11. April 2021 / 21:03 Uhr

Wolfsburg vor dem nächsten Spitzenspiel: "Einmal schütteln und dann wieder gerade stehen"

Wolfsburg vor dem nächsten Spitzenspiel: "Einmal schütteln und dann wieder gerade stehen"

Engelbert Hensel
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Ungewohntes Bild: Am Samstag in Frankfurt jubelten am Ende die Eintracht-Profis. Der VfL Wolfsburg musste sich im Spitzenspiel der Bundesliga mit 3:4 geschlagen geben. Manager Jörg Schmadtke erklärt, warum.
Ungewohntes Bild: Am Samstag in Frankfurt jubelten am Ende die Eintracht-Profis. Der VfL Wolfsburg musste sich im Spitzenspiel der Bundesliga mit 3:4 geschlagen geben. Manager Jörg Schmadtke erklärt, warum. © imago images / regios24
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Nach dem Spitzenspiel ist vor dem Spitzenspiel für den VfL Wolfsburg, der nach der Niederlage in Frankfurt nun die Bayern zu Gast hat - und sich trotz des 3:4 bei der Eintracht gut gerüstet sieht.

Frankfurt gegen Wolfsburg, Vierter gegen Dritter – da stand Spitzenspiel drauf. Und es war auch Spitzenspiel drin. Das 4:3 der Eintracht in der Bundesliga gegen den VfL im Kampf um die Champions League hatte alles, was das Fußball-Herz begehrt. Aus Wolfsburger Sicht nur leider den falschen Sieger. „Wir hatten den einen oder anderen Fehler zu viel drin“, meinte VfL-Manager Jörg Schmadtke nach dem Tor-Spektakel, in dem Ridle Baku, Wout Weghorst und ein Eigentor des Frankfurters Tuta für die VfL-Treffer sorgten. Für die Gastgeber hatten Daichi Kamada, Luka Jovic, André Silva und Erik Durm getroffen.

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Zu viele Fehler im eigenen Spiel, warum? „Schwierig zu sagen von außen, die Frankfurter haben eine Top-Offensivqualität, unglaublich, mit welcher Wucht und welcher Präzision sie da vorn agieren können. Das war etwas zu viel für uns, sodass wir das Spiel verloren haben“, sagte Schmadtke über eine Partie, die häufig ein offener Schlagabtausch war. Zwei Teams ohne Visier. Mal war der VfL am Drücker, dann traten die Frankfurter wieder aufs Gaspedal. So ein Spiel, in dem es auf so hohem Niveau so hin und her ging, habe er in seiner VfL-Zeit noch nicht erlebt, meinte Trainer Oliver Glasner, der sich „ein bisschen mehr Kontrolle“ im Spiel seines Teams gewünscht hätte. „Ich denke“, sagte Glasner weiter und dachte an seinen Landsmann und Trainerkollegen Adi Hütter, „er wird das ähnlich sehen. Mir hat gefallen, dass wir uns von der ersten Sekunde an nicht versteckt haben. Wir haben gezeigt, dass wir auf Sieg spielen wollen. Aber wir hatten eben nicht diese Verteidigungs-Qualität, die wir sonst in den Spielen hatten.“

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Und so verlor der VfL das Spitzenspiel, die Frankfurter sind jetzt bis auf einen Punkt an die Wolfsburger herangerutscht, der Tabellenfünfte Dortmund hat dank seines Sieges in Stuttgart (3:2) ebenfalls ein bisschen näher rankommen können, aber der VfL-Vorsprung auf Nicht-Champions-League-Platz fünf beträgt sechs Spieltage vor dem Ende komfortable acht Punkte.

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Es war ein Spitzenspiel, das die Wolfsburger nicht hätten verlieren müssen, zumal der VfL ein Torschussverhältnis von 21:8 hatte. Ein Spitzenspiel, das für die Wolfsburger nicht besser hätte losgehen können: Nach toller Vorarbeit von Weghorst traf Baku mit links zur Führung. „Wir sind richtig gut ins Spiel gekommen, mit Mut und Selbstvertrauen“, lobte der Angreifer, der nach Wiederbeginn beim Stand von 1:2 aus VfL-Sicht selbst zum zwischenzeitlichen Ausgleich traf. Baku hatte den Ball nach einem dicken Bock von Djibril Sow auf den Top-Torjäger gespielt, der dann eiskalt vollstreckte.

Doch es reichte nicht, weil die Frankfurter sich davon nicht einschüchtern ließen. Ihre Antwort ließ nicht lange auf sich warten. Nach einer guten Stunde führten sie mit 4:2. Die Sache schien entschieden. Pustekuchen! Aber mehr als der Anschlusstreffer war dem VfL nicht mehr vergönnt. „Wenn wir drei Tore in Frankfurt schießen, sollten wir eigentlich als Sieger vom Platz gehen“, sagte Glasner. Aber es kam anders als es lange Zeit ausgesehen hatte – die Wolfsburger mussten in Frankfurt einen kleinen Dämpfer im Kampf um die Königsklasse hinnehmen. Glasner: „Es gibt solche Tage, an denen du zu viele Fehler machst.“

Aus der Bahn werfen werde diese Niederlage sein Team jedoch nicht: „Ich habe unter der Woche ein Champions-League-Spiel gesehen, bei dem am Ende die völlig dominante Mannschaft verloren hat.“ Dabei dachte der Coach an die Bayern, an den nächsten Wolfsburger Gegner, der im Viertelfinal-Hinspiel der Champions League gegen Paris trotz einer starken Leistung mit 2:3 verloren hatte. Und so wünscht sich Manager Schmadtke vor dem nächsten Spitzenspiel, dass sich die VfLer nicht allzu lange mit dem letzten Spitzenspiel beschäftigen. Sein Rat an die Mannschaft: „Einmal schütteln und dann wieder gerade stehen – das Spiel in Frankfurt darf bei uns ab Dienstag keine große Rolle mehr spielen!“