24. April 2021 / 19:29 Uhr

Wolfsburger Kampfansage nach der 0:2-Pleite: Dortmund wird uns nicht einholen!

Wolfsburger Kampfansage nach der 0:2-Pleite: Dortmund wird uns nicht einholen!

Andreas Pahlmann und Engelbert Hensel
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Sieht den VfL im Kampf um die Königsklasse gegenüber dem BVB im Vorteil: Jörg Schmadtke, der Manager der Wolfsburger.
Sieht den VfL im Kampf um die Königsklasse gegenüber dem BVB im Vorteil: Jörg Schmadtke, der Manager der Wolfsburger. © Roland Hermstein
Anzeige

Borussia Dortmund bleibt der Angstgegner des VfL Wolfsburg und ist mit dem 2:0-Sieg im direkten Duell auf zwei Punkte an die Niedersachsen herangerückt. VfL-Manager Jörg Schmadtke zittert dennoch nicht um die Champions-League-Teilnahme.

Keine Tore, keine Siege, keine Chance gegen Erling Haaland: Borussia Dortmund bleibt für den VfL Wolfsburg unbezwingbar. Das 0:2 (0:1) am Samstagnachmittag war das neunte (!) Spiel nacheinander, in dem die Niedersachsen gegen den BVB ohne eigenen Treffer blieben. Und: Das 3:1 in Pokalfinale 2015 bleibt der bisher letzte Wolfsburger Sieg gegen Dortmund. Diesmal hatte der Angstgegner mit Haaland eine Waffe, die den Unterschied machte: Antrittsschnell und abschlussstark nutzte der Norweger zwei entscheidende VfL-Fehler - den ersten machte Ridle Baku, den zweiten John Anthony Brooks. Der VfL hingegen machte zwar ein ordentliches Spiel, war aber vorn viel zu harmlos und konnte die BVB-Abwehr (ohne den gesperrten Mats Hummels) kaum mal einem Stresstest unterziehen. Unterm Strich heißt das: Wolfsburg hatte in den vergangenen vier Spielen dreimal einen Top-Fünf-Gegner - und hat diese drei Partien allesamt verloren. Der Vorsprung auf den BVB, der vor einigen Wochen noch bei elf Punkten lag, ist nun auf zwei Zähler geschrumpft. Immerhin: Weil Frankfurt am Abend mit 1:3 bei Bayer Leverkusen verlor, bleibt der VfL Dritter.

Anzeige

Der VfL Wolfsburg gegen Dortmund - Die Bilder

Das VfL-Team vorm Anpfiff Zur Galerie
Das VfL-Team vorm Anpfiff ©

Beginnt in Wolfsburg nun das große Zittern um die Champions League? Im Gegenteil! Manager Jörg Schmadte schickte unmittelbar nach dem Spiel gleich mal eine Kampfansage an den BVB: "Wir haben noch zwei Punkte Vorsprung. Und wenn ich mir das Restprogramm der Dortmunder so angucke, dann wage ich zu bezweifeln, dass sie das noch aufholen." Die Borussia spielt noch gegen Leipzig, in Mainz und gegen Leverkusen. Klar ist: Wolfsburg hat weiter alles ein eigener Hand. Aber zwischen dem nächsten Spiel gegen Union Berlin und dem Saisonfinale gegen Mainz wartet mit Leipzig noch ein weiteres Top-Fünf-Team.

Mehr zum VfL Wolfsburg

Trainer Oliver Glasner klang darum auch deutlich defensiver als sein Vorgesetzter. "In den Sphären, in denen wir jetzt Spielen, wird die Luft dünn." In der Tabellen lägen mit Bayern und Leipzig weiter "der amtierende Champions-League-Sieger und ein Champions-League-Halbfinalist aus der letzten Saison vor uns", und Dortmund sei auch immerhin gerade ins CL-Viertelfinale gekommen. "Viele unserer Spieler", so der Österreicher, "haben auf diesem Niveau noch nicht gespielt. Das sind Erfahrungen, die wir einfach sammeln müssen - und die wir leider in den Spitzen-Duellen sammeln. Das gehört dazu. Wichtig ist, daraus zu lernen." Denn: "Wenn du beide Spiele gegen Bayern und beide gegen Dortmund verlierst, dann ist es nicht nur Pech - dann fehlt einfach was. Da müssen wir beginnen."

Während der BVB am kommenden Wochenende sein DFB-Pokal-Halbfinale bestreitet, haben die Wolfsburger nun bis zum nächsten Spiel zwei Wochen Zeit. Wird es dann vor allem darum gehen, dem Druck standzuhalten? Denn erstmals seit langer Zeit besteht dann wieder die Gefahr, dass der VfL aus den Königsklassen-Plätzen fällt. "Wir wollen in die Champions League", so Glasner. "Dann musst du diesem Druck auch standhalten." Zwar ist das Saisonziel Europa schon erreicht, aber die "Zugabe", wie der Trainer es nennt, würde man gern noch bieten. Ohne den Spielern diese Perspektive allerdings permanent unter die Nase zu reiben. Glasner: "Intern will ich eigentlich gar nicht so viel über die Tabelle sprechen, Wichtig ist, dass wir uns über fußballerische Details unterhalten."

Anzeige

Etwa das Vermeiden von Fehlern wie sie vor den beiden Gegentoren passiert sind, Haaland war jeweils der Nutznießer. "Er läuft dann mit gefühlten 45 km/h los", beschreibt Glasner den zweiten Treffer. "Und dann schießt er ihn eben nicht drüber oder schießt den Torwart an, sondern knallt ihn rein." Auch diese Katschnäuzigkeit fehlte dem VfL - etwa bei Wout Weghorsts Top-Chance kurz nach Wiederanpfiff. Schon im ersten Durchgang hatte der VfL seine Möglichkeiten. "Wenn man sieht, dass zur Halbzeit 9:2 Torschüsse aber ein 0:1 auf der Anzeigetafel stehen, dann haben wir nicht viel falsch gemacht - aber doch Entscheidendes."

Manager Schmadtke nahm gegenüber Sky derweil auch noch einmal zur Glasners Zukunft Stellung. "Wir gehen davon auch, dass wir in dieser Konstellation in die nächste Saison gehen." Sprich: Dass Glasner (Vertrag bis 2022) trotz Ausstiegsklausel und trotz der Gerüchte um einen möglichen Abschied VfL-Trainer bleibt. Ob das eingetrübte Verhältnis zwischen Coach und Manager dabei eine Rolle spielt, ließ Glasner offen. "Wir versuchen beide, den maximalem Erfolg für den VfL Wolfsburg herauszuholen. So ist unser Verhältnis", sagte der Trainer bei Sky. Rückfrage: "Das ist eher nüchtern, oder?" Glasners knappe Antwort: "Ja."

[Anzeige] Alle Spiele der Fußball WM live und exklusiv bei MagentaTV. Mit dem Tarif MagentaTV Flex für nur 10€ pro Monat, monatlich kündbar.