29. November 2021 / 19:02 Uhr

Wolfsburgs Elfmeter-Flut nervt: "Wir müssen uns cleverer anstellen!"

Wolfsburgs Elfmeter-Flut nervt: "Wir müssen uns cleverer anstellen!"

Marcel Westermann
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Zu viele Elfmeter: Gegen Dortmund verschuldete VfL-Profi Maxence Lacroix einen Strafstoß, insgesamt gab's gegen Wolfsburg schon fünf in der Liga. Das schmeckt Sportdirektor Marcel Schäfer gar nicht.
Zu viele Elfmeter: Gegen Dortmund verschuldete VfL-Profi Maxence Lacroix einen Strafstoß, insgesamt gab's gegen Wolfsburg schon fünf in der Liga. Das schmeckt Sportdirektor Marcel Schäfer gar nicht. © DPA
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Der VfL Wolfsburg kassierte in dieser Bundesliga-Saison so viele Elfmeter wie kein anderer Klub, was Sportdirektor Marcel Schäfer stört. Zudem stehen zwei Profis vor einer Gelb-Sperre.

Der VfL Wolfsburg ist Spitzenreiter - allerdings nicht in der Fußball-Bundesliga, sondern, was die Anzahl verschuldeter Elfmeter angeht. Fünf Stück waren es in dieser Saison schon im Oberhaus, keine andere Mannschaft hat mehr Strafstöße gegen sich gepfiffen bekommen. Auch beim 1:3 gegen Borussia Dortmund fiel ein Gegentor vom Punkt. "Da müssen wir uns ein Stück weit cleverer anstellen", mahnt VfL-Sportdirektor Marcel Schäfer.

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Beim 1:2 bei Hertha BSC hatte VfL-Leihgabe Dodi Lukebakio, damals noch in Diensten der Berliner, vom Punkt getroffen, beim 2:2 gegen Bielefeld verwandelte Ex-VfLer Fabian Klos einen Strafstoß und am Wochenende war Emre Can für Dortmund erfolgreich. Hinzu kommen zwei Elfmeter von Lars Stindl (Gladbach) und Lucas Alario (Leverkusen), die Wolfsburg-Keeper Koen Casteels allerdings beide entschärfen konnte. Macht in der Summe fünf Strafstöße - in der Rangliste liegen Bielefeld, Hertha, Fürth und Bayer mit je drei verschuldeten Strafstößen dahinter. "Dass es mal einen Elfmeter gegen uns geben kann, ist keine Frage", sagt Schäfer. "Aber bei uns ist das definitiv zu oft der Fall, das ist nicht gut." Dass gegen Wolfsburg so oft auf den Punkt gezeigt wird, zeige ihm, "dass wir in den Momenten nicht ganz da sind, teilweise zu radikal zu Werke gehen und den Ballgewinn erzwingen wollen".

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Und diese Zweikampfführung, nicht nur im Sechzehner, sondern auch außerhalb, führt automatisch auch zu Verwarnungen - und auch da schreibt der VfL oben an. 31 Gelbe Karten haben die Wolfsburger in der Liga schon gesehen, nur Leverkusen (33) liegt davor. Josuha Guilavogui und Jerome Roussillon stehen bei vier Gelben Karten, wären bei der nächsten für ein Spiel gesperrt. Zurückhaltung fordert Schäfer von den beiden Franzosen im nächsten Spiel in Mainz deswegen aber nicht. "Ich erwarte bei jedem, der auf dem Feld steht, hundertprozentigen Einsatz. Und wenn es dann mal so ist, dass man ein taktisches Foul machen muss, dann sollte man in dieser Situation nicht groß darüber nachdenken", betont der Sportdirektor. Denn, "wenn du in Zweikämpfen zu verhalten hingehst, bist du meist der Verlierer".


Was Schäfer von dem Duo, aber auch generell nicht gern sieht, sind vermeidbare Verwarnungen. "Man sollte sich nicht dazu verleiten lassen, zu meckern oder sich zu Unsportlichkeiten hinreißen zu lassen", sagt der 37-Jährige vor allem jetzt in Richtung von Guilavogui und Roussillon, für die mit den Wolfsburgern in den Wochen bis Weihnachten noch vier Liga-Spiele anstehen. Das sei dann "nicht clever. Die Spieler sollten schon im Kopf haben, wie viele Gelbe Karten sie bereits gesehen haben. Wegen so etwas eine Sperre zu kassieren, ist extrem ärgerlich." Dass in einer Saison der eine oder andere Spieler "gesperrt ist oder verletzungsbedingt ausfällt", sei normal. "Damit können wir auch gut umgehen." Der Kader sei qualitativ und quantitativ gut genug aufgestellt, um Ausfälle auffangen zu können.

Am Dienstag nimmt der VfL die Vorbereitung auf das Mainz-Spiel auf. Erstmals hat Trainer Florian Kohfeldt beim VfL eine ganze Trainingswoche mit allen Profis zur Verfügung. "Das ist immer gut", sagt Schäfer. "Wir haben mit Florian einen Trainer, der noch nicht allzu lange da ist. Daher sind Trainingseinheiten über einen längeren Zeitraum immer wichtig, um Automatismen zu verinnerlichen und an taktischen Vorgaben zu arbeiten." Gleichwohl seien die englischen Wochen mit der Champions League "etwas Schönes", denn darauf habe der Verein lange hingearbeitet.