22. Oktober 2020 / 08:30 Uhr

Wolfsburgs Baku hat keine Angst vor Premieren: „Es ist doch nur Fußball...“

Wolfsburgs Baku hat keine Angst vor Premieren: „Es ist doch nur Fußball...“

Engelbert Hensel
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Ridle Baku (Rechtsverteidiger, Jahrgang 1998, für 10 Millionen Euro vom 1. FSV Mainz 05 verpflichtet)
Neuzugang des VfL Wolfsburg: Ridle Baku. © imago images/regios24
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Am Samstagabend beim 1:1 des VfL Wolfsburg in Gladbach hatte Ridle Baku erstmals in der Startelf des Wolfsburger Fußball-Bundesligisten gestanden - und hatte seine Sache prompt gut gelöst. Für ihn nicht so ungewöhnlich, weil Baku ein guter Starter ist...

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Ridle Baku kann Startelf-Premieren - das bewies der VfL-Neuzugang am Samstagabend beim 1:1 in Gladbach, als er den Ausgleich von Wout Weghorst mustergültig vorbereitete. Dass er ein guter Starter ist, bewies der 22-Jährige auch bei seinem Debüt in der Fußball-Bundesliga für seinen Ex-Klub Mainz 05, von dem er gerade für knapp 10 Millionen Euro nach Wolfsburg gewechselt ist.

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Baku und sein erstes Bundesliga-Spiel: Am 29. April 2018 befand sich der U21-Nationalspieler morgens noch im Bus auf dem Weg nach Freiburg. Dort sollte er eigentlich in der Regionalliga für die Mainzer U23-Mannschaft auflaufen. Doch daraus wurde nichts. "Ich habe an einer Autobahnraststätte erfahren, dass ich aus dem Bus aussteigen soll", schildert Baku. Er war nach Mainz zurückbeordert worden. Mit dem Auto wurde er ins Teamhotel gefahren, wo er vom damaligen 05-Trainer Sandro Schwarz noch schnell ein paar kurze taktische Anweisungen bekam, bevor er gegen RB Leipzig erstmals in der Bundesliga auflaufen durfte. Damit nicht genug, beim 3:0 traf er auch noch prompt. "Einfach überragend."

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Baku erzählt diese verrückte Geschichte ("So etwas erlebt man nicht alle Tage") bestens gelaunt, der Neuzugang lacht immer wieder und freut sich, dass seine Premiere in Wolfsburg "nun auch ganz gut gelungen ist". Diese Lockerheit ist nicht gespielt. Er sei auch schon mal nervös, "aber ich sage immer: Das ist nur Fußball, es geht nicht um Leben und Tod. Am Ende gewinnt oder verliert man - und das war es dann auch. So sehe ich das..." Der Mann mit dem sonnigen Gemüt sieht sich nicht als Spaßvogel, in der Kabine ist er eher zurückgezogen und still, aber im privaten Bereich "kann ich meine Person schon mal ein Stück weit ausleben".



Baku hat sechs Geschwister, sein Zwillingsbruder Makana spielt bei Zweitligist Holstein Kiel. Aufgrund seiner großen Familie sucht der Neu-Wolfsburger nun nach einer größeren Unterkunft, damit der gebürtige Mainzer seine Lieben immer mal wieder um sich haben kann. Er ist erstmals weg von Zuhause, anfangs sei das schon ein bisschen komisch gewesen, aber mittlerweile "geht es schon ganz gut", sagt Baku, den auch die Bayern auf dem Zettel hatten. "Ich habe mich damit nicht beschäftigt. Ich hatte das nicht wirklich im Blick. Es war relativ klar, dass ich zum VfL wechseln werde."

Der VfL wiederum wollte ihn unbedingt - und er wollte nach Wolfsburg. Hier will er nun den viel zitierten nächsten Schritt in seiner Karriere machen. Der Mann, der hinten rechts, aber auch im Mittelfeld spielen kann, will sich für höhere Aufgaben empfehlen. Baku will in die A-Nationalmannschaft. Im nächsten Jahr steigt die EM. Ein Thema? "Da denke ich jetzt nicht so drüber nach, aber wenn sich das irgendwie ergeben könnte, werde ich schlecht Nein sagen", so Baku. "Ich versuche einfach, in der U21 und im Verein Gas zu geben."

Beim VfL wird er zunächst hinten rechts spielen, weil mit Kevin Mbabu und William gerade beide Rechtsverteidiger verletzt sind. "Ich kann das durchaus spielen, dennoch kann ich mir vorstellen, irgendwann wieder im Mittelfeld zu spielen. Die Acht ist eigentlich meine Wunschposition", betont Baku und verrät, dass Joshua Kimmich vom FC Bayern sein Vorbild sei. Einer, der wie Baku hinten rechts und im Mittelfeld spielen kann.

Am Sonntag gegen Bielefeld wird er wieder in der Startelf stehen, danach muss der VfL bei Hertha BSC ran, bevor es gegen 1899 Hoffenheim geht. "Die nächsten Spielen werden entscheiden, in welche Richtung es für uns geht", so Baku. Wolfsburg steht nach vier Partien mit vier Remis da, ist hinten sattelfest, hat aber vorn Probleme. Baku kämpferisch: "Die nächsten drei Spiele wollen wir gewinnen - das sollte unser Anspruch sein.“