11. August 2021 / 14:52 Uhr

Wolfsburger Baku und Ginczek angeschlagen, Ex-VfLer Polter nach Bochum?

Wolfsburger Baku und Ginczek angeschlagen, Ex-VfLer Polter nach Bochum?

Marcel Westermann
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Die Wolfsburger Daniel Ginczek (l.) und Ridle Baku (M.) sind angeschlagen, Ex-VfLer Sebastian Polter könnte es nach Bochum ziehen.
Die Wolfsburger Daniel Ginczek (l.) und Ridle Baku (M.) sind angeschlagen, Ex-VfLer Sebastian Polter könnte es nach Bochum ziehen. © Roland Hermstein/DPA
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Daniel Ginczek und Ridle Baku vom VfL Wolfsburg konnten die Einheit am Mittwoch nicht bis zum Schluss mitmachen. Der erste Wolfsburger Liga-Gegner VfL Bochum plant wohl unterdessen, Sebastian Polter zu verpflichten.

Schlechte Nachrichten für den VfL: Daniel Ginczek musste am Mittwoch das Training vorzeitig beenden, darüber hinaus ist Ridle Baku angeschlagen. Ob für das Duo der Einsatz im Liga-Start gegen den VfL Bochum gefährdet ist, ist unklar. Der Aufsteiger treibt hingegen seine Kaderplanung voran und plant wohl, nach Elvis Rexhbecaj (Leihe für ein Jahr) mit Sebastian Polter einen weiteren Ex-Profi des Wolfsburger Fußball-Bundesligisten an die Castroper Straße zu holen.

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Wie schon vor dem Pokalspiel bei Preußen Münster (Wertung nach VfL-Wechselfehler noch offen) ließ Trainer Mark van Bommel seine Jungs bei der ersten richtigen Einheit der Woche wieder 120 Minuten lang schwitzen. Etwa eine halbe Stunde vor Schluss musste Ginczek die Einheit nach einem Zweikampf mit Schmerzen in der Gesäßmuskulatur abbrechen. Ebenfalls nicht gut sah es bei Baku aus, der Außenbahner musste während der Einheit mehrmals am rechten Fuß behandelt werden, zum Schluss saß der U21-Europameister mit nacktem rechten Fuß auf dem Rasen und ging nach der Einheit leicht humpelnd in die Kabine. Gar nicht erst mit auf dem Platz waren der wechselwillige Josip Brekalo und Lukas Nmecha - beide übten individuell.

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Ob es beim Duo Ginczek/Baku fürs Bochum-Spiel reicht, wird sich in den nächsten Tagen entscheiden. Ob bis Samstag aufseiten des Liga-Neulings mit Polter ein weiterer Ex-Wolfsburger dabei ist, ebenso. Denn wie das Onlineportal "Voetbalnieuws.nl" berichtet, befindet sich der 30-Jährige in Verhandlungen mit dem Zweitliga-Meister der Vorsaison. Der Transfer sei bereits in der Endphase, schreibt "De Limburger", die größte Lokalzeitung in der Provinz Limburg. Derzeit steht der Angreifer noch bei Fortuna Sittard unter Vertrag.

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Polter wäre in Bochum nach Rexhbecaj der nächste Profi mit Wolfsburg-Vergangenheit. Genau wie der Mittelfeldspieler hatte auch der Stürmer in der VW-Stadt einige Jugendmannschaften durchlaufen und anschließend den Sprung in die Bundesliga geschafft. Im Dezember 2011 feierte Polter beim 1:4 in Bremen seine Premiere im Oberhaus. Insgesamt zwölf Erstliga-Partien (zwei Treffer) bestritt der Torjäger für die Wolfsburger. Inzwischen steht er bei 64 Bundesliga-Einsätzen.

Vor seinem Engagement in Sittard (34 Spiele, zehn Tore, sechs Vorlagen) hatte er bei Union Berlin unter Vertrag gestanden. Dort war er jedoch im Mai 2020 "wegen unsolidarischen Verhaltens" suspendiert worden. Der Verein hatte dem Profi vorgeworfen, beim Corona-bedingten Gehaltsverzicht nicht mitgezogen zu haben.

Ex-VfLer Hyballa wirft bei Esbjerg hin

Nun also doch keine Zusammenarbeit mit Rafael van der Vaart: Erst am Dienstag hatte der dänische Zweitligist Esbjerg fB den Ex-HSV-Star als Co-Trainer von Chefcoach Peter Hyballa präsentiert - aber die beiden werden dort nun doch kein Duo bilden. Der 45-Jährige, einst U19-Trainer in Wolfsburg und zuletzt ZDF-Experte bei der EM, gab seinen Posten nach heftigen Anschuldigungen und Bedrohungen auf.

Erst Ende Juni hatte Hyballa das Amt in Esbjerg übernommen, doch schnell hatten ihm 21 Profis in einem offenen Brief das Misstrauen ausgesprochen. "Was abgelaufen ist, ist eine Riesensauerei. Das war Rufmord. Es ist eine Hetzjagd gegen mich abgelaufen. Sogar meine Familie wurde bedroht. Mit Rassismus und Verleumdung möchte ich nichts zu tun haben", betonte der Ex-VfLer. Über den offenen Brief habe er gelacht. "Die Spieler sagten: ‚Wir stehen unter Druck.‘ Ich meinte aber: ‚Wir verstehen uns doch.‘ Es war ein ganz komischer Film. Ich schlage doch keine Spieler, das ist doch Quatsch. Es geht auch um meinen Ruf, ich bin schockiert", so Hyballa.

Hyballa hat van der Vaart vorab über seine Entscheidung informiert. "Er sagte zu mir: Ich verstehe dich total", berichtet der Coach. Wie es für den ehemaligen Wolfsburger nun weitergeht, ist offen, "erst mal will ich alles sacken lassen, das hat mich psychisch angegriffen, obwohl ich eine starke Persönlichkeit bin. Als Trainer bist du einfach alleine. Das war einfach nicht in Ordnung, was passiert ist. Wir Trainer sind keine Drecksware.“

Vor seinem Engagement war Hyballa bereits Trainer in Polen (Wisla Krakau), Namibia (Ramblers Windhoek), Österreich (Sturm Graz, Red Bull Juniors Salzburg), der Niederlande (Breda, Nijmegen) und der Slowakei (Dunajska Streda).