12. Juli 2021 / 17:23 Uhr

Wolfsburg-Trainer van Bommel mit 143-Minuten-Einheit: "Das war kein Straftraining"

Wolfsburg-Trainer van Bommel mit 143-Minuten-Einheit: "Das war kein Straftraining"

Engelbert Hensel
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Ließ seine Profis ordentlich schwitzen: Mark van Bommel (l.), der neue Trainer des VfL Wolfsburg.
Ließ seine Profis ordentlich schwitzen: Mark van Bommel (l.), der neue Trainer des VfL Wolfsburg. © Roland Hermstein
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Trainingseinheiten, die 120 oder 130 Minuten dauern, die hat's unter Mark van Bommel beim VfL Wolfsburg schon gegeben. Aber am Montag schwitzten die Spieler des Fußball-Bundesligisten bei Freibad-Temperaturen noch ein bisschen länger...

Nach dem 0:3 im Testspiel am Samstag gegen Zweitliga-Aufsteiger Hansa Rostock war Mark van Bommel sauer gewesen, vor allem mit dem Auftritt nach dem Seitenwechsel war der neue VfL-Trainer nicht einverstanden gewesen. Im ersten Training nach der Testspiel-Niederlage des Fußball-Bundesligisten standen die Profis dann 143 Minuten bei Freibad-Temperaturen auf dem Platz. So ein langes VfL-Training hat es lange nicht mehr gegeben.

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Schon in seinen ersten Tagen beim VfL hatte van Bommel seine Spieler 120 oder 130 Minuten üben lassen, jetzt die nächste XXL-Einheit. Nach dem Warmmachen ließ er im Kreis spielen, dann war Positionsspiel gefragt, bevor drei kleinere Teams gebildet wurden, die gegeneinander kickten, anschließend noch ein Abschluss-Spiel und ein paar Läufe – erst dann folgte der Schlusspfiff, nachdem so mancher Spieler für einen kurzen Moment auf dem Boden sitzend durchpustete. „Wir haben nichts Außergewöhnliches gemacht. Man muss ja das effektive Training sehen, wann es anfängt und wann es aufhört – dazwischen sind ja auch Pausen“, meinte van Bommel und betonte: „Das war kein Straftraining. Das ist auch nicht meine Art.“

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Van Bommel hatte nach der Niederlage angekündigt, die Leistung in der zweiten Halbzeit „offen und ehrlich ansprechen“ und „nicht rumeiern“ zu wollen. Seine Verärgerung bezog sich nicht auf die Youngster, sondern zielte eher in Richtung der Bundesliga-Spieler, die nach der Pause auf dem Platz waren, gleichwohl wollte er seine Kritik nach dem erst zweiten Testspiel der noch jungen Vorbereitung nicht überbewertet wissen. Bei seinen Ex-Stationen hatte er seine Spieler in Schutz genommen, das werde sich auch beim VfL nicht ändern.

Klar ist: In diesen Tagen und Wochen legen Daniel Ginczek und Co. in Trainings wie dem am Montag die Basis für eine intensive Saison, denn die Wolfsburger sind in drei Wettbewerben vertreten. Auf die Profis warten mit Pokal, Liga und Champions League also viele Spiele – und wenig Trainingseinheiten. Funktionieren die Dinge etwa nicht gleich so, wie sich van Bommel das vorstellt, ist wenig Zeit da, um etwas korrigieren zu können. Und so ließ van Bommel erneut ganz viel Kurzpass-Spiel üben.

Auffällig: Viele Unterbrechungen gab‘s in der nächsten XXL-Einheit im Vergleich zu seinen ersten Trainings in Wolfsburg nicht. Einzig einmal erklärte der 44-Jährige, was ihm gerade nicht passte. „Ich versuche, euch zu helfen", sagte er zu seinen Spielern. "Wenn ich sage, geht nach links, dann geht ihr nach links. Ist jedoch rechts einer vorm Tor frei, dann spielt ihr den Ball dahin – das ist doch logisch“, erklärte der detailverliebte Coach und forderte damit seine Spieler auf, immer hellwach zu sein.

Erneut nicht dabei bei der Einheit war Ridle Baku. Der U21-Europameister war zuletzt geschont worden, der Außenbahnspieler absolvierte mit Omar Marmoush (muskuläre Probleme) eine Laufeinheit. Auch Maximilian Arnold fehlte, das VfL-Eigengewächs ist unterwegs zu den Olympischen Spielen in Tokio. Josuha Guilavogui wiederum absolvierte erstmals nach seinem Ausfall wegen Corona das komplette Training mit dem Team – und könnte so am Mittwoch (16 Uhr, AOK-Stadion) im dritten Testspiel dieser Saison gegen Zweitligist Holstein Kiel erstmals in dieser Vorbereitung für den VfL auflaufen.


Pokalspiel am 8. August

Das erste Pflichtspiel unter van Bommel absolviert der VfL am 8. August (Sonntag) um 15.30 Uhr. Dann steigt das Erstrunden-DFB-Pokalspiel beim Regionalligisten Preußen Münster. Das ergab die genaue Terminierung der ersten Pokalrunde durch den DFB am Montagvormittag.