15. Januar 2021 / 22:46 Uhr

Wolfsburgs Talfahrt geht weiter: Aber Cortina bleibt Grizzlys-Trainer

Wolfsburgs Talfahrt geht weiter: Aber Cortina bleibt Grizzlys-Trainer

Jürgen Braun
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Foto: Boris Baschin, Wolfsburg, DEL, Eishockey, Grizzlys Wolfsburg- Düsseldorfer EG, Eispalast,
Bleibt Grizzlys-Trainer: Wolfsburgs Manager Charly Fliegauf (kl. Bild) stellte sich nach dem 1:2 n. V. gegen Iserlohn hinter den Coach. © Boris Baschin
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Es gab einen Punkt, aber es gab auch wieder eine Niederlage. Mit 1:2 nach Verlängerung unterlagen die Grizzlys Wolfsburg am Freitag gegen Iserlohn. Trainer Pat Cortina ist angeschlagen, aber Manager Charly Fliegauf gibt ihm vorerst eine Job-Garantie.

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Pat Cortina bleibt Trainer der Grizzlys Wolfsburg. Darauf legte sich Charly Fliegauf, Manager des DEL-Klubs, kurz nach der Niederlage am Freitag gegen die Iserlohn Roosters fest. „Pat Cortina wird auch am Mittwoch unser Trainer sein", so Fliegauf auf SPORTBUZZER-Nachfrage.

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Wolfsburgs Manager hatte zwar den Trainerstab vergangene Woche unter Druck gesetzt, meinte aber gestern mit Blick auf manchen Kommentar im Internet: „Der Trainer muss weg? Das ist mir zu einfach.“ Denn nicht nur die Trainer müssten sich hinterfragen, auch die Spieler. Dass die Leistungen nicht passten und teilweise immer noch nicht passen, das sieht auch der Manager. „Aber es ist auch Aufgabe der Spieler, sie zu bringen.“ Und: In den beiden jüngsten Partien sah er trotz jeweils nur einem Tor und nur zwei von sechs möglichen Punkten einen Aufwärtstrend: „Defensiv war es gegen einen gefährlichen Gegner gut. Die Jungs haben gewollt, gekämpft, ich kann ihnen keinen Vorwurf machen.“

Jedoch hatte es erneut etliche Unzulänglichkeiten gegeben. Zu blasse vermeintliche Leistungsträger, das Überzahlspiel weiter unter aller Kanone. Auch das 0:1 war kein Ruhmesblatt: Nach nur wenigen Sekunden war im Aufbau die Scheibe weg, Verteidiger Phil Bruggisser war schon viel zu weit aufgerückt, Ex-Grizzlys Brent Aubin konterte, hatte Platz, fand per Querpass Brody Sutter – keine Chance für Dustin Strahlmeier – 0:1. Die Gastgeber waren spürbar geschockt und fahrig in der Folge, erholten sich aber. Direkt im Anschluss ans erste Powerplay staubte Hungerecker nach Furchners Schuss zum 1:1 ab.

Im zweiten Abschnitt wirkte Wolfsburg griffiger als gegen Düsseldorf, wurde aber nicht zwingend und offenbarte wie gewohnt Passmängel und totale Tempo- und Ideenlosigkeit im Powerplay. Insgesamt schossen die Gastgeber öfter aufs Tor, sie hatten Pech, weil ein Tor von Jordan Boucher nicht zählte (Toto Rech hing im Torraum mit der Kufe in Keeper Andreas Jenikes Schoner fest; Torhüterbehinderung), Jan Nijenhuis schoss aus Top-Position vorbei. Iserlohn aber hatte zwischenzeitlich auch mal einen Pfostenschuss gehabt.


Iserlohns Coach Jason O’Leary sagte: „Wolfsburg hat sehr gut gespielt, gut verteidigt in der eigenen Zone. Und wir haben ein wenig Glück gehabt.“ Er hätte sich mehr Überzahl gewünscht, denn da sind die Roosters überragend (31 Prozent Verwertung gegenüber 16 Prozent bei Wolfsburg). Doch anders als in den ersten Saisonspielen, und das war diesmal eminent wichtig, blieben die Grizzlys der Strafbank fast komplett fern. Nur Jeff Likens erwischte es kurz vor Schluss. Cortina sagte: „Wir haben ein gutes Spiel gespielt, unser Spielplan war diszipliniert zu sein, weil wir wissen, dass Iserlohn ein Top-Powerplay hat. Wir haben unsere Chancen nicht genutzt. Für uns ist es eine schwierige Zeit, manchmal versucht man zu viel. Wie beim letzten Tor. Es war viel Wille, diszipliniert, stark in der Defensive. Wir haben uns eine Chance gegeben, zu gewinnen. Wir wachsen aus Situationen wie dieser.“ Defensiv ordentlich wird auf Dauer allerdings nicht genug sein und die Ansprüche (mindestens Platz vier) nicht erfüllen.

Grizzlys Wolfsburg gegen Iserlohn - Die Bilder

Die Spieler der Grizzlys Wolfsburg stehen an der blauen Linie vor dem Spiel zwischen den Grizzlys Wolfsburg gegen die Iserlohn Roosters am 15.01.2021 in Wolfsburg, Deutschland. (Foto von Moritz Eden/City-Press GmbH) Zur Galerie
Die Spieler der Grizzlys Wolfsburg stehen an der blauen Linie vor dem Spiel zwischen den Grizzlys Wolfsburg gegen die Iserlohn Roosters am 15.01.2021 in Wolfsburg, Deutschland. (Foto von Moritz Eden/City-Press GmbH) © Boris baschin

Am Mittwoch ist das nächste Spiel. Dann geht es zu Kellerkind Krefeld (sieben Spiele, kein Punkt). Zu der Mannschaft, gegen die bislang der einzige glatte Sieg gelang.