26. Juli 2021 / 21:28 Uhr

Wolfsburgs Flügel: Marmoush bleibt - und wenn Brekalo geht, kommen zwei Neue

Wolfsburgs Flügel: Marmoush bleibt - und wenn Brekalo geht, kommen zwei Neue

Engelbert Hensel
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Arbeitet am neuen Kader: VfL-Manager Jörg Schmadtke (M.). Während Omar Marmoush (l.) bleiben soll, könnte Josip Brekalo die Wolfsburger noch verlassen.
Arbeitet am neuen Kader: VfL-Manager Jörg Schmadtke (M.). Während Omar Marmoush (l.) bleiben soll, könnte Josip Brekalo die Wolfsburger noch verlassen. © Roland Hermstein
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Der Kader des VfL Wolfsburg ist noch nicht fertig. Die sportlich Verantwortlichen wollen noch einen neuen Flügelspieler holen - aber vielleicht kommt auch noch ein weiterer...

Am Sonntag und am Montag hatten die VfL-Spieler frei, sie durften nach schweißtreibenden Tagen im Trainingslager in Bad Waltersdorf die Beine hochlegen. Manager Jörg Schmadtke und Sportdirektor Marcel Schäfer konnten das nicht, denn die sportlich Verantwortlichen des Klubs arbeiten weiterhin mit Hochdruck am Kader des Wolfsburger Fußball-Bundesligisten. Ein Außenspieler soll noch her, aber möglicherweise holen Schmadtke und Schäfer auch zwei neue Flügelspieler. „Das schauen wir dann“, schließt Schmadtke es nicht aus, aber endgültig festlegen will er sich da jetzt noch nicht.

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Der 57-Jährige will nicht zu weit nach vorn blicken, denn ob der VfL noch einen zweiten Flügelspieler holt, hängt stark davon ab, was aus dem wechselwilligen Josip Brekalo wird. Der kroatische Nationalspieler hat seinen Wechselwunsch hinterlegt, aber Schmadtke und Schäfer haben weiterhin nichts Konkretes auf dem Tisch. Die Brekalo-Seite, so heißt es, arbeitet an einer Lösung. Nach seinem verlängerten Urlaub und dem damit verbundenen späteren Einstieg ins Training hatte man bei Brekalo in den vergangenen Tagen das Gefühl, er ist nicht mehr wirklich Teil der VfL-Gruppe. Es schien so, als sei er mit seinem Kopf schon woanders. Zu häufig war der hoch veranlagte Flügelspieler mit gesenktem Haupt oder nachdenklich wirkend auf dem Wolfsburger Trainingsgelände in Bad Waltersdorf zu sehen.

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Wie nahm Schmadtke das wahr? Nicht großartig anders. „Ruhig und zurückhaltend“ sei der 23-Jährige gewesen. Wie geht er damit um, dass es mal wieder heißt, Brekalo will weg? „Das ist ein Dauerthema, was ich ein bisschen merkwürdig finde. Wenn was da ist, ist was da, wenn nicht, dann nicht. Ich werde nicht über Eventualitäten sprechen und werde nicht im Konjunktiv reden.“ Für 15 Millionen soll die 2016 geholte Nummer 7 gehen dürfen. An dem zuletzt aus Spanien kolportierten Gerücht, Atletico Madrid habe ihn im Visier, ist nichts dran. Am Samstag (18 Uhr, AOK-Stadion) kommt der spanische Meister zum Test nach Wolfsburg.

Mit Brekalo, Renato Steffen, Lukas Nmecha (der Mittelstürmer könnte auch auf dem Flügel spielen), Admir Mehmedi, Felix Nmecha, Maximilian Philipp oder Joao Victor hat der VfL einige Offensivkräfte in seinem Kader, die auch auf dem offensiven Flügel spielen können. Aber Neuzugang Felix Nmecha braucht noch Zeit; Victor hat nach seinem Wechsel im Sommer 2019 von Linz nach Wolfsburg nicht überzeugen können. Der Brasilianer könnte wie Brekalo noch gehen.

Wiederum fest eingeplant ist der ebenfalls Flügeltaugliche Omar Marmoush. Der Ägypter hat im vergangenen halben Jahr eine großen Schritt in seiner Entwicklung gemacht. Schnell war Marmoush schon vor seiner Leihe zu Zweitligist St. Pauli gewesen, aber jetzt hat er noch mehr Ruhe am Ball, schließt nicht mehr so überhastet ab – und ist wie Brekalo einer, der über die Seite kommt. Schmadtke lobt: „Omar hat einen Sprung gemacht, ihm hat die Leihe gut getan – das sieht man. Er tritt anders auf und das tut seinem Spiel gut. Er ist offener, gesprächiger, was ich als sehr angenehm finde.“

Nach seiner Rückkehr hieß es: Marmoush dürfe sich beim neuen Trainer Mark van Bommel beweisen, erst danach sollte eine Entscheidung, ob der 22-Jährige in Wolfsburg bleibt, erneut verliehen oder gar verkauft werde, fallen. Erneut verleihen oder gar verkaufen – diese beiden Optionen sind vom Tisch, denn Schmadtke sagt, „es ist sehr unwahrscheinlich, dass sich Omar noch mal verändern wird“. Heißt: Der VfL plant fix mit dem Offensivmann, der bei den Kiezkickern in allen 21 möglichen Spielen zum Einsatz gekommen war. Nicht nur das: Er hatte siebenmal getroffen und drei Tore vorbereitet. Jetzt bekommt er eine neue Chance in Wolfsburg.