18. März 2021 / 21:33 Uhr

Wolfsburg-Trainer Glasner zu Arnold: „Warum spielst du eigentlich nicht in der Nationalmannschaft?"

Wolfsburg-Trainer Glasner zu Arnold: „Warum spielst du eigentlich nicht in der Nationalmannschaft?"

Engelbert Hensel
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Lobt Maximilian Arnold: Oliver Glasner, der Trainer des VfL Wolfsburg.
Lobt Maximilian Arnold: Oliver Glasner, der Trainer des VfL Wolfsburg. © dpa
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Bundestrainer Jogi Löw gibt am Freitag seinen Kader für die in der nächsten Woche anstehenden Länderspiele bekannt - ist Maximilian Arnold vom VfL Wolfsburg da dabei? VfL-Trainer Oliver Glasner wünscht es dem Wolfsburger Eigengewächs.

Der VfL vorm Spiel bei Werder – Eigengewächs Maximilian Arnold will mit dem Wolfsburger Fußball-Bundesligisten am Samstag (15.30 Uhr) in Bremen den nächsten Sieg einfahren, darauf ist er fokussiert. Möglicherweise geht der 26-Jährige doppelt motiviert in das Nord-Duell, wenn Bundestrainer Jogi Löw ihn am Freitag für die nach dem Wochenende anstehenden Länderspiele nominieren sollte. Die sportlich Verantwortlichen des VfL haben sich öffentlich klar positioniert und gesagt, dass Arnold längst mal wieder eine Chance in der Nationalelf verdient hätte.

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Sowohl Manager Jörg Schmadtke als auch Sportdirektor Marcel Schäfer und Trainer Oliver Glasner hatten zuletzt gelobt, dass der VfL-Taktgeber auf einem konstant hohen Niveau spiele. Glasner erinnerte sich am Donnerstag bei der Spieltags-Pressekonferenz an seine ersten Begegnungen mit dem VfL-Mittelfeld-Chef. „Nachdem ich hierherkam, habe ich ihn relativ schnell gefragt: Warum spielst du eigentlich nicht in der deutschen Nationalmannschaft. Denn die Voraussetzungen dafür bringst du meiner Meinung nach mit“, so der Österreicher, der 2019 aus Linz nach Wolfsburg gekommen war.

So dachte Glasner „damals“ über Arnold – und so denkt er auch heute noch über den lauf- und kampfstarken Mittelfeldmann. Er bringe alles mit, „was der moderne Fußball an Anforderungen an seine Position stellt. Wo er sich sicherlich deutlich verbessert hat, ist die Dynamik seines Spiels“, lobt Glasner. Früher habe sich Arnold häufig auf seine Pass-Qualität verlassen, „er war eher der Ballverteiler. Jetzt hat er viel mehr Dynamik in beide Richtungen bekommen.“

Arnold komme als defensiver Mittelfeldspieler immer häufiger in den Spielen auch zu Abschlüssen. Drei Tore und fünf Vorlagen hat Arnold in 28 Pflichtspielen in dieser Saison auf seinem Konto. Glasner: „Er hat sich in vielen Bereichen weiterentwickelt. Das hat er sich alles selbst zu verdanken. Denn er hat sich nie zurückgelehnt und gesagt: Ich spiele jetzt schon seit zehn Jahren beim VfL Wolfsburg, ich war schon in der Champions League, ich weiß alles, ich kann alles, ich habe alles gesehen.“

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Arnold hat sich zu einem Top-Spieler entwickelt, zu einem, der einmal (im Sommer 2014) bei der Nationalelf dabei war und jetzt auf eine neue Chance hofft. Glasner: „Ich würde mich riesig für ihn freuen, wenn Jogi Löw ihn nominiert. Und wenn nicht, dann freue ich mich auch, weil der Max dann ein paar freie Tage bekommt.“

Deutschland trifft auf Island, Rumänien und Nordmazedonien. Der Länderspiel-Dreierpack bildet den Auftakt der Qualifikation für die WM 2022 in Katar. Für Löw sind es die ersten Partien nach seiner Abschiedsankündigung für die Zeit nach der EM im Sommer. Sie sind zudem die letzte Möglichkeit für den Bundestrainer vor der EM-Kader-Nominierung im Mai, Personal zu testen.


Ob Arnold dabei ist, ist noch offen, andere VfLer wie Koen Casteels (Belgien) oder Xaver Schlager (Österreich) werden zu ihren Nationalteams reisen – jedoch nicht bei jedem Länderspiel dabei sein. Die VfL-Haltung in Zeiten von Corona ist klar: „Wenn jemand in ein Land reisen müsste und deshalb danach für zwei Wochen in Quarantäne muss, geben wir ihn dafür nicht frei“, so Glasner. Für die Spieler sei diese Haltung nachvollziehbar und verständlich. „Sie akzeptieren das so.“