15. September 2021 / 21:08 Uhr

Wolfsburg-Trainer van Bommel: Gegen Frankfurt brauchen wir mehr Torgefahr

Wolfsburg-Trainer van Bommel: Gegen Frankfurt brauchen wir mehr Torgefahr

Engelbert Hensel, Marcel Westermann
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Am Sonntag geht es schon weiter: Auf Mark van Bommel (l.) und den VfL Wolfsburg wartet mit Eintracht Frankfurt der Liga-Alltag.
Am Sonntag geht es schon weiter: Auf Mark van Bommel (l.) und den VfL Wolfsburg wartet mit Eintracht Frankfurt der Liga-Alltag. © Roland Hermstein
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Der VfL nach seiner Rückkehr in die Königsklasse in Lille und vor dem Wiedersehen am Sonntagabend mit Ex-Wolfsburg-Trainer Oliver Glasner und Eintracht Frankfurt. Beim 0:0 in der Champions League war es vom Fußballerischen nicht gut, gegen die Eintracht muss das wieder besser werden. Das weiß auch Trainer Mark van Bommel.

Um kurz vor 3 Uhr in der Nacht zu Mittwoch war sie vorbei, die erste Champions-League-Reise des VfL Wolfsburg nach fast fünfeinhalb Jahren Abstinenz auf Europas größter Fußball-Bühne für Vereinsmannschaften. Dann landete die Maschine mit den Wolfsburger Bundesliga-Profis in Braunschweig. Mitgebracht hatten Maximilian Arnold und Co. ein 0:0 beim französischen Meister OSC Lille. Und dieses Remis sorgte für gemischte Gefühle. Einerseits war da die Freude darüber, dass sich der VfL in einem kampfbetonten Spiel nicht hat den Schneid abkaufen lassen, andererseits war vor dem Heimspiel am Sonntag (19.30 Uhr) gegen Eintracht Frankfurt aber auch ein bisschen Frust da.

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Frust, weil es vor allen Dingen vom Fußballerischen her zu wenig war. Am Sonntag geht’s zurück in den Liga-Alltag. Und Trainer Mark van Bommel weiß, was da im Vergleich zum Lille-Spiel besser werden muss. „Wir haben nicht viele Chancen herausgespielt, eigentlich gar keine. Der letzte oder der vorletzte Pass war nicht gut“, analysierte der Niederländer. So wurde das Spiel in Nordfrankreich zum Kampf - und diesen Kampf wird es auch gegen die zweikampfstarken Frankfurter brauchen, die alles daran setzen werden, ihren ersten Saisonsieg einzufahren. 

Dass es gegen die Eintracht nicht leicht wird, ahnt auch Josuha Guilavogui. Aber der stellvertretende Kapitän sagt nach dem 2:0 in Fürth am vergangenen Wochenende und dem 0:0 in Lille auch: „Wir wollen das Spiel gewinnen. Wenn uns das gelingt, dann haben wir eine gute englische Woche hingelegt.“

UEFA Champions League: OSC Lille - VfL Wolfsburg

Szene aus dem Spiel OSC Lille - VfL Wolfsburg Zur Galerie
Szene aus dem Spiel OSC Lille - VfL Wolfsburg © Roland Hermstein

Klar ist: Gegen die Hessen mit Ex-VfL-Coach Oliver Glasner müssen die Wolfsburger wieder eine Schippe drauflegen. „Es wird ein schwieriges Spiel für uns gegen Frankfurt und unseren alten Trainer“, ahnt Maxence Lacroix bei Wölfe-TV, der sich unter dem Österreicher zu einem der besten Innenverteidiger der Bundesliga entwickelt hatte. 

In Lille zeigte der VfL zwar eine kämpferisch gute Leistung, aber im spielerischen Bereich gab’s viel Luft nach oben. Im Duell mit dem französischen Meister gab es wenig gute Kombinationen. „Unsere Leistung war nicht optimal. Wir haben nur einmal aufs Tor geschossen“, bemängelte Guilavogui. Warum und weshalb sich der VfL nach vier Siegen in vier Liga-Spielen diesmal so schwergetan hat, konnte auch Jörg Schmadtke nicht vollends beantworten. Hat der eine oder andere VfLer bei der Rückkehr in die Königsklasse womöglich zu viel nachgedacht? „Das kann sein“, so der Manager. „Vielleicht war der eine oder andere ein bisschen nervös oder etwas übermotiviert, ein bisschen gehemmt oder vielleicht auch ein bisschen aufgeregt.“

Die VfLer hatten diesmal viele Ungenauigkeiten im Passspiel drin. Hochglanz-Fußball? Fehlanzeige! Gleichwohl zeigten die Wolfsburger, dass sie aber die Grundtugenden des Spiels beherrschen - Fußball arbeiten war gefragt. Vor allem nach dem Platzverweis von Jay Brooks. „Am Ende ist es wichtig, was herausgekommen ist – ein Punkt nämlich. Und das ist okay. Ich bin nicht unzufrieden mit dem Auftritt“, meinte Schmadtke, „wir haben gut dagegengehalten, nichtsdestotrotz hätte ich mir gewünscht, dass wir besser Fußball spielen.“ Gleichwohl sei es für Schmadtke „ein wichtiges Signal“ von der Mannschaft gewesen, dass sie sich auf diesem Niveau trotz Unterzahl nicht hat unterkriegen lassen. 


Auch Guilavogui stellte das Positive heraus. „Wenn du in der Champions League spielst und über eine halbe Stunde zu zehnt spielst, kannst du mit einem Punkt zufrieden sein“, sagte der Franzose. Van Bommel schloss sich an. Nach dem Spielverlauf müsse man mit dem Remis „zufrieden sein“. Jetzt heißt es erst mal: gut regenerieren und die Köpfe frei kriegen - um beim Wiedersehen mit Glasner vor allem im fußballerischen Bereich wieder zulegen zu können.

Weghorst-Auswechslung: "Ich habe gedacht, wir brauchen einen anderen Spielertypen"

Es war nicht der Tag von VfL-Angreifer Wout Weghorst: Beim 0:0 in Lille ackerte der Niederländer zwar wie immer viel, hatte aber kaum Ballaktionen und kam nicht einmal zum Abschluss. In der 66. Minute (kurz nach dem Platzverweis für Jay Brooks) war für den Stürmer dann Schluss, für ihn kam Lukas Nmecha in die Partie - eine ungewöhnliche Situation für den ehrgeizigen Arbeiter, der sonst fast immer durchspielt.

Die Auswechslung dürfte Weghorst gewurmt haben, auch wenn Trainer Mark van Bommel nicht das Gefühl hatte, "dass Wout schlecht drauf" ist. Für den Coach sei es entscheidend gewesen, auf das Spielgeschehen zu reagieren. "Man muss immer gucken, was wir brauchen. Und ich habe gedacht, wir brauchen einen anderen Spielertypen - das hat auch ganz gut funktioniert."

Am Sonntag gegen Frankfurt wird Weghorst wieder erste Wahl sein, wenngleich sich der 20-Tore-Mann der Vorsaison noch etwas schwertut. Nach sechs Pflichtspielen steht Weghorst bei zwei Toren (davon ein Elfmeter). Aber van Bommel ist sich sicher: "Er bekommt in jedem Spiel Chancen. Die Tore wird er machen, das ist sein Job, das kriegt er schon hin."