheus Cunha die Hauptstädter in Führung, Ridle Baku sorgte für den Ausgleich, nach der Pause hatte der VfL etwas Glück, dass die Berliner nicht zum Siegtreffer kamen. Für den VfL bleibt es damit dabei: Er gewinnt selten, verliert nie (was sonst nur Leverkusen gelang), kassiert kaum Tore (nur Dortmund stand stabiler), seltener treffen aber nur die anerkannt schwachbrüstigen Teams von Schalke 04 und Bielefeld.

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Der VfL Wolfsburg bei Hertha BSC - Die Bilder

Trainer-Plausch: Bruno Labadia (l.) und Oliver Glasner vor Spielbeginn. Zur Galerie
Trainer-Plausch: Bruno Labadia (l.) und Oliver Glasner vor Spielbeginn. ©

Auffällig auch: Licht und Schatten von Halbzeit zu Halbzeit gab es auch in Berlin wieder. Coach Oliver Glasner: „Es war eine sehr gute Anfangsphase“, trotz des Berliner Tores habe es eine „tolle Reaktion und schöne Angriffe“ gegeben. Aber: „Ende der erste Halbzeit und vor allen in den ersten 20 Minuten der zweiten Halbzeit hatten wir viele einfache Ballverluste.“ Da waren die Berliner „mit ihrer Offensivpower sehr gefährlich“. Man habe das aber „gut verteidigt und es nach hinten heraus geschafft, für Entlastung zu sorgen.“ Fazit: „Ich denke, dass der Punkt in Ordnung geht und wir mit diesem Punkt zufrieden nach Hause fahren können.“

Manager Jörg Schmadtke sah es ähnlich: „Wir haben auswärts einen Punkt mitgenommen, das ist okay. Die zweite Halbzeit war nicht so doll, in der ersten haben wir es gut gemacht.“ Weil es nach dem Seitenwechsel „nicht mehr funktioniert hat, für Entlastung zu sorgen, müssen wir mit dem Punkt zufrieden sein.“

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Erfreulich immerhin: Platz sechs ist nur zwei Punkte weg, zu den Abstiegsrängen gibt es immerhin sechs Punkte Abstand. Wie beurteilt der Coach den Blick auf die Tabelle? „Fünf Unentschieden ist nicht ganz das, was wir wollten“, gibt er zu, begründet das aber auch mit dem „heftigen Programm mit kurzer Vorbereitungszeit“. Hinzu kamen „schwierige Auswärtsspiele wie dieses in Berlin, in Freiburg, in Gladbach. Der Auftakt ist okay, aber klar ist, dass wir den einen oder anderen Sieg lieber auf unserem Konto hätten.“

Nicht alles gut, nicht alles schlecht, nicht Fisch, nicht Fleisch, für die sportliche Leistung gilt Ähnliches. „Die Organisation machen wir sehr gut“, meint Glasner vor allem mit Blick auf die Defensive. „Im Angriffsdrittel“ sieht er Nachholbedarf im Training, „da werden wir Schwerpunkte setzen“, deshalb sei er „sehr zuversichtlich, dass wir die Tor-Quote heben werden“.

Der VfL 2020 - Weder Fisch noch Fleisch

Weder Fisch noch Fleisch – heißt bei Wolfsburg in der Anfangsphase dieser Saison aber auch: Man bleibt für Gegner schwer verdaulich und wenn man wenigstens ab und an einen Sieg einstreut, dann muss man in der Tabelle nicht verhungern und bleibt in der Nähe der Fleischtöpfe.

In dieser Hinsicht darf das kommende Programm Hoffnung machen: gegen Hoffenheim, auf Schalke, gegen Bremen, in Köln. Köln und Schalke haben gar noch weniger Siege als Wolfsburg, genau einen weniger, nämlich gar keinen. Im Vergleich zu den „schwierigen Auswärtsspielen“ sind das Gegner, gegen die ein Team wie der VfL Wolfsburg mal den einen oder anderen Sieg landen sollte. Dann täte sogar mal die unweigerlich kommende Niederlage nicht weh.

<b>Koen Casteels</b>: Beim Gegentor ohne Chance, kurz nach dem Seitenwechsel ganz starke Fußabwehr gegen Lukebakio, sehr aufmerksam. - Note: 2 Zur Galerie
Koen Casteels: Beim Gegentor ohne Chance, kurz nach dem Seitenwechsel ganz starke Fußabwehr gegen Lukebakio, sehr aufmerksam. - Note: 2 ©

Schmadtke und Labbadia: "Eine Umarmung war auch dabei"

So friedlich-schiedlich wie das Ergebnis war auch das VfL-Wiedersehen mit Bruno Labbadia. Der Hertha-Trainer Bruno Labbadia lernte seinen Wolfsburg-Nachfolger Oliver Glasner kennen, beide plauderten vorm Spiel ebenso angeregt wie später Labbadia und VfL-Manager Schmadtke, die in Wolfsburg nicht immer auf einer Wellenlänge lagen. „Wir haben uns ganz normal unterhalten“, so Schmadtke. „Zum Beispiel über die Besonderheiten zu Corona-Zeiten. Eine Umarmung war auch dabei, wir sind ja beide getestet – außerdem war es außerhalb des Kamera-Sichtfeldes, ich glaube nicht, dass wir da Strafen zu befürchten haben...“