29. Oktober 2021 / 12:11 Uhr

Wolfsburger Zeitreise in die Bundesliga (10): Meißner gefeiert, aber wieder nur ein Punkt

Wolfsburger Zeitreise in die Bundesliga (10): Meißner gefeiert, aber wieder nur ein Punkt

Jürgen Braun
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Bildnummer: 06548459  Datum: 11.06.1997  Copyright: imago/Rust
VfL Wolfsburg - Aufstieg in die 1. BL am 11.06.97, Roy Präger wird umjubelt.; Herren Fussball GER Aufstieg Feier Aufstiegsfeier vdia xmk hoch o0 Saison 1996/1997, Jubel, Freude, Fan, Zuschauer, 2. BL

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Traf und wurde gefeiert: Stefan Meißner beim 1:1 der Wolfsburger gegen Mannheim. © Imago Images
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Vor 25 Jahren begann das letzte Zweitliga-Jahr des VfL Wolfsburg. Den Weg zum Aufstieg begleiten wir in einer Serie Spieltag für Spieltag parallel zu denen der 25. Wolfsburger Bundesliga-Spielzeit, die ins Jubiläum mündet.

Das Jubiläum kommt! Egal, wie der VfL Wolfsburg abschneidet. Am Ende der Saison hat der VfL 25 Jahre Fußball-Bundesliga hinter sich! Am Stück. Das können von den aktuellen Bundesligisten nur wenige von sich behaupten. Nie abgestiegen aus dem Oberhaus sind aber neben Wolfsburg nur Leverkusen und München. 25 Jahre Bundesliga – bevor das Jubiläum kommt, nehmen wir Sie mit auf eine kleine Zeitreise. Spieltag für Spieltag. In die letzte Zweitliga-Saison.

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Alle bisherigen Teile der Zeitreise

25 Jahre – in vielen Bereichen kein ganz großes Jubiläum. In der Bundesliga eher außergewöhnlich. Außergewöhnlich beständig. Denn nur elf Klubs von insgesamt 56 Bundesligisten seit 1963 haben mehr als 25 Spielzeiten am Stück im Oberhaus gespielt.

Der kleine VfL Wolfsburg. Lange war er die Nummer 5 im Norden gewesen – hinter Bremen, dem HSV, Braunschweig und Hannover. In der Oberliga gefürchtet, doch in der 2. Bundesliga war das Team vom Elsterweg nur sechs Jahre seiner Geschichte gewesen, in der Bundesliga waren die Wölfe überhaupt kein Begriff. Wolfsburg stand für Volkswagen. Punkt. Bis es mit Trainer Uwe Erkenbrecher, Manager Peter Pander sowie Funktionären wie Wolfgang Heitmann oder Manfred Aschenbrenner Visionen gab und 1992 erneut der Aufstieg in die 2. Liga gelang.

Ein einstelliger Platz war das Ziel des VfL für die Saison 1996/1997 gewesen. Eine vorsichtige und realistische Herangehensweise nach unruhigen 18 Monaten, in denen erst Gerd Roggensack den VfL ins Pokalfinale 1995 als Nachfolger von Eckhard Krautzun geführt hatte, mit dem es bis ins Viertelfinale gegangen war. Das Halbfinal-1:0 beim klassenhöheren 1. FC Köln durch ein Tor von Siggi Reich blieb das Highlight unter Roggensack. Zum Aufstieg führte er das Team, das lange einen Aufstiegsplatz bekleidet hatte, nicht mehr.

Roggensack war bereits im Oktober 1995 nach einem Heim-0:5 gegen Bochum von Ex-HSV-Profi Willi Reimann abgelöst worden. Eine auf dem Papier sehr namhafte Mannschaft konnte der knorrige Hanseate immerhin mit seiner stoischen Art voranbringen, sodass sie dann in der Rückrunde 95/96 bis zum Ende 14 Mal in Folge ungeschlagen blieb. Danach ging es in eine ganz besondere Saison.

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Der zehnte Spieltag der Zweitliga-Saison 1996/97

Was zuvor so war: Der deutsche Aktien-Index DAX erreicht ein Rekordhoch von 2700 Punkten. Der wissenschaftliche Beirat der Bundesregierung warnt: "Das Zeitalter der Katastrophen beginnt." Der Klimawandel hervorgerufen durch den Treibhauseffekt werde extreme Wetterkapriolen mit sich bringen.


Das Spiel: "So gemein ist Fußball!" titelte die WAZ zum Spielbericht. Denn der VfL hatte an jenem Oktober-Freitagabend top gespielt gegen das Kellerkind, laut Manager Peter Pander sogar "das beste Heimspiel der Saison" hingelegt. Doch es sollte nicht sein. Mannheim war bereits nach zwei Minuten in Führung gegangen. Erst hatte Matthias Maucksch einen Kopfball von Andrzej Kobylanski auf der Linie geklärt, Norbert Hoffmanns Nachschuss aus zwölf Metern saß aber. Danach setzte der VfL unbeeindruckt zu einem Sturmlauf an, oft angetrieben von Mittelfeldspieler Michael Spies, der sein Startelfdebüt gab. Roy Präger traf nur den Pfosten, dem später nach seiner Auswechslung von den Fans gefeierten Stefan "Fritze" Meißner gelang der Ausgleich zum 1:1 noch vor der Pause.

Fast 30 Minuten spielte der VfL bald darauf in Überzahl, doch weder Präger noch der eingewechselte Petar Mihtarski oder Spies, dessen Freistoß kurz vor Schluss auf die Latte tropfte, hatten Glück. Wir haben gut gespielt, alles gegeben, Chancen gehabt. Dass dann nur ein Ding reingeht, ist doch Pech", haderte Präger. Der nie zur Euphorie neigende Maucksch merkte aber an: "Gegen am Ende zehn Mannheimer muss man überzeugender spielen." Der VfL war in einer Remis-Schleife gefangen. Mit dem dritten Unentschieden in Folge rutschte er erneut einen Platz runter und war nun Dritter.

Die Statistik

VfL Wolfsburg - SV Waldhof-Mannheim 1:1 (1:1)
(11. Okt. 1996)

  • VfL: Zimmermann - Maucksch, Tomcic, Jensen - Präger, Probst (64. Kapetanovic), Spies, Deering (64. Stammann), Keller - Tyszkiewicz, Meißner (81. Mihtarski).
  • SVW: Clauß - Schwarz, Wagenhaus, Barth - Gerlach, Reichel, Schlotterbeck (65. Dehoust), Hofmann, Scheuber - Uysal, Kobylanski (83. Luginger).
  • Schiedsrichter: Fandel (Kyllburg). Zuschauende: 5200.
  • Gelbe Karten: Jensen, Tomcic - Wagenhaus, Gerlach. Gelb-Rot: Wagenhaus (62.).
  • WAZ-Spieler des Spiels: Meißner.

Tabelle nach dem 10. Spieltag der Zweitliga-Saison 1996/97
1. FC K'lautern....14:4 20
2. St. Kickers........15:9 18
3. Wolfsburg........12:5 17
4. Mainz 05..........15:9 17
5. Uerdingen........16:11 16
6. Hertha BSC..... 15:9 15
7. Fortuna Köln.....18:13 15
8. Unterhaching......9:7 14
9. Carl Z. Jena.......11:11 13
10. SV Meppen.......7:7 13
11. Eintr. Frankfurt..12:12 12
12. VfB Leipzig.....15:19 12
13. Gütersloh.........7:14 11
14. Lübeck.............6:16 10
15. Zwickau...........9:11 9
16. Mannheim.......15:18 8
17. Essen..............14:28 7
18. Oldenburg........10:17 6

In einer AZ/WAZ-Serie zeichnen wir den Weg zum Aufstieg nach – gehen ihn Spieltag für Spieltag parallel zur neuen Bundesliga-Saison mit. Was 2021/22 am Ende stehen wird, wissen wir noch nicht, was 1997 am Ende der Saison stand, wissen alle Fans. Manche aber waren damals noch jung, manche noch gar nicht geboren.

Bei dieser Zeitreise können sie mitmachen. Schicken Sie uns gerne Mails, wenn Sie mögen auch Fotos (als Dateien, bitte keine Originale; an sport@waz-online.de), mit Ihren besonderen Erinnerungen an Partien, oder posten Sie sie am entsprechenden Spieltag in den dann erscheinenden Sportbuzzer-Beitrag bei Facebook.