18. Januar 2021 / 22:49 Uhr

Wolfsburgs Nationalspielerin Raschke: Historischer Sieg mit Mannheim

Wolfsburgs Nationalspielerin Raschke: Historischer Sieg mit Mannheim

Jürgen Braun
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
copy of Fine Raschke
Sammelt Praxis in Mannheim und beim DEB-Lehrgang: Wolfsburgs Nationalspielerin Fine Raschke. © IIHF
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In Wolfsburg geht nichts mehr im Eishockey unterhalb des DEL-Teams der Grizzlys. Nationalspielerin Fine Raschke weicht deshalb nach Mannheim aus. Dort gelang dem Mitglied des Olympia-Kaders jetzt mit ihrem Bundesliga-Team Historisches.

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In Wolfsburg gibt es kein Training des Eishockey-Nachwuchses und in den Ligen keine Spiele mehr für diese Teams. Das trifft auch Nationalspielerin Fine Raschke, die für die U17 und U20 der Grizzlys Wolfsburg in der Abwehr spielt. Glücksfall für sie nun: Sie kann für die Mannheim Maddogs in der Bundesliga spielen und kommt bis Mittwoch sogar unverhofft in den Genuss eines Nationalmannschafts-Lehrgangs.

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Alles auf Eis in Wolfsburg - das liegt an der Corona-Pandemie, aus der für die Wolfsburgerin allerdings nun Glück im Unglück wird. Weil die Zwölftklässlerin jetzt Homeschooling-Betrieb hat, kann sie für Mannheims Frauen in der Bundesliga spielen, für die sie auch ein Einsatz-Recht hat. Normalerweise hätte das vom Aufwand her nicht gepasst. Jetzt schon. Raschke: "Man muss an Training mitnehmen, was man kriegen kann." Vom Phönix-Gymnasium bekommt sie stets donnerstags die Aufgaben, eine Woche später muss alles abgearbeitet sein, und es gibt die neuen Aufgaben. Schwere Zeiten für alle Schüler - "aber was soll man machen", sagt Raschke. Als Top-Sportlerin, seit einiger Zeit genießt sie Sportförderung als Mitglied des Teams Peking, ist sie es gewohnt, sich Herausforderungen zu stellen. Also nimmt sie die weiten Fahrten gen Mannheim oder zu den Spielorten in Kauf.

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Am Sonntag gab es ein Highlight. Mannheim als Tabellenvierter bezwang den ESC Planegg. Das Team aus der Nähe von München ist mit seinen vielen Nationalspielerinnen Rekordmeister. Raschke: "Wie ich gehört habe, war das Mannheims erster Sieg gegen Planegg." Der Bundesliga-Spielbetrieb der Frauen darf laufen, genau wie der in den Oberligen der Männer. Ohne regelmäßige Corona-Tests, wie das bei den Männern üblich ist. Risiko. Aber überschaubar, glaubt Raschke. "Wer sich nicht fit fühlt, spielt nicht, ich denke, dass da alle so viel Umsicht wie möglich walten lassen."

Gleich nach dem Sieg gegen Mannheim ging es für sie weiter nach Füssen. Franziska Busch, früher Spielerin in Wolfsburg, inzwischen Trainerin der DEB-Frauen, lud die Wolfsburgerin ein, am Lehrgang der Sportsoldatinnen, die zugleich Eishockey-Nationalspielerinnen sind, teilzunehmen. Raschke, ihres Zeichens lange Führungsspielerin im DEB-Nachwuchs und mit der U18 im vergangenen Jahr B-Weltmeisterin, bekam einen Anruf der Bundestrainerin, ob sie nicht hinzustoßen wolle. Und getreu der Devise mitnehmen, was man kriegen kann, sagte sie sofort zu. Wenn die Pandemie es zulässt, wartet auf Deutschlands Frauen im April die WM in Kanada und im November die Qualifikationsrunde für Olympia 2022. Raschke wäre jeweils gern dabei.