26. März 2018 / 18:17 Uhr

Wolfsburgs Renato Steffen: "Likes sind für mich nicht relevant"

Wolfsburgs Renato Steffen: "Likes sind für mich nicht relevant"

Pascal Mäkelburg
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Will sich für weitere Einsätze empfehlen: Wolfsburgs Renato Steffen (l.).
Will sich für weitere Einsätze empfehlen: Wolfsburgs Renato Steffen (l.). © dpa
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Es war Martin Schmidt, der Renato Steffen im Winter unbedingt aus der Schweiz vom FC Basel zum VfL holen wollte. Seinen Landsmann, der für Geschwindigkeit sorgen sollte. Doch nur kurze Zeit später trat Schmidt als Trainer des Wolfsburger Fußball-Bundesligisten zurück. Seitdem wartet Steffen auf seinen Durchbruch, Neu-Coach Bruno Labbadia setzte noch nicht auf den 26-Jährigen. Doch Steffen bleibt optmistisch, hat für den VfL auch sein Leben umgekrempelt...

Seit knapp drei Monaten lebt Steffen nun in Wolfsburg. Das Leben hier gefällt ihm: "Ich habe mich schon gut eingelebt, eine Wohnung gefunden und schon viele Kontakte geknüpft." Kein Wunder, ist der Schweizer doch ein sehr offener und gesprächiger Typ. Ein Mysterium ist für ihn, warum die Stadt so einen schlechten Ruf genießt. "Ich fühle mich hier sehr wohl, die Stadt ist doch schön - man muss nur vor die Tür gehen."

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Trotzdem hat Steffen für das Abenteuer Bundesliga sein Leben umgekrempelt. "Druck lasse ich nicht mehr so an mich ran wie früher, sonst verkrampft man nur. Ich fokussiere mich nur auf die Leistung", sagt der Schweizer, der in Wolfsburg selbstständiger und erwachsener geworden ist. "Ich nehme Dinge nicht mehr so ernst wie früher, das tut mir gut. Ich fühle mich bereit für die Aufgaben in der Bundesliga." Dabei hat er auch alle seine Social-Media-Kanäle gelöscht: "Meine Familie und ich haben früher auch Anfeindungen darüber erfahren. Es war ein Faktor, der mich sehr gestört hat", stellt der 26-Jährige klar. "Ich bin ohnehin niemand, der am Handy klebt. Wieviel Likes meine Facebook-Bilder bekommen, ist für mich nicht relevant."

Rangliste: Die Bundesliga-Schweizer des VfL Wolfsburg

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Schweizer beim VfL Wolfsburg ©

Sportlich lief es zuletzt nicht mehr so gut für Steffen. Während er unter Schmidt noch regelmäßig spielte und drei der sechs Partien, die der ehemalige Trainer noch absolvierte, sogar von Beginn an bestritt, muss er sich bei Labbadia erst noch bewähren. Während der vier Pflichtspiele unter dem neuen Coach kam Steffen lediglich auf 21 Minuten Einsatzzeit. Dafür hat der Flügelspieler aber Verständnis: "Der Trainer kannte mich noch nicht so sehr wie andere Spieler. Er muss mich erst noch kennenlernen." Außerdem hat ihm Labbadia etwas Eingewöhungszeit gewährt. Schließlich lief der Wintertransfer sportlich nicht optimal für Wolfsburgs Nummer 8. In Basel wurde er mitten aus der Vorbereitung gerissen, in Wolfsburg platzte er dann mitten hinein. "Eine richtige Vorbereitung hatte Renato nicht", relativiert Wolfsburgs Trainer.

Empfehlen will sich Steffen vor allem über das Training: "Bruno Labbadia achtet sehr auf gute Leistungen während der Einheiten. Darüber möchte ich mich ins Blickfeld bringen."

Fotos vom Testspiel zwischen dem VfL Wolfsburg und Union Berlin

VfL vs Union Berlin, Testspiel Berlin, Deutschland. 22.03.2018, FUßBALL - 1. FC Union Berlin vs. VfL Wolfsburg, Testspiel, Saison 2017-2018. Bild zeigt: Ohis Felix Uduokhai (VfL Wolfsburg) Berlin *** VfL vs Union Berlin Test match Berlin Germany 22 03 2018 FOOTBALL 1 FC Union Berlin vs VfL Wolfsburg Test match season 2017 2018 Picture shows Ohis Felix Uduokhai VfL Wolfsburg Berlin  Zur Galerie
VfL vs Union Berlin, Testspiel Berlin, Deutschland. 22.03.2018, FUßBALL - 1. FC Union Berlin vs. VfL Wolfsburg, Testspiel, Saison 2017-2018. Bild zeigt: Ohis Felix Uduokhai (VfL Wolfsburg) Berlin *** VfL vs Union Berlin Test match Berlin Germany 22 03 2018 FOOTBALL 1 FC Union Berlin vs VfL Wolfsburg Test match season 2017 2018 Picture shows Ohis Felix Uduokhai VfL Wolfsburg Berlin ©

Ins Blickfeld hat er sich schon mit einer auffälligen Leistung beim Testspiel am vergangenen Donnerstag bei Zweitligist Union Berlin gebracht, bei dem ihm zwei Assists gelangen - wofür er prompt ein Lob von Labbadia erntete. "Ich habe in diesem Spiel gemerkt, dass die Automatismen immer besser greifen. Ich bin fit. Jetzt brauche ich Spielpraxis!"

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Steffen will spielen. Auch, weil er seinen WM-Traum noch nicht begraben hat. "Natürlich will ich dieses Turnier spielen. Aber es ist natürlich eine schwierige Situation. Ich muss dem Nationaltrainer in den Spielen beweisen, dass ich eine gute Option bin." Fünf Länderspiele hat Steffen für die Schweiz absolviert, sein letztes liegt schon etwas zurück. Am 25. November 2016 spielte er in der WM-Quali gegen die Färöer Inseln. "Ich habe den Traum aber noch nicht aufgegeben", so der sympathische Eidgenosse.