13. März 2022 / 12:26 Uhr

Wolfsburgs Handballerinnen wachsen beim 25:25 in Recklinghausen über sich hinaus

Wolfsburgs Handballerinnen wachsen beim 25:25 in Recklinghausen über sich hinaus

Florian Schulz
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Erzielte vier Treffer in Recklinghausen: Loreen Wöhner vom VfL Wolfsburg (am Ball, hier im Duell mit dem ASC Dortmund).
Erzielte vier Treffer in Recklinghausen: Loreen Wöhner vom VfL Wolfsburg (am Ball, hier im Duell mit dem ASC Dortmund). © Britta Schulze
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Was für ein Trip, was für eine Leistung, was für ein Ergebnis! Die Drittliga-Handballerinnen des VfL Wolfsburg wuchsen am Samstagabend als Schlusslicht über sich hinaus und fuhren trotz personellem Engpass einen verdienten Punkt beim 25:25 beim PSV Recklinghausen ein.

Auf den zweiten Saisonsieg in der 3. Liga müssen die Handballerinnen des VfL Wolfsburg zwar auch weiterhin warten, doch am Samstag ließ der Tabellenletzte aufhorchen – mit einem 25:25-Remis beim PSV Recklinghausen. Das war in dieser Form nicht zu erwarten – aus mehreren Gründen.

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14 Uhr Abfahrt, 2 Uhr nachts Rückankunft – diese Tour kostete die Wolfsburgerinnen, unter anderem ohne Rückraumspielerin Lena Witzke und nur mit einem Elfer-Kader angereist, eine Menge Kräfte. Zumal sie sich auch noch 60 Minuten lang auf der Platte abrackerten. Ganz zur Freude ihres Trainers Joschi Martinson: „Als wir in der vollen Halle ankamen und ich die gegnerischen Spielerinnen sah, dachte ich mir nur: Meine Güte!“ Damit meinte Martinson die körperliche Robustheit der insgesamt 16 Recklinghäuserinnen. Ihm war klar: Diesbezüglich können die Seinen nicht mithalten.

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Dafür hielt der VfL mit viel Kampf und Einsatz dagegen. „Wenn ich allein auf das Tempo blicke, war das schon mehr als Drittliga-Niveau“, so der VfL-Coach. Auch wenn sich die Gäste in der Anfangsphase etwas einschüchtern ließen und einige Fehler begingen. 1:6 hieß es nach nicht einmal zwölf Minuten aus ihrer Sicht. Martinson zückte die grüne Karte. „Ich habe den Mädels in der Auszeit gesagt, dass sie Spaß haben und ordentlich zupacken sollen. Das haben sie gemacht“, freute sich der Trainer. Ein lupenreiner Hattrick der starken Anna Fanslau bescherte Wolfsburg den 7:8-Anschluss (21.). Etwas bitter, dass sich der Gegner bis zur Pause wieder ein 13:9-Polster erarbeiten konnte.

Doch die Niedersächsinnen waren auch nach Wiederbeginn mental und körperlich voll bei der Sache. Sie strahlten von allen Positionen Torgefahr aus, zwischen den Pfosten erwies sich Lara Ruppelt als sicherer Rückhalt. „Nicht nur mir, sondern auch den Mädels hat es richtig Spaß gemacht“, verdeutlichte Martinson. Das galt wohl speziell für die letzten sechseinhalb Minuten. Der VfL blieb in dieser Phase ohne Gegentreffer und machte aus einem Drei-Tore-Rückstand in Person von Loreen Wöhner und Maraike Kusian (2) noch ein Remis.

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„Wäre das Spiel 20 Sekunden länger gegangen, hätten wir noch gewonnen“, war sich Martinson sicher. Seinem Team gehörte der letzte Angriff, doch nur noch drei Sekunden erwiesen sich für einen Abschluss durch Fanslau als zu wenig. Weitere Problempunkte auf VfL-Seite: Fünf vergebene Riesenchancen sowie zahlreiche Zeitstrafen, die die Wolfsburgerinnen mehrfach zu viert auf der Platte stehen ließen. Dennoch wurde der Punkt ausgiebig gefeiert. Martinson: „Die Mädels haben wirklich die komplette Rückfahrt lang gesungen.“

Nächste Partie am Montag gegen Tabellenzweiten

Mit dem getankten Selbstvertrauen im Rücken bestreiten die Niedersächsinnen bereits am Montagabend (19.30 Uhr) ihre nächste Begegnung. Zu Gast ist der Tabellenzweite TV Hannover-Badenstedt. Verstecken wird sich der VfL, bei dem womöglich Witzke zurückkehrt, erneut nicht. „Ich habe den Mädels gesagt, dass sie gegen jeden Gegner zeigen sollen, was sie draufhaben“, verrät Martinson, um ebenso entschlossen anzufügen: „Der Gegner steht zu Recht an zweiter Stelle, aber wir werden ihm die zwei Punkte ganz gewiss nicht schenken.“

VfL: Ruppelt, Friede – Drotlef, Neumann, Kohn (2), Kusian (6), Wöhner (4), Fanslau (9), Kuczynska (1), Wagner, Klauenberg.

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