01. Oktober 2020 / 20:11 Uhr

Wolfsburgs Oberbürgemeister warnt vor "Katastrophe" fürs deutsche Eishockey

Wolfsburgs Oberbürgemeister warnt vor "Katastrophe" fürs deutsche Eishockey

Jürgen Braun
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Warnt vor einer Katastrophe für das deutsche Eishockey: Wolfsburgs Oberbürgermeister und Grizzlys-Aufsichtsrats-Chef Klaus Mohrs.
Warnt vor einer Katastrophe für das deutsche Eishockey: Wolfsburgs Oberbürgermeister und Grizzlys-Aufsichtsrats-Chef Klaus Mohrs. © Roland Hermstein
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Wie geht es weiter in der Deutschen Eishockey-Liga? Am Freitag wird eine Vorentscheidung erwartet. Wolfsburgs Oberbürgermeister Klaus Mohrs ist großer Sportfan und Aufsichtsrats-Chef der Grizzlys Wolfsburg. Er warnt vor einer "Katastrophe" für das deutsche Eishockey.

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Vor zwei Wochen hatte die Liga ein Ultimatum an die Politik gesandt - mit der Bitte, mehr als 20-prozentige Auslastung der Hallen zuzulassen. Das Ultimatum läuft heute ab, mit einem positiven Bescheid Richtung Auslastung rechnen nur die kühnsten Optimisten. Unter den genannten Bedingungen aber gelten nur die Grizzlys, Bremerhaven und München als bereit zu spielen. Wolfsburgs Oberbürgermeister Klaus Mohrs drückt die Daumen, dass auch die anderen Klubs dennoch Wege finden. Eine Saisonabsage könnte irgendwann im Raum stehen. Das wäre das düsterste Szenario, das sich Mohrs nicht vorstellen mag und auch für undenkbar hält, „denn ich weiß nicht, was sonst aus dem deutschen Profi-Eishockey werden soll“. Er fügt hinzu: „Für den Sport und seine vielen Fans wäre das eine Katastrophe.“

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Ohne ausreichende Einnahmen aber müssten womöglich etliche der als Spielbetriebs-GmbHs organisierten Klubs der DEL Insolvenz anmelden – was dann ein Comeback des Profi-Eishockeys enorm erschweren würde. Und es hätte Tragweite – für den Nachwuchs, den Amateur-Spielbetrieb. Und für manche Kommune. Auch für Wolfsburg. Der Stadt gehört die Halle, die Grizzlys sind Mieter, das DEL-Team zahlt für die Nutzung. Mohrs: „Eine Halle zu haben, die nicht mehr für den großen Eishockey-Sport genutzt wird, wäre natürlich nicht im Sinne der Kommune.“ Was ihm gefallen hat: „Stolz und dankbar können wir sagen, dass die Grizzlys, allen voran Manager Charly Fliegauf, und mithilfe des verlässlichen Hauptsponsors Volkswagen ihre Hausaufgaben gemacht haben, wir zu den Teams gehören, die auf jeden Fall spielen könnten.“ Er hoffe, dass auch die anderen Klubs noch Möglichkeiten finden, und dass „Charly Fliegauf, dessen Wort in der Liga Gewicht hat, Argumente findet, genügend Klubs zu überzeugen, zu spielen“

Mohrs : „Eine Absage sehe ich nicht, ich glaube, das alle wissen“, und da schließt er auch die politische Seite ein, „dass es ein Wahnsinn wäre, wenn die DEL nicht ins Spielen kommt.“