07. September 2021 / 14:31 Uhr

Wolfsburgs Lacroix über das VfL-Wechselverbot: "Ich war ein bisschen sauer"

Wolfsburgs Lacroix über das VfL-Wechselverbot: "Ich war ein bisschen sauer"

Engelbert Hensel
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Wollte zu RB Leipzig wechseln: Maxence Lacroix vom VfL Wolfsburg.
Wollte zu RB Leipzig wechseln: Maxence Lacroix vom VfL Wolfsburg. © Boris Baschin
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Maxence Lacroix wollte den VfL Wolfsburg im Sommer verlassen. RB Leipzig wollte ihn unbedingt verpflichten. Der VfL ließ ihn jedoch nicht ziehen - was ihm nicht schmeckte. Aber mittlerweile akzeptiert er das Veto der Wolfsburger.

Maxence Lacroix hat vom ersten Tag an beim VfL überzeugen können. Innerhalb kürzester Zeit hatte der im Sommer 2020 vom französischen Zweitligisten FC Sochaux geholte Innenverteidiger beim Wolfsburger Fußball-Bundesligisten Fuß gefasst. Er war schnell der Shootingstar. Und so musste man zwangsläufig davon ausgehen, dass ein anderer Klub dem VfL diesen Super-Abräumer wegkaufen möchte. RB Leipzig versuchte es, blitzte aber ab. Dabei wollte Lacroix zu den Sachsen, wie er nun erstmals verriet - auch der Nationalelf wegen.

„Ich will mit Frankreich bei der Weltmeisterschaft dabei sein. Ich dachte, Leipzig kann ein gutes Team für mich sein“, sagte Lacroix und dachte an die WM 2022 in Katar. Er glaubte: Mit einem Wechsel zu RB seien seine Chancen größer, den Sprung zur WM zu schaffen, weil bei den Leipzigern bereits einige französische Spieler wie Christopher Nkunku oder Mohamed Simakan im Aufgebot stehen – und der französische Nationaltrainer Didier Deschamps ihn so mehr im Blickfeld hätten. Mit Josuha Guilavogui und Jerome Roussillon hat der VfL neben Lacropix zwar auch französische Spieler im Aufgebot, aber beides sind keine Nationalspieler. Lacroix: „Ich habe gesagt, dass ich gehen möchte. Wir haben versucht, eine gute Lösung für alle zu finden“, erzählt der 21-Jährige.

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Aber die gab es am Ende nicht, Leipzig war nicht bereit, die vom VfL geforderte Ablöse von über 30 Millionen Euro zu bezahlen. Während des Wolfsburger Trainingslagers in Österreich hatte Manager Jörg Schmadtke dann ein Machtwort gesprochen und gesagt: „Maxence bleibt!“ Das passte Lacroix damals nicht vollends. „Das ist das Leben. Ich war ein bisschen sauer. Es war schwer für mich, ich bin jung, es war das erste Mal, dass es einige Angebote für mich gab“, so der Abwehrspieler, der nach dem gescheiterten Transfer im Training aber ganz schnell wieder der Alte war. Lacroix haute sich voll rein, verteidigte mit jener Konsequenz, die ihn schnell in Notizbüchern von Top-Klubs wie Chelsea hatte auftauchen lassen.

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Mittlerweile kann Lacroix mit dem Veto der Niedersachsen gut leben: "Jetzt ist wieder alles okay, ich bin hier, wir spielen Champions League, haben gerade Leipzig geschlagen, sind Erster - das ist perfekt – das ist gut für den Klub, ich bin glücklich.“

Nach seiner Top-Saison ist Lacroix auch in diesem Jahr wieder eine feste Größe im VfL-Team, mit dem er auch in dieser Saison hoch hinaus möchte. Lacroix spielt in diesem Team wieder so stark wie im ersten Jahr, gerade gegen Leipzig am Ende hatte er einige Top-Tacklings drin. Er verhinderte so Groß-Chancen von RB. Die Leipziger werden den Franzosen sicher nicht aus den Augen verlieren. Aber auch beim VfL wissen sie, was sie an ihm haben. Lacroix wiederum betont, er wisse, was er am VfL hat. Er betont: "Der Klub hat mir dabei geholfen, dass ich so spielen kann. Ich will einer der besten Verteidiger in der Bundesliga werden - vielleicht kann ich eines Tages der Beste auf der Welt sein."

Bleibt die Frage: Wird es auch im nächsten Jahr wieder Wechsel-Theater um ihn geben? "Das glaube ich nicht. Ich bin zu einhundert Prozent hier", sagt Lacroix. Er fügte jedoch auch hinzu, man wisse nie, was die Zukunft bringt...