16. Januar 2019 / 13:23 Uhr

Wolfsburgs Eishockey-Nationalspielerin Fine Raschke: "WM-Silber hat nicht jeder"

Wolfsburgs Eishockey-Nationalspielerin Fine Raschke: "WM-Silber hat nicht jeder"

Jürgen Braun
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Fine Raschke im Dress des Nationalteams.
Fine Raschke im Dress des Nationalteams. © IIHF Zangerle
Anzeige

Die 16-jährige Fine Raschke spielte für Deutschland als Vize-Kapitänin bei der Eishockey-U18-WM mit. Der erhoffte Aufstieg in die Elitegruppe klappte zwar nicht, die Grizzlys-Spielerin ist dennoch nicht allzu enttäuscht. Ein besonderes Wiedersehen machte die WM zusätzlich zu einem schönen Erlebnis.

Anzeige
Anzeige

Müde, geschafft und ein wenig unglücklich war sie am Montag mit ihren Eltern aus Österreich heimgefahren, am Dienstag ging sie wieder zum Unterricht aufs Phoenix-Gymnasium in Vorsfelde – die Eishockey-WM 2018 der U18-Frauen ist für Fine Raschke von den Grizzlys Wolfsburg vorbei. Aber noch nicht ganz abgehakt. „Es könnte noch dauern, bis das ganz verdaut ist“, sagte sie. Denn im letzten Spiel hatte der erhoffte Aufstieg in die Elitegruppe nicht geklappt. Dafür gab es ein Wiedersehen mit Eishockey-Zwillingen.

„Die Enttäuschung war natürlich groß“, so die Verteidigerin, zugleich stellvertretende Mannschaftsführerin des Nationalteams. Ein Punkt hätte gegen die Slowakei genügt, doch nach vier Siegen in Folge war das DEB-Team bei der WM der Division I (umgangssprachlich B-WM) durch zwei Powerplay-Tore der Slowakinnen in Rückstand geraten, verlor am Ende mit 1:5. „Noch mal A-Gruppe, 2020 noch mal gegen die Elite zu spielen wäre toll gewesen“, sagt sie. „Auch wenn es da mehr Niederlagen geben dürfte.“

Fine Raschke jubelt mit ihren Teamkolleginnen.
Fine Raschke jubelt mit ihren Teamkolleginnen. © IIHF Zangerle
Anzeige

Schule, Nationalteam und Bundesliga unter einem Hut

WM in Russland, WM in Österreich – das deutet schon an, welchen Stress die Schülerin auf sich nimmt. Gut: Für die Nationalmannschafts-Maßnahmen bekommt sie Freistellungen von der Schule, „aber ich arbeite das natürlich alles nach. Zum Teil auch während der Turniere“. Quartiere und Flüge bezahlt der Deutsche Eishockey-Bund und etwas Spitzensport-Zuwendung bekommt sie auch.

Inklusive der Vorbereitungslehrgänge war sie jetzt 20 Tage am Stück mit ihrem Team unterwegs. Täglich gab es zwei Trainingseinheiten plus Fitnessübungen oder ein Spiel plus Training. Hinzu kam ein Ernährungs-Workshop und für sie als Mitglied im Kapitäns-Trio noch ein internationaler Workshop des Weltverbandes IIHF zum Thema Anti-Doping und Integrität. In Wolfsburg spielt sie für die männliche U17. 34 Saisonpartien, wahrscheinlich danach noch Aufstiegsrunde.

"Wie es 2019/20 wird, weiß ich nicht genau"

Mit der Nationalmannschaft hat sie jetzt elf Partien in dieser Spielzeit absolviert. Und: Sie spielt auch für die Damen der Maddogs Mannheim in der Bundesliga. In dieser Saison erst zweimal, kommende Saison möglicherweise öfter. „Wie es 2019/20 wird, weiß ich noch nicht genau. U17 bei den Grizzlys vielleicht, vielleicht auch in der männlichen U20, aber das muss sich noch klären.“

Mehr zu Fina Raschke

Beste Deutsche im Auftaktspiel

Was sie weiß: „Die letzten Wochen waren psychisch und physisch sehr anstrengend.“ Da braucht es neben ideeller und finanzieller Unterstützung durch die Eltern auch viel Enthusiasmus. Doch den hat die 16-Jährige, die seit elf Jahren Eishockey spielt: „Es macht mir einfach Spaß, einer Mannschaft zu helfen, Tore zu verhindern und das Beste zu geben.“

In Radenthein war sie so gut, dass sie im Auftaktspiel als beste Deutsche ihrer Mannschaft ausgezeichnet wurde. „Das hatte ich noch nie, das war schon etwas Besonderes“, sagte sie nach ihrem 50. Länderspiel.

Fine Raschke und die Welcke-Zwillinge.
Fine Raschke und die Welcke-Zwillinge. ©

Wiedersehen mit Welcke-Zwillingen

Wer sie dieser Tage per Whatsapp kontaktiert, hat beim Blick auf ihr Profilbild das Gefühl, er sieht doppelt. Steht Raschke da zwischen Hanni und Nanni oder dem doppelten Lottchen? Nein, zwischen den deutschen Eishockey-Zwillingen Lilli und Luisa Welcke, gute Freundinnen, mit denen sie ein Apartment in Österreich teilte. Die Zwillinge kennt sie schon lange. „Es war toll, sie wiederzusehen“, freute sich Raschke.

"Finde, man kann die beiden gut auseinanderhalten"

Das Duo lebt momentan in einem Internat in Kent/USA, stieß jetzt zur WM mal wieder dazu. „Also ich finde, man kann die beiden gut auseinanderhalten“, sagt Raschke schmunzelnd. „Auch ohne ihre Rückennummern.“ Ein wenig lächeln konnte sie auf der Rückfahrt dann doch wieder. „Schließlich“, so meinte sie, „ist es WM-Silber und das hat nicht jeder zu Hause.“

Mehr Eishockey beim SPORTBUZZER

ANZEIGE: 50% auf dein Spieler-Set! Der Deal des Monats im SPORTBUZZER-Shop.

Die aktuellen TOP-THEMEN
Anzeige
Sport aus Hannover
Sport aus aller Welt