18. Mai 2021 / 20:27 Uhr

Wolfsburg-Trainer Lerch lobt Barcelona und erklärt Saevik-Abschied

Wolfsburg-Trainer Lerch lobt Barcelona und erklärt Saevik-Abschied

Jasmina Schweimler
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Hatte nicht erwartet, dass das Champions-League-Finale mit 4:0 für den FC Barcelona gegen den FC Chelsea so deutlich ausgeht: Wolfsburgs Trainer Stephan Lerch.
Hatte nicht erwartet, dass das Champions-League-Finale mit 4:0 für den FC Barcelona gegen den FC Chelsea so deutlich ausgeht: Wolfsburgs Trainer Stephan Lerch. © (c) AP
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"Sie haben sich belohnt!" So lobte Stephan Lerch, Trainer der Bundesliga-Fußballerinnen des VfL Wolfsburg den neuen Titelträger der Champions League der Frauen. Derweil hat sein Team, das die Königsklasse 2013 und 2014 gewonnen hatte, das deutsche Double noch nicht aufgegeben.

Die Fußballerinnen des FC Barcelona sind die neuen Königinnen von Europa! Die Spanierinnen setzten sich am vergangenen Sonntagabend deutlich mit 4:0 im Finale der Champions League gegen den FC Chelsea durch. Auch Wolfsburgs Trainer Stephan Lerch schaute genau hin. Seine Mannschaft war im Viertelfinale an den Londonerinnen gescheitert. "Das ist ein krasses Ergebnis, was man so in der Form nicht erwartet hat", findet der 36-Jährige, denn: "Für Chelsea ist es denkbar schlecht gelaufen mit dem frühen Eigentor. Das hat das Spiel direkt auf den Kopf gestellt und verändert."

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Lerch war von einem engeren Spielverlauf ausgegangen, "denn die Qualität von Chelsea ist allen bekannt. Sie konnten das in der Partie aber sehr selten auf den Platz bringen, vor allem in der Offensive. Das habe ich so nicht erwartet." Für den frischgebackenen Fußball-Lehrer war es aber gleichzeitig ein Ausrufezeichen, denn der Erfolg der Spanierinnen hatte sich angedeutet. Lerch: "Sie haben schon letztes Jahr beim Turnier im August einen tollen Fußball gespielt, auch gegen uns. Was die Attraktivität angeht, ist Barcelona für mich die spielstärkste Mannschaft in Europa. Von daher kann man nur gratulieren. Sie waren immer nah dran, jetzt haben sie sich belohnt!"

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Duell zweier Ex-Wolfsburgerinnen

Barcelona feierte somit ihren ersten großen Triumph auf Europas größter Fußballbühne. Damit ist Barcelona zudem der einzige Verein, der die Königsklasse sowohl bei den Damen als auch bei den Herren gewinnen konnte. Es war auch das Duell zweier Ex-Wolfsburgerinnen: Beim FCB stand Caroline Graham Hansen (2014 bis 2019 beim VfL) in der Startelf und traf zum 4:0, bei den Londonerinnen musste sich Pernille Harder, die vergangenen September für eine Rekordablöse vom VfL zu Chelsea gegangen war, erneut mit dem Vizetitel (sie scheiterte mit dem VfL bereits zwei Mal im Finale) zufrieden geben.

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Saevik wollte keine Zeit verlieren

Auch für den VfL geht es im Saisonendspurt jetzt darum, sich zu belohnen. Es ist noch das Double möglich! In der Liga laufen die Niedersachsen jedoch zwei Spieltage vor Saisonende einem Zwei-Punkte-Rückstand hinter Spitzenreiter Bayern her. Im DFB-Pokal-Finale trifft der VfL am 30. Mai in Köln auf Eintracht Frankfurt. Stürmerin Karina Saevik wird nicht mehr dabei sein. Am Montag gab der Verein die Vertragsauflösung mit der Norwegerin, nur neun Monate nach ihrer Verpflichtung, bekannt. Die Nationalspielerin schloss sich ihrem Heimatverein an, dem norwegischen Erstligisten Avaldsnes IL. "Wenn man auf der Zielgerade ist und dann diese Anfrage von unserem Sportlichen Leiter Ralf Kellermann weitergeleitet bekommt, muss man schon mal kurz innehalten." Die Beweggründe kann Lerch aber nachvollziehen. Die Liga in Norwegen startet am Wochenende, und "dass man dann nachdenkt, was für einen das Beste ist, kann ich verstehen. Sie wollte keine Zeit mehr verlieren und diese Chance nutzen."

In Wolfsburg kam die 24-Jährige nicht mehr über die Joker-Rolle hinaus, stand beim 1:1 gegen die Bayern zuletzt nicht im Kader und wurde in der U20 in der 2. Liga eingesetzt. "Wir hatten in den letzten Wochen wirklich einen harten Konkurrenzkampf, da hat es hier und da mal den Ausschlag für eine andere Spielerin gegeben. Manchmal entscheiden da Kleinigkeiten, manchmal Bauchgefühle." Trotzdem lobte der 36-Jährige: "Sie hat sich gut verhalten und trotzdem alles gegeben. Am Ende des Tages hat es aus verschiedenen Gründen, die nicht nur an der Spielerin festzumachen sind, nicht mehr für die Einsatzzeiten gereicht, die sie sich gewünscht hat."