08. März 2021 / 14:01 Uhr

Wolfsburgs Eishockey-Ikone Höhenleitner: Appell an die Stadt für den Nachwuchs

Wolfsburgs Eishockey-Ikone Höhenleitner: Appell an die Stadt für den Nachwuchs

Jürgen Braun
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Wolfsburg,  SPORT, Eishockey, Grizzlys Wolfsburg - Augsburg Panther, 03012020
Wünscht sich, dass Wolfsburg Nachwuchs nochmal aufs Eis darf und appelliert an die Stadt: Grizzlys-Ikone und Sportler des Jahres Christoph Höhenleitner. © Gero Gerewitz
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Keine Saison, kaum Eis-Training - Wolfsburgs Eishockey-Nachwuchs geht durch schwere Corona-Zeiten. Da wünscht sich Ex-Profi und Urgestein Christoph Höhenleitner, amtierender Sportler des Jahres, angesichts sich anbahnender Lockerungen eines: "Dass sie noch mal auf Eis trainieren können." Und dafür richtet er eine Bitte an die Stadt Wolfsburg...

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"Schlimm für die Kinder"

803 Partien hat Christoph Höhenleitner im Eishockey-Oberhaus gemacht, die meisten davon für die Grizzlys Wolfsburg. Er weiß, wie wichtig Training vor allem für junge Kufen-Cracks ist. In ihrem Sport, der auf eine Eisfläche angewiesen ist. Nur die U17 durfte in dieser Serie mal spielen, Training war rund zwei Monate möglich. "Schlimm für die Kinder", sagt Höhenleitner, der nach seiner aktiven Karriere im vergangenen Sommer als zweiter hauptamtlicher Nachwuchs-Coach bei den Grizzlys neben Daniel Galonska einstieg. Die Eishockey-Ikone richtet einen Appell an die Stadt.

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Doch mal wieder aufs Eis - wenn das für den Nachwuchs möglich wäre, dann wäre Höhenleitner glücklich. Die Initiative des stellvertretenden Sportausschuss-Vorsitzenden Ingolf Viereck (SPD) begrüßte er. Der bat die Stadt zu prüfen, ob die Grizzlys in diesem Jahr nicht eventuell über die laufende Profi-Saison hinaus noch Eis behalten könnten. Höhenleitner, amtierender Sportler des Jahres in der Stadt: "Es wird oft von der Sportstadt Wolfsburg gesprochen, hier könnte bewiesen werden, dass dem so ist."

Er weiß, wie wichtig eine Rückkehr aufs Eis wäre. Für die Fähigkeiten, aber auch für die Motivation. "Bislang", so bestätigt Galonska, "haben alle Spieler aller Teams und ihre Eltern trotz der schwierigen Umstände zur Stange gehalten, hatten wir keine Abgänge."

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Momentan werde in Absprache mit dem Hygiene-Beauftragten der Profis, Dr. Axel Gänsslen, und dem Gesundheitsamt geprüft, welche Übungsmöglichkeiten im Freien und als Gruppe die neuen Lockerung geben. Höhenleitner: "Das wäre dann schon was anderes, als immer nur Training per Zoom."

Eine Rückkehr aufs Eis wäre aber das Allergrößte. Höhenleitner selbst hatte den Rücktritt vom Rücktritt gewagt, spielt für Drittligist Hannover Scorpions, weil er es ganz ohne Spielbetrieb nicht ausgehalten hatte. Jetzt hat er drei Spiele leicht verletzt verpasst, "aber am Dienstag sollte ich wieder dabei sein", sagt er. Und wenn es ihm schon fehlt, wie mag es erst mal den Schülern gehen?

Ob es noch einmal für den Nachwuchs aufs Eis gehen kann, wird auch an der weiteren Corona-Entwicklung hängen. Läuft es günstig, bleibt für die Eishockey-Jugend dennoch ein Problem: Wenn die Saison der Profis vorbei ist, wird normalerweise abgetaut. Höhenleitner, der als Profi mit den Grizzlys dreimal des Finale um die deutsche Meisterschaft erreicht hatte: "Wir wünschen uns so oder so, dass die DEL-Mannschaft möglichst lange in den Play-Offs spielt. Aber wenn die Corona-Lage es danach zulassen würde, noch mal aufs Eis zu können, wäre es toll, wenn die Stadt es möglich machen könnte, dass es noch etwas länger Eis gibt." Immerhin: Im Hintergrund laufen Gespräche.