12. September 2021 / 15:09 Uhr

Wolfsburger Rotation in Fürth: "Vielleicht passiert es öfter, dass ich viel wechsel"

Wolfsburger Rotation in Fürth: "Vielleicht passiert es öfter, dass ich viel wechsel"

Marcel Westermann
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
VfL-Debüt: Luca Waldschmidt (M.) durfte in Fürth von Beginn an ran.
VfL-Debüt: Luca Waldschmidt (M.) durfte in Fürth von Beginn an ran. © imago images/Philippe Ruiz
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Fünf Wechsel nahm Mark van Bommel, Trainer des VfL Wolfsburg, für das Spiel bei Greuther Fürth vor. Alle sind erklärbar, die Leistung seiner Mannschaft hat die Rotation nicht geschmälert.

Josuha Guilavogui, Yannick Gerhardt, Sebastiaan Bornauw, Luca Waldschmidt und Lukas Nmecha rein in die Startelf des Wolfsburger Fußball-Bundesligisten, Jerome Roussillon, Kevin Mbabu, John Anthony Brooks und Renato Steffen zunächst auf der Bank, Xaver Schlager wegen seines Kreuzbandrisses gar nicht im Kader: Beim 2:0-Sieg in Fürth warf VfL-Trainer Mark van Bommel die Rotationsmaschine an, tauschte im Vergleich zum 1:0-Erfolg gegen RB Leipzig vor zwei Wochen gleich auf fünf Positionen. Die Gründe dafür waren allesamt zu erklären, einen Leistungsabfall gab's nicht.

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Der VfL ist durch den vierten Sieg im vierten Liga-Spiel perfekt in die erste englische Woche der noch jungen Saison gestartet. Am Dienstag (21 Uhr) gibt's für die Wolfsburger beim OSC Lille den Auftakt in der Champions League, ehe am Sonntag (19.30 Uhr) Eintracht Frankfurt in der VW-Arena gastiert. Die Belastung in den nächsten Wochen wird also hoch sein - ein Grund für die Rotation in Fürth. Aber nicht nur das: Die Länderspielpause hat den einen oder anderen Spieler geschlaucht, beispielsweise Brooks, der mit den USA im Einsatz war und erst im Laufe des Donnerstags wieder in Wolfsburg aufschlug. "Jay hatte eine lange Reise", sagte van Bommel. Für den Abwehr-Chef spielte Bornauw, der eine solide Leistung zeigte. "Wir haben ihn ja nicht umsonst geholt. Wir haben gute Innenverteidiger", so der VfL-Coach über den neuen Belgier.

Der VfL Wolfsburg in Fürth - Die Noten

<b>Koen Casteels: </b> Wie zuletzt auch – er war da, wenn er gebraucht wurde, wie kurz vorm Ende, als er einen Knaller von Abiama hielt. Note: 2 Zur Galerie
Koen Casteels: Wie zuletzt auch – er war da, wenn er gebraucht wurde, wie kurz vorm Ende, als er einen Knaller von Abiama hielt. Note: 2 © VfL Wolfsburg

Zudem tauschte van Bommel auf den Außenverteidiger-Positionen: Gerhardt ersetzte Roussillon, Baku spielte statt vorn rechts in Fürth hinten rechts anstelle von Mbabu. "Kevin und Rouss haben zehn Tage nicht trainiert", begründete der Niederländer. Während der Schweizer mit Knieproblemen zu kämpfen hatte, plagte den Franzosen eine Erkältung. Erst am Donnerstag seien beide wieder ins Mannschaftstraining eingestiegen. Den Platz von Baku nahm Lukas Nmecha ein, der zum ersten Mal für den VfL in der Bundesliga in der Startelf gestanden hatte und seine gute Leistung mit seinem zweiten Saisontor krönte. Auch Gerhardt machte abgesehen von zwei, drei leichten Ballverlusten einen vernünftigen Job.

Nicht ganz so auffällig hingegen war Waldschmidt bei seinem VfL-Debüt. Auf dem linken Flügel ließ der Neuzugang zwar seine Qualitäten aufblitzen, wirklich gefährlich wurde er nach vorn nicht. Einzig kurz vor Schluss, als er im Fürther Sechzehner ein Foul von Sebastian Griesbeck zog - den fälligen Strafstoß verwandelte Wout Weghorst sicher zum 2.0. "Luca war die ganze Länderspielpause bei uns, er kann auf der linken Seite gut spielen", sagte van Bommel und begründete, warum er den 25-Jährigen anstelle von Renato Steffen (war mit der Schweiz unterwegs) ins Rennen schickte. Der Neuzugang selbst war zufrieden nach dem 2:0, sagte: "Wir haben wenig Chancen zugelassen, haben aber auch nicht so viele Riesen-Chancen kreiert – trotz allem waren wir überlegen und haben am Ende verdient gewonnen." Und ihm wurde eine ganz spezielle Aufgabe zuteil - sich bei Freistößen des Gegners hinter die Mauer zu legen, was sonst immer Schlager macht. "Es war komisch für mich", so Waldschmidt. "Ich habe das sonst noch nie gemacht, aber das ist ja jetzt so der neue Trend, dass sich da neuerdings jemand hinlegt – und dann habe ich das halt gemacht."

Häufiger als zuletzt dürfte nach einer starken Vorstellung nun wieder Guilavogui gefragt sein. Der Franzose machte es als Schlager-Vertreter im Mittelfeld an der Seite des starken Maximilian Arnold richtig gut, leistete sich lediglich einen Ballverlust an der Mittellinie, der beinahe zum Gegentor geführt hätte.

Fünf Wechsel im Vergleich zum Spiel zuvor - wird van Bommel jetzt häufiger die Rotationsmaschine anschmeißen, wenn eine englische Woche auf die nächste folgt? Der VfL-Coach wollte das jedenfalls nicht ausschließen. "Vielleicht passiert es öfter, dass ich viel wechsel", sagte der 44-Jährige. Das entscheide sich danach, "welche Spielertypen wir für das jeweilige Spiel brauchen". Zudem sei es für einen Trainer gut, "dass ich aufstellen kann, wen ich will, ohne dass die Qualität abnimmt", sagte van Bommel und lobte damit die Kaderzusammenstellung von Manager Jörg Schmadtke und Sportdirektor Marcel Schäfer.