22. Februar 2022 / 18:04 Uhr

Wolfsburg-Trainer Kohfeldt: Gladbach-Klatsche darf uns nicht interessieren

Wolfsburg-Trainer Kohfeldt: Gladbach-Klatsche darf uns nicht interessieren

Engelbert Hensel
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Der Blick geht Richtung Gladbach: Aber das 0:6 des kommenden VfL-Gegners in Dortmund soll das Team von Trainer Florian Kohfeldt (M.) ausblenden.
Der Blick geht Richtung Gladbach: Aber das 0:6 des kommenden VfL-Gegners in Dortmund soll das Team von Trainer Florian Kohfeldt (M.) ausblenden. © DPA
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Der VfL Wolfsburg hat am Samstag eine komplizierte Aufgabe vor der Brust. Gegner Borussia Mönchengladbach hat gerade mit 0:6 in Dortmund verloren, der Klub läuft seinen Zielen hinterher und der Trainer steht in der Kritik. Aber all das dürfe bei den Niedersachsen keine Rolle spielen, sagt Trainer Florian Kohfeldt.

Der VfL am Samstag (15.30 Uhr) in Gladbach – das Spiel zweier Klubs, die am vergangenen Spieltag jeweils eine Niederlage hatten einstecken müssen. So etwas ist immer ärgerlich, gleichwohl dürfen aber die Art und Weise, wie die Pleite zustande gekommen ist, und die Höhe der Niederlage bei der Bewertung nicht außer Acht gelassen werden. Während der VfL beim 1:2 gegen Hoffenheim ein sehr ordentliches Spiel machte, im spielerischen Bereich so gut war wie länger nicht mehr, ging Gladbach beim 0:6 in Dortmund unter. Aber diese Klatsche darf in den Köpfen der Wolfsburg-Profis keine Rolle spielen, fordert Trainer Florian Kohfeldt.

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„Wir sollten ganz, ganz vorsichtig damit sein, uns darüber Gedanken zu machen, wie es in Gladbach ist“, mahnt der VfL-Coach. „Wir müssen uns damit beschäftigen, dass wir in diesem Spiel stabil sind. Dann gibt es für uns auch eine Chance, in Gladbach zu punkten oder zu gewinnen.“

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In der Tabelle haben die Wolfsburger als Zwölfter nur einen Zähler mehr auf dem Konto als die Elf vom Niederrhein, die 13. ist. Und doch ist bei der Borussia gerade gefühlt weitaus mehr Druck auf dem Kessel als in Wolfsburg, was auch deutlich wird, wenn die sportlich Verantwortlichen eines Klubs Fragen zum Trainer beantworten müssen. Das war vor ein paar Wochen noch beim VfL so – und es ist jetzt in Gladbach so.

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Da hat der neue Sportdirektor Roland Virkus Borussia-Chefcoach Adi Hütter nach dem Debakel in Dortmund vorerst den Rücken gestärkt. „Ich kann in einer Woche kein abschließendes Urteil fällen.“ Er erlebe Hütter als „sehr fokussiert, offen, geradeaus, wir haben einen sehr guten Austausch miteinander“, so Virkus. „Er hat schon viele verschiedene Situationen erlebt in seiner Karriere. Er ist Meister geworden, hat ebenso aber auch schon schwierige Phasen, zum Beispiel bei Eintracht Frankfurt, durchgemacht“, meinte Virkus.

Kohfeldt hat sich am Sonntag das Spiel der Gladbacher im TV angesehen. „Wenn man sich das Spiel von der mentalen Komponente anschaut, dann glaube ich: Wenn sie mit 1:0 in Führung gehen, was möglich war, dann bin ich mal sehr gespannt, wie die Partie ausgeht.“ In der Tat: In der ersten Halbzeit sah es nicht nach einer derartigen Blamage aus. Kohfeldt: „Aber im Laufe des Spiels sind dann doch ein paar Räume aufgegangen.“ Räume, die der VfL nutzen muss und will, um das bisschen Aufbruchsstimmung nach Monaten des Frusts und einer langen Negativserie nicht zu verlieren.

Gut: Im spielerischen Bereich haben die Wolfsburger gegen Hoffenheim einen großen Schritt nach vorn gemacht. Das zeigten auch Trainingsübungen am Dienstagnachmittag, als es nicht darum ging, den Ball von hinten kontrolliert nach vorn zu bringen, sondern im Fokus stand, in der Offensive noch mehr Zielstrebigkeit zu entwickeln. Denn: Trotz viel Ballbesitz „haben wir noch zu wenig Torchancen kreiert“, sagt der Trainer und fügt hinzu: „Wir haben zwar Torchancen kreiert – und sind auch über die letzten Wochen eine der Mannschaften geworden, die viele Groß-Chancen herausspielt, aber das ist noch zu wenig.“

Dass Kohfeldt derlei taktische Dinge nun üben lassen kann, freue ihn und zeige, dass die Mannschaft in den vergangenen Wochen Schritte in die richtige Richtung gemacht habe. "Da waren wir vor fünf Wochen nach dem Bochum-Spiel noch lange nicht.“ Mut, Intensität und spielerische Lösungen, drei Schlagworte, die Kohfeldt gern mal benutzt, waren zuletzt verstärkt im VfL-Spiel zu sehen und müssen auch in Gladbach auf den Platz gebracht werden. Denn: „Es ist eine komplizierte Ausgangslage vor dem Spiel – und zwar für alle Beteiligten.“

Wird Schäfer Schmadtke-Nachfolger? "Werden zu gegebener Zeit sprechen"

Jörg Schmadtke hört im Januar 2023, nach der nächsten Winter-Transferperiode, beim VfL als Manager auf. Der Ex-Profi will mit dem Fußball Schluss machen, Marcel Schäfer soll dann beim VfL vom Sportdirektor zum Schmadtke-Nachfolger aufsteigen. So ist der Plan. Kommt das alles so?

Schmadtke wünscht sich das so, Aufsichtsratsvorsitzender Frank Witter kann sich das ebenfalls vorstellen. „Die Idee, dass Marcel Schäfer weiterführende Aufgaben übernehmen könnte, halte ich für plausibel“, hatte er vor einem Monat gesagt. Aber: Öffentlich festlegen, ob das wirklich so kommt, will sich der ehemalige VW-Finanzvorstand jetzt noch nicht. „Wir sind zunächst einmal froh, dass wir uns mit Jörg Schmadtke auf eine weitere Zusammenarbeit über den Sommer hinaus einigen konnten und in der bestehenden Konstellation die anstehenden Aufgaben angehen können“, so Witter in der Bild. „Über alles andere werden wir zu gegebener Zeit sprechen, da besteht aktuell überhaupt keine Dringlichkeit.“