16. Januar 2022 / 15:28 Uhr

Wolfsburg-Trainer nimmt Roussillon in die Pflicht: "Lässt er was weg, wird’s schwierig"

Wolfsburg-Trainer nimmt Roussillon in die Pflicht: "Lässt er was weg, wird’s schwierig"

Engelbert Hensel
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Auffällig in der ersten Halbzeit: Jerome Roussillon vom VfL Wolfsburg.
Auffällig in der ersten Halbzeit: Jerome Roussillon vom VfL Wolfsburg. © dpa
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Jerome Roussillon wird wegen seiner Schnelligkeit gern mit einer Rakete verglichen. Aber zuletzt passte dieser Vergleich nicht mehr. Ändert sich das nun wieder? Gegen die Hertha hatte der Linksverteidiger des VfL Wolfsburg zwei sehr gute Szenen.

Januar, Transferzeit - muss der VfL aufgrund der sportlichen Talfahrt noch seinen Kader nachbessern, vor allem hinten links? Das hatte der SPORTBUZZER vor dem Duell der Wolfsburger mit der Hertha gefragt. Besonders auf der Linksverteidiger-Position fehlen echte Alternativen zu Jerome Roussillon, der so schwankend in seinen Leistungen ist. Aber: Gegen die Berliner war es ausgerechnet der Franzose, der vor allem in der ersten Halbzeit auffällig spielte. So auffällig, wie er es eigentlich immer machen müsste, sagt VfL-Trainer Florian Kohfeldt.

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Der Coach erklärte: „Ich finde, vom Potenzial her hat Rouss alles, was man als Linksverteidiger braucht.“ Er habe Geschwindigkeit, ein gutes Dribbling, könne gut flanken, sei mutig und könne Dinge spielerisch lösen. Aber warum zeigt der 29-Jährige das nicht so dauerhaft wie in seiner ersten VfL-Saison? Damals war er einer der besten Verteidiger der Liga, den auch Top-Klubs aus dem Ausland im Visier hatten, weil er fast immer mit Tempo, Willen und ganz viel Durchsetzungsvermögen geglänzt hatte. So wie in der ersten Halbzeit gegen die Berliner, als sich der Linksverteidiger auf außen stark durchgesetzt und dann zunächst Luca Waldschmidt (vergab aus Nahdistanz kläglich) und wenig später Wout Weghorst (vergab ebenfalls aus Nahdistanz kläglich) bedient hatte.

<b>Koen Casteels: </b> Da, wenn er gebraucht wurde - wurde jedoch selten gebraucht. Note: 3 Zur Galerie
Koen Casteels: Da, wenn er gebraucht wurde - wurde jedoch selten gebraucht. Note: 3 ©

Zuletzt hatte der Franzose am dritten Spieltag beim 1:0 gegen Leipzig (Wolfsburgs nächster Gegner) überzeugen können. Damals hatte er sich den Ball selbst erkämpft und getroffen. In der Spielzeit 2018/19 war Roussillon auf sechs Vorlagen und drei Tore in 31 Pflichtspielen gekommen, gegen die Hertha wären es seine ersten beiden überhaupt in dieser Saison gewesen. Mit Paulo Otavio (schwere Knieverletzung) fehlt Kohfeldt ein weiterer gelernter Linksverteidiger, sodass er nun fast schon zwangsläufig auf Roussillon setzen muss.

Der Trainer: „Ich glaube, dass er auf der einen Seite das Vertrauen braucht, damit er das dauerhaft spielen kann.“ So zu spielen wie in Durchgang eins gegen Hertha. „Auf der anderen Seite muss es sein Anspruch sein, dass er nichts weglässt – weder in den Spielen noch im Training.“ Der Eindruck des Trainers: In den vergangenen drei Wochen mache Roussillon das nicht. Bleibt das so, „dann bin ich mir sehr sicher, dass die Leistungen von Rouss stabil werden“. Dann könne er auch wieder zu den besten Linksverteidigern der Liga gehören. Aber: „Lässt er was weg, wird’s schwierig.“