20. Oktober 2019 / 13:26 Uhr

Wolfsburger Journalist fordert im ZDF mehr Zivilcourage: "Da müssten 100 aufstehen!"

Wolfsburger Journalist fordert im ZDF mehr Zivilcourage: "Da müssten 100 aufstehen!"

Andreas Pahlmann
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
André Voigt und Cacau (r.) waren im Sportstudio zu Gast
André Voigt und Cacau (r.) waren im Sportstudio zu Gast © ZDF
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Mit deutlichen Worten hat André Voigt, Wolfsburger Sportjournalist und Basketball-Experte, Zivilcourage gegen Rassismus eingefordert. Im ZDF-Sportstudio sagte er am Samstagabend: "Wenn im Stadion was passiert, müssen wir als Gesellschaft in der Lage sein zu reagieren."

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Rassismus im Fußball - unter anderem zu diesem Thema war am Samstag Ex-Nationalspieler Cacau, Integrationsbeauftragter des DFB, im ZDF-Sportstudion zu Gast. Ebenfalls eingeladen: der Wolfsburger Journalist André Voigt, der im März in einem emotionalen Video offenen Rassismus beim Länderspiel der deutschen Nationalmannschaft in Wolfsburg gegen Serbien angeprangert hatte. Während es im Gespräch von Moderator Sven Voss mit Cacau vor allem darum ging, was der DFB tun kann und wie man sich als Fußballprofi verhalten sollte, rief Voigt vor allem zu mehr Zivilcourage auf. Denn "was Nationalspieler im Netz machen, ist die eine Geschichte", Rassismus aber sei "ein riesiges gesellschaftliches Problem, da bringt es wenig, den Spielern zu sagen: Das darfst du nicht machen, weil das schlecht für die PR ist."

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Ilkay Gündogan hat die deutsche Nationalmannschaft mit zwei Toren zum wichtigen Sieg in Estland geschossen - nachdem er zuvor für eine Kontroverse gesorgt hatte. Der <b>SPORT</b>BUZZER hat die Reaktionen der internationalen Presse zusammengestellt. Zur Galerie
Ilkay Gündogan hat die deutsche Nationalmannschaft mit zwei Toren zum wichtigen Sieg in Estland geschossen - nachdem er zuvor für eine Kontroverse gesorgt hatte. Der SPORTBUZZER hat die Reaktionen der internationalen Presse zusammengestellt. ©
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Voigt: "Es gab Morddrohungen"

Wichtiger sei es, unmittelbar zu reagieren, wenn beispielsweise im Stadion rassistisch gepöbelt wird. "Da müssten eigentlich 100 aufstehen und sagen: ,Nein, das tolerieren wir nicht, nicht in unserer offenen Gesellschaft', so Voigt. Wichtig für ihn: "Wenn im Stadion was passiert, müssen wir als Gesellschaft in der Lage sein zu reagieren."

Voigt hatte im März nach dem Länderspiel in Wolfsburg in einem Video von rassistischen Pöbeleien auf der Tribüne berichtet, was im Nachgang unter anderem eine Geldstafe für einen Stadionbesucher zur Folge hatte, der den Hitlergruß gezeigt hat. Nach diesem Video habe er "die ganze Wucht abbekommen, die wahrscheinlich alle abbekommen", so Voigt. "Es gab Morddrohungen gegen mich und meine Familie", in die Kommentarspalten der sozialen Medien habe er "gar nicht großartig reingeguckt". Um sich und seine Familie zu schützen, hatte er eine falsche Adresse von sich ins Netz gestellt. "Gottseidank", wie er im Sportstudio anmerkte.

Er würde heute dieses Video "wahrscheinlich nicht noch einmal machen", so Voigt, der unter anderem als Basketball-Experte für DAZN arbeitet. Mut habe ihm allerdings gemacht, dass es im Nachgang "20-mal so viele positive wie negative Meldungen von Menschen" an ihn gegeben habe.

Es sei "natürlich nicht so einfach gewesen, in ein paar Minuten Sendezeit eine richtige Diskussion durchzuziehen", so Voigt nach der Sendung zum SPORTBUZZER. Aber "ich denke, ich habe meinen Punkt gut rüberbringen können". Beim abschließenden Torwandschießen traf er einmal - und das gleich mit dem ersten Schuss. Den letzten Versuch setzte er dann mit Vollspann in die Mitte der Torwand, es sollte "so ein Basler-Schuss werden", wie er zugab. "Aber ein Freund hat schon geschrieben, es sah mehr aus wie Torwand-Tourette..."

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