05. November 2021 / 22:41 Uhr

Wolfsburger Zeitreise in die Bundesliga (11): Stepi-raus-Rufe beim Sprung auf Platz zwei

Wolfsburger Zeitreise in die Bundesliga (11): Stepi-raus-Rufe beim Sprung auf Platz zwei

Jürgen Braun
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Remis gegen Wolfsburg: Für Frankfurt-Trainer Dragoslav Stepanovic (l.) wuchs der Druck.
Remis gegen Wolfsburg: Für Frankfurt-Trainer Dragoslav Stepanovic (l.) wuchs der Druck. © Imago Images / Harder
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Vor 25 Jahren begann das letzte Zweitliga-Jahr des VfL Wolfsburg. Den Weg zum Aufstieg begleiten wir in einer Serie Spieltag für Spieltag parallel zu denen der 25. Wolfsburger Bundesliga-Spielzeit, die ins Jubiläum mündet.

Das Jubiläum kommt! Egal, wie der VfL Wolfsburg abschneidet. Am Ende der Saison hat der VfL 25 Jahre Fußball-Bundesliga hinter sich! Am Stück. Das können von den aktuellen Bundesligisten nur wenige von sich behaupten. Nie abgestiegen aus dem Oberhaus sind aber neben Wolfsburg nur Leverkusen und München. 25 Jahre Bundesliga – bevor das Jubiläum kommt, nehmen wir Sie mit auf eine kleine Zeitreise. Spieltag für Spieltag. In die letzte Zweitliga-Saison.

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Alle bisherigen Teile der Zeitreise

25 Jahre – in vielen Bereichen kein ganz großes Jubiläum. In der Bundesliga eher außergewöhnlich. Außergewöhnlich beständig. Denn nur elf Klubs von insgesamt 56 Bundesligisten seit 1963 haben mehr als 25 Spielzeiten am Stück im Oberhaus gespielt.

Der kleine VfL Wolfsburg. Lange war er die Nummer 5 im Norden gewesen – hinter Bremen, dem HSV, Braunschweig und Hannover. In der Oberliga gefürchtet, doch in der 2. Bundesliga war das Team vom Elsterweg nur sechs Jahre seiner Geschichte gewesen, in der Bundesliga waren die Wölfe überhaupt kein Begriff. Wolfsburg stand für Volkswagen. Punkt. Bis es mit Trainer Uwe Erkenbrecher, Manager Peter Pander sowie Funktionären wie Wolfgang Heitmann oder Manfred Aschenbrenner Visionen gab und 1992 erneut der Aufstieg in die 2. Liga gelang.

Ein einstelliger Platz war das Ziel des VfL für die Saison 1996/1997 gewesen. Eine vorsichtige und realistische Herangehensweise nach unruhigen 18 Monaten, in denen erst Gerd Roggensack den VfL ins Pokalfinale 1995 als Nachfolger von Eckhard Krautzun geführt hatte, mit dem es bis ins Viertelfinale gegangen war. Das Halbfinal-1:0 beim klassenhöheren 1. FC Köln durch ein Tor von Siggi Reich blieb das Highlight unter Roggensack. Zum Aufstieg führte er das Team, das lange einen Aufstiegsplatz bekleidet hatte, nicht mehr.

Roggensack war bereits im Oktober 1995 nach einem Heim-0:5 gegen Bochum von Ex-HSV-Profi Willi Reimann abgelöst worden. Eine auf dem Papier sehr namhafte Mannschaft konnte der knorrige Hanseate immerhin mit seiner stoischen Art voranbringen, sodass sie dann in der Rückrunde 95/96 bis zum Ende 14 Mal in Folge ungeschlagen blieb. Danach ging es in eine ganz besondere Saison.

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Der elfte Spieltag der Zweitliga-Saison 1996/97

Was zuvor so war: Der frühere französische Tennis-Champion und Textil-Unternehmer René Lacoste stirbt im Alter von 92 Jahren. Bei einer Massenpanik auf der überfüllten Tribüne beim Fußball-WM-Qualifikationsspiel zwischen Guatemala und Costa Rica gibt es im Stadion in Guatemala-City 84 Tote.


Das Spiel: Wie in der Vorwoche zeigte sich Wolfsburg spielstark - bei einem allerdings enttäuschenden Bundesliga-Absteiger, bei dem Coach Dragoslav Stepanovic sich "Stepi-raus-Rufe von den Rängen gefallen lassen musste. "Viermal Remis, das bringt uns einfach nicht weiter", meinte Stefan Meißner der erneut traf. Sein 1:0 nach Flanke von Präger per Kopf erzielt, hielt aber nicht lange. Slobodan Komljenovic glich nach Freistoß von Maurizio Gaudino ebenfalls per Kopf aus. Wolfsburg hatte die Partie über weite Strecken der ersten Halbzeit im Griff gehabt, dann unerklärlich nachgelassen. Und am Ende hätte es dann doch ein Sieg werden müssen. Doch genau wie in der Vorwoche traf Michael Spies kurz vor Schluss nur die Lattenoberkante. Und erneut gab es eine Riesenchance kurz vor Schluss. Diesmal war es Roy Präger, der Oka Nikolov nur noch fragen musste 'In welche Ecke hättest du ihn gern?', doch dann schob der Offensivmann die Kugel freistehend vorbei. "Ich will doch selbst oben mitspielen", war Präger enttäuscht. "Es geht mir seit vielen Jahren so, dass ich meine Chancen nicht ordentlich vewertete" Trost gab es von Spies: "Er soll sich nicht selber runterziehen, einfach weitermachen." Was dann ja auch passieren sollte... Für die Wolfsburger ging es trotz Punkteverlust einen Platz rauf auf Rang zwei, weil die Stuttgarter Kickers daheim gegen Jena verloren, Meppen Verfolger Mainz mit 5:4 besiegt und Uerdingen nur Remis gegen Unterhaching gespielt hatte.

Die Statistik

Eintr. Frankfurt - VfL Wolfsburg 1:1 (1:1)
(19. Okt. 1996)

  • Eintracht: Nikolov - Zchadadse, Bindewald, Komljenovic - Glöckner, Beuchel, Gaudino, Menze, Rossi (85. Reuter) - Ekström, Becker.
  • VfL: Zimmermann - Maucksch, Tomcic (51. Kapetanovic), Jensen (85. Kleeschätzky) - Präger, Spies, Probst, Dammeier, Keller - Tyszkiewicz, Meißner (75. Mihtarski).
  • Schiedsrichter: Keßler (Wogau). Zuschauende: 12.400.
  • Gelbe Karten: Rossi - Probst.
  • WAZ-Spieler des Spiels: Zimmermann.

Tabelle nach dem 11. Spieltag der Zweitliga-Saison 1996/97
1. FC K'lautern.....14:4 21
2. Wolfsburg.......13:6 18
3. St. Kickers....... 16:11 18
4. Mainz 05..........19:14 17
5. Uerdingen........16:11 17
6. Fortuna Köln.....18:13 16
7. Carl Z. Jena......13:12 16
8. SV Meppen.......12:11 16
9. Hertha BSC..... 16:11 15
10. Unterhaching......9:7 15
11. VfB Leipzig.......17:20 15
12. Gütersloh.........10:16 14
13. E. Frankfurt......13:13 13
14. Mannheim........17:19 11
15. Lübeck..............8:19 10
16. Zwickau...........10:13 9
17. Oldenburg........12:18 9
18. RW Essen........15:30 7

In einer AZ/WAZ-Serie zeichnen wir den Weg zum Aufstieg nach – gehen ihn Spieltag für Spieltag parallel zur neuen Bundesliga-Saison mit. Was 2021/22 am Ende stehen wird, wissen wir noch nicht, was 1997 am Ende der Saison stand, wissen alle Fans. Manche aber waren damals noch jung, manche noch gar nicht geboren.

Bei dieser Zeitreise können sie mitmachen. Schicken Sie uns gerne Mails, wenn Sie mögen auch Fotos (als Dateien, bitte keine Originale; an sport@waz-online.de), mit Ihren besonderen Erinnerungen an Partien, oder posten Sie sie am entsprechenden Spieltag in den dann erscheinenden Sportbuzzer-Beitrag bei Facebook.