17. November 2020 / 15:33 Uhr

Wolfsburgs Arnold nach dem Trainer-Ärger: "Es wäre ja langweilig, wenn nichts wäre..."

Wolfsburgs Arnold nach dem Trainer-Ärger: "Es wäre ja langweilig, wenn nichts wäre..."

Engelbert Hensel
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Will nicht zu weit nach vorn schauen: VfLer Maximilian Arnold.
Lauf- und kampfstarker Mittelfeldspieler: Maximilian Arnold vom VfL Wolfsburg. © Roland Hermstein
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Noch ungeschlagen - und trotzdem hat der VfL Wolfsburg unruhige Tage hinter sich. Doch die Mannschaft habe sich davon nicht beirren lassen, betont Maximilian Arnold vor dem Duell mit Schalke.

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16 Punkte aus den letzten sechs Spielen des Jahres – vor zwei Jahren hat der VfL vor der Winterpause einen Mega-Endspurt hingelegt. Maximilian Arnold erinnert sich gern daran zurück, aber er will das Vergangene vor den nun anstehenden letzten sechs Spielen des Jahres in dieser Fußball-Bundesliga-Saison nicht in den Blickpunkt stellen. Er schaut auf das, was jetzt kommt – und das ist am Samstag (15.30 Uhr) die Partie beim Vorletzten Schalke 04.

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Das VfL-Spiel (vor allem das nach vorn) funktioniert zwar noch nicht so wie sich das Oliver Glasner wünscht – und trotzdem sind die Wolfsburger in dieser Saison noch ungeschlagen, stehen nach fünf Remis und zwei Siegen auf Rang sechs, haben eine Defensive, die zu den besten der Liga gehört. Und mit Erfolgen in den Duellen mit Schalke, Bremen und Köln als nächste Gegner hat der VfL nun die Chance, sich oben festzusetzen. „Eine Chance hat man immer, wenn man nicht gerade gegen Bayern, Dortmund und Leipzig hintereinander spielen muss...“, sagt Arnold, der davor warnt, Kellerkind Schalke zu unterschätzen. „Wenn wir dahin fahren und denken, wir spielen es mal locker-flockig, eins, zwei, drei – dann werden wir auf die Nase fallen. Ich bin lieber dafür, wie machen so weiter.“ So weiter wie zuletzt – „diszipliniert und fokussiert“.

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Im letzten Spiel beim 2:1 gegen 1899 Hoffenheim hatte Arnold, der jüngst zum zweiten Mal Papa geworden ist, kurz vorm Ende einen Hand-Elfmeter verursacht, den Koen Casteels jedoch parieren konnte. Was gab’s hinterher als Geschenk für die Nummer 1 des VfL? „Ich habe ihn in meiner Instagram-Story erwähnt...“, so der 26-Jährige schmunzelnd. „Er hat mir ja den A.... gerettet.“ 1899 hätte mit dem Elfer kurz vom Ende ausgleichen können, weil Wout Weghorst zuvor einen für den VfL verballert hatte.

In der Bundesliga gibt es in dieser Saison Elfmeter en masse – 30 sind es nach nur sieben Spieltagen. So viele wie noch nie. Für Weltmeister Mats Hummels (Dortmund) sogar „viel zu viele“, wie er auf Twitter erklärte. Arnold sagt es nicht so klar, aber seine Körpersprache zeigt, dass er es auch nicht gut findet, dass die Schiris so oft auf den Punkt zeigen. Der Mittelfeldspieler streckt seinen rechten Arm zur Seite und beschreibt: „Wenn der Ball dann dagegen kommt, sage ich: In Ordnung.“ Dann sei das ein Elfer, aber es sei für ihn keiner, wenn die Kugel etwa vom Oberschenkel abgefälscht an der Hand lande.

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Die Hoffenheim-Partie war das erste Spiel nach der Transferkritik von Oliver Glasner. Im Vorfeld des Hoffenheim-Spiels hatte sich Glasner darüber beklagt, dass der VfL keinen Offensivspieler mit Tempo und Tiefgang verpflichtet hat, woraufhin er bei Manager Jörg Schmadtke und Sportdirektor Marcel Schäfer zum Rapport musste. „Es wäre ja langweilig, wenn nichts wäre“, sagt Arnold, der gern mal einen Spruch raushaut, grinsend. Aber das Thema sei ja geregelt worden.

Ganz wichtig aus seiner Sicht: Die Mannschaft habe sich von diesem Zwist nicht beirren lassen. „Wir müssen auf dem Platz die Antwort geben, alles andere müssen die Beteiligten klären“, so Arnold. Die Mannschaft sei gefestigt, sie sei nicht mit der von vor drei oder vier Jahren zu vergleichen, als die Wolfsburger zweimal in Folge in die Relegation gemusst hatten. Damals hätte solch ein Zwist auch Auswirkungen aufs Team gehabt, jetzt aber war das nicht der Fall. Der Ärger sei im Team „nicht thematisiert worden“. Arnold lobt: „Wir haben unseren Stiefel runtergespielt und unseren Job erledigt.“ Auch Glasner selbst habe „einen ruhigen Eindruck gemacht - so, wie er eigentlich immer ist“, beschreibt Arnold.

Am Samstag gibt es nun das Wiedersehen mit Ex-VfLer Naldo, der zusammen mit Arnold 2015 den Pokal gewann. Naldo ist seit September Co-Trainer bei den Knappen. Arnold: „Ich hätte zwar nie gedacht, dass er mal Co-Trainer wird. Aber mit seiner positiven Art ist er für Schalke ein Top-Transfer.“