17. Juli 2019 / 18:46 Uhr

Wolfsburgs Eishockey-Manager Charly Fliegauf kontert Kritik: Es gibt doch nicht Deutsche erster und zweiter Klasse!

Wolfsburgs Eishockey-Manager Charly Fliegauf kontert Kritik: Es gibt doch nicht Deutsche erster und zweiter Klasse!

Jürgen Braun
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Ausländer
Ein deutscher Spieler ist ein deutscher Spieler: Wolfsburgs Manager Charly Fliegauf kontert Kritik am Einsatz von Nordamerikanern mit deutschem Pass wie Wade Bergman (M.). © Boris Baschin / Photowerk
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Die große Zahl nicht in Deutschland geborener Spieler, aber nicht unter das Ausländerkontingent fallen, ist immer wieder ein Thema im Eishockey-Oberhaus. Vielen gebürtigen deutschen Spielern behagt das nicht, Ex-Nationalspieler Thomas Greilinger, der seine DEL-Karriere beendet hat, hat das in einem Interview mit den Eishockeynews jetzt deutlich angesprochen. Wolfsburgs Manager Charly Fliegauf, Ex-Profi und einer der einflussreichsten Manager im Oberhaus, hält dagegen.

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Greilinger sagt: „Wenn man neun ausländische Profis und drei oder vier eingedeutschte Akteure im Kader hat, dann ist für junge deutsche Talente kaum noch Platz“. Oder sie würden in der vierten Reihe in ihrer spielerischen Entwicklung nicht weiter gefördert. Die Regelung in der DEL: Bis zu neun Akteure mit Import-Lizenzen dürfen gleichzeitig eingesetzt werden.

Was Greilinger nicht anspricht, durchaus aber auch ein Thema ist: Dadurch, dass zukünftig mindestens zwei der 19 Feldspieler U23 sein müssen, sehen gestandene, in Deutschland geborene DEL-Spieler die Zahl ihrer möglichen Arbeitsplätze reduziert. Bei den Grizzlys (acht Import-Lizenzen vergeben, mit Ryan Button, Chet Pickard, Wade Bergman und Garrett Festerling vier in Nordamerika geborene Akteure im Kader) blieben – die zwei U23-Spieler eingerechnet – pro Spieltag fünf Plätze für in Deutschland geborene Akteure über 23.

"Bremerhaven hat nichts Verbotenes getan!"

Bremerhaven spielte vor gar nicht langer Zeit mal praktisch nur mit nicht in Deutschland geborenen Spielern. Fliegauf, Profi zu Zeiten, als offiziell zwei Ausländer pro Team im Oberhaus spielen durften, es aber auch schon eine große Zahl nicht unters Kontingent fallender Spieler mit ausländischen Wurzeln gab, hat zu den Themen eine klare Meinung.
Er sagt: „Es gibt keine Deutschen erster und zweiter Klasse. Hat ein Spieler einen deutschen Pass oder er kann unter bestimmten Voraussetzungen einen solchen bekommen, ist er Deutscher. Was spricht dagegen, ihn einzusetzen? Bremerhaven hat nichts Verbotenes getan.“

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"Leistungsprinzip ist der richtige Weg"

Für die Klubs sei entscheidend: „Welche Qualität bekomme ich für welches Geld? Ein guter Spieler, der auf dem Markt ist, ist ein interessanter Spieler.“ Als Klub müsse man sich stets die Frage stellen: „Ist der Spieler gut, ist er bezahlbar? Jeder muss schauen, welche Akteure er holt, welche Rolle der Spieler bekleiden soll, was er kostet. Der richtige Weg wird immer das Leistungsprinzip sein. Der Spruch ,Es gibt keine jungen oder alte Spieler, es gibt nur gute oder schlechte’ gilt nach wie vor.“

"Die Liga ist, was das Durchschnittsalter angeht, sehr alt!"

Was die Ausbildung des Nachwuchses angeht, sehe er Fortschritte. Das Sterne-Programm trage erste Früchte. Die U-Teams des DEB seien besser geworden, „da gibt es inzwischen mehr Quantität und Qualität als noch vor einigen Jahren.
Die U23-Regelung in der DEL ist der richtige Weg. Die Klubs werden gezwungen, gute junge Spieler zu suchen oder sie weiter auszubilden, um sie in die DEL zu bringen, denn die Liga ist, was das Durchschnittsalter angeht, sehr alt“.

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