05. Juli 2021 / 15:14 Uhr

Wolfsburgs Arnold zu Olympia: "Das ist schon was Geiles!"

Wolfsburgs Arnold zu Olympia: "Das ist schon was Geiles!"

Engelbert Hensel
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Olympia-Fahrer: Auch Wolfsburgs Maximilian Arnold wurde im DFB-Video im Anime-Stil präsentiert.
Olympia-Fahrer: Auch Wolfsburgs Maximilian Arnold wurde im DFB-Video im Anime-Stil präsentiert. © DFB / Roland Hermstein
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Maximilian Arnold freut sich über seine Nominierung für das olympische Fußball-Turnier - auch wenn er damit einen großen Teil der Saisonvorbereitung beim VfL Wolfsburg verpasst. Bereits am kommenden Montag geht die Reise los.

Jetzt ist der deutsche Kader für das olympische Fußball-Turnier 2021 fix, DFB-Trainer Stefan Kuntz lüftete am Montag die letzten Geheimnisse. Dass Maximilian Arnold vom VfL dabei ist, war keines mehr - die Nominierung des Mittelfeld-Mannes stand schon in der vergangenen Woche fest. Für Arnold geht mit dem Tokio-Ticket "ein Traum in Erfüllung. Das ist schon was Geiles", sagt das Eigengewächs des Wolfsburger Fußball-Bundesligisten freudestrahlend.

Arnold verpasst damit den größten Teil der VfL-Saisonvorbereitung unter dem neuen Trainer Mark van Bommel. Schon am kommenden Montag reist Arnold zum Team-Treffpunkt nach Frankfurt, einen Tag darauf geht's nach Japan, wo die DFB-Auswahl in Wakayama City in der Nähe von Osaka ein Trainingslager bezieht und am 17. Juli (10 Uhr deutscher Zeit) ein Testspiel gegen Olympia-Teilnehmer Honduras absolviert. Arnold: „Ich hoffe, dass es sich so lohnt, dass ich mit einem ordentlichen Ergebnis nach Hause komme und dass wir dann mit dem VfL eine Saison vor uns haben, in der alles passt!"

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Eine Saison mit dem Highlight Champions League, aber zunächst einmal denkt er nur an Tokio. "Ich möchte alles miterleben, alles aufsaugen, was man aufsaugen kann", sagt er. Als Favorit bezeichnet er das deutsche Team nicht. "Man muss schauen, in welcher Verfassung wir als Mannschaft sind." Eine Mannschaft, die "komplett zusammengewürfelt" worden sei. Daher kann "man nicht einfach sagen, wir fahren hin und holen sicher eine Medaille. Das wäre zwar schön, aber da ist noch einiges an Trainingsarbeit nötig.“

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Das Turnier startet am 22. Juli, wie üblich finden die Partien in Fußballstadien im ganzen Land statt. Ihre Auftaktpartie gegen Brasilien bestreiten Arnold und Co. ausgerechnet in dem Stadion in Yokohama (gut 30 Kilometer südlich von Tokio), in dem Deutschland das WM-Finale 2002 verlor - ebenfalls gegen Brasilien. Nach dem zweiten Gruppenspiel gegen Saudi-Arabien (in Yokohama) geht's ins deutlich weiter nördlich gelegene Rifu, wo das Gruppenfinale gegen die Elfenbeinküste stattfindet. Für Fans in der Heimat werden die Partien zum Vormittagsprogranm - sie finden um 10.30 Uhr, 13.30 Uhr und 10 Uhr statt. Jeweils zwei Teams aus den vier Vorrunden-Gruppen kommen ins Viertelfinale (31. Juli), nach den Halbfinals am 3. August findet das Finale am 6. August in Yokohama statt.

So sehr sich Arnold auch auf Tokio freut, seine Frau und die beiden gemeinsamen Söhne wird der lauf- und zweikampfstarke Mittelfeldspieler erst einmal länger nicht sehen. „Wenn wir ins Finale kommen sollten, wäre ich vier Wochen von meinen Kindern weg, mal gucken, wie ich das verkrafte", so Arnold, der nach dem Anruf von Trainer Stefan Kuntz sowohl mit den VfL-Verantwortlichen als auch mit seiner Jenny über seine mögliche Teilnahme an den Olympischen Spielen sprach.

„Wenn man eine Familie gründet, sollte man so etwas besprechen, das haben wir auch getan. Es ging mal hin und her, aber am Ende sind wir zu dem Ergebnis gekommen, dass ich meinen Traum leben darf", erzählt der VfLer. Man mache sich natürlich Gedanken, nicht nur, weil man von der Familie weg ist, "sondern ich verpasse ja auch einen Großteil der Vorbereitung". Deshalb versuche er sich in den Tagen bis zu seiner Abreise "so viel Input zu holen, wie es geht", damit er schnell versteht, wie der neue VfL-Coach Mark van Bommel spielen lassen möchte. Aber am Ende stand die "einmalige Sache" Olympia über allem. "Ich denke, daher versteht es auch jeder, dass ich das machen kann.“


Nach seiner Rückkehr will Arnold sofort wieder einsteigen. "Ich brauche keine Woche frei, ich hatte ja jetzt fünf Wochen Urlaub, das hat mir gereicht", sagt Arnold grinsend. "Ich nehme meinen Beruf sehr ernst und bin keiner, der jetzt vier Wochen Urlaub macht. Ich habe da ein paar Spiele und weiß, wie ich meinen Körper zu pflegen habe. Ich versuche, im bestmöglichen Zustand zurückzukommen", so Wolfsburgs Nummer 27.

Wegen der Verschiebung der Spiele von 2020 auf 2021 ist die Olympia-Auswahl in diesem Jahr quasi eine U24- statt wie üblich eine U23-Mannschaft. Wie immer dürfen aber drei ältere Spieler dabei sein. Kuntz entschied sich für Arnold, den Ex-VfLer Max Kruse (33/Union Berlin) und Nadiem Amiri (24/Bayer Leverkusen). In dem Aufgebot, das das deutsche Olympia-Team mit einem coolen Video im Anime-Stil (angelehnt an die Kult-TV-Serie "Captian Tsubasa") bekannt gab, stehen mit Felix Uduokhai (FC Augsburg) und Anton Stach (Greuther Fürth) zwei weitere Ex-VfLer.

Das deutsche Olympia-Aufgebot

Tor: Svend Brodersen (Yokohama FC), Florian Müller (VfB Stuttgart), Luca Plogmann (Werder Bremen).

Abwehr: Benjamin Henrichs (RB Leipzig), Amos Pieper (Arminia Bielefeld), David Raum (1899 Hoffenheim), Jordan Torunarigha (Hertha BSC), Felix Uduokhai (FC Augsburg), Josha Vagnoman (Hamburger SV).

Mittelfeld und Sturm: Nadiem Amiri (Bayer Leverkusen), Maximilian Arnold (VfL Wolfsburg), Niklas Dorsch (KAA Gent), Ismail Jakobs (1.FC Köln), Max Kruse (Union Berlin), Eduard Löwen (VfL Bochum), Arne Maier (Hertha BSC), Marco Richter (FC Augsburg), Anton Stach (SpVgg Greuther Fürth), Cedric Teuchert (Union Berlin).