11. März 2021 / 23:08 Uhr

Wolfsburgs U20-Fußballerinnen: Der schwierige Re-Start der 2. Liga

Wolfsburgs U20-Fußballerinnen: Der schwierige Re-Start der 2. Liga

Jasmina Schweimler
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Die 2. Liga geht bald wieder los: Lotta Cordes aus dem Kader der ersten gehört zu den Spielerinnen, auf die VfL-II-Trainer Steffen Beck möglicherweise bauen kann.
Die 2. Liga geht bald wieder los: Lotta Cordes aus dem Kader der ersten gehört zu den Spielerinnen, auf die VfL-II-Trainer Steffen Beck möglicherweise bauen kann. © Roland Hermstein
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Nach monatelanger Pause soll jetzt auch die 2. Liga der Frauen wieder ihren Spielbetrieb aufnehmen. Steffen Beck, U20-Trainer des VfL Wolfsburg, stellt sich auf Herausforderungen und einen eng getakteten Spielplan ein.

"Endlich geht es wieder los", freut sich Steffen Beck. Für den Trainer der Wolfsburger U20-Fußballerinnen ist wieder Spielplan-Land in Sicht - die Restsaison der 2. Frauen-Bundesliga ist zeitgenau angesetzt: Für den VfL II geht es am 21. März bei Borussia Mönchengladbach weiter - fünf Monate nach dem bisher letzten Liga-Spiel, das das Beck-Team mit 1:3 beim BV Borussia Bocholt verloren hatte. Nur wenige Tage später wurde sich einstimmig für eine temporäre Aussetzung des Spielbetriebs entschieden. "Damals gab es noch kein Hygienekonzept und nicht jeder Verein hätte sich die regelmäßigen Corona-Tests leisten können. Wir waren in Wolfsburg da in einer guten Lage, aber andere hätten das wahrscheinlich nicht stemmen können." Dass der DFB diese Kosten jetzt übernimmt, "hilft enorm", findet der 57-Jährige.

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Die vergangenen Monate beschrieb Beck als "schwierig", denn auch gemeinsame Trainingseinheiten auf dem Platz waren nicht mehr möglich. Die Spielerinnen hatten Lauf- und fußballspezifische Pläne für zu Hause, einmal die Woche versammelte sich das Team online für eine Einheit mit Physio- und Athletiktrainerin. "Wir sind jetzt seit zwei Wochen auch wieder auf dem Platz und es gibt einiges aufzuholen. Es ist eine große Herausforderung, aber der müssen sich ja alle Mannschaften stellen", weiß Beck.

Die größte Herausforderung nach dem Re-Start? Die Belastungssteuerung, so Beck, "wird enorm. Der Kader ist nicht so groß und wir müssen sehr darauf achten, werden viel mit den Spielerinnen reden, um vereinzelt anpassen zu können. Wir spielen bis zum Juni durch und es darf auch kein Corona-Fall irgendwo dazwischenkommen, denn der Terminplan ist sehr eng getaktet." In der Staffel Nord sind die Wolfsburgerinnen nach zwei Spieltagen punktlos Tabellensiebter. Ein sportliches Ziel möchte man beim VfL nicht aussprechen, schön wäre es aber, "möglichst nichts mit dem Abstieg zu tun zu haben. Ansonsten gilt nur, dass wir weiter an unserem Ausbildungskonzept arbeiten und die Spielerinnen fördern."

Die zwischenzeitlichen Abgänge von Lara Schenk, Lea Wohlfahrt, Emma Kessler und Führungsspielerin Louisa Lagaris (berufliche Gründe) tun dem Team zwar weh, im Gegenzug wurden mit Ahlem Ammar und Zoe Tolksdorf aber zwei Spielerinnen aus der U17 hochgezogen. Und mit VfL-Torfrau Almuth Schult könnte sogar bald Deutschlands ehemalige Nummer 1 nach Schulter-OP und Geburt ihrer Zwillinge in der U20 wichtige Spielpraxis sammeln. Trainieren würde die Torfrau aber weiter mit der ersten Mannschaft. "Wir hoffen natürlich, dass Almuth das eine oder andere Spiel bei uns machen kann“, so Beck. Denn: "Für uns wäre das ein Mehrwert, was aber nicht heißt, dass ich das meiner Torfrau nicht zutraue. Aber wenn man eine Almuth ins Tor bekommen kann, ist das für jede Mannschaft stark, für eine zweite erst recht."

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Zuletzt hatte Schult Ende Januar beim 3:2-Testspiel-Erfolg gegen Eintracht Frankfurt zwischen den Pfosten gestanden. Im Kader der Profis muss Schult sich in der aktuellen Reihenfolge der VfL-Keeperinnen aber hinter Katarzyna Kiedrzynek und Friederike Abt, die den Verein im Sommer verlässt, als Nummer 3 zufrieden geben. Um ihr damaliges Leistungsniveau wieder zu erreichen, sind Spielminuten wichtig. "Almuth ist nicht nur eine erfahrene Torhüterin, sondern steht auch menschlich mitten im Leben. Sie ist eine ganz klare Führungsspielerin, die ihre Meinung vertritt und ein sehr gutes Standing genießt. Dass sie bereit ist, das auch an junge Spielerinnen weiterzugeben, spricht absolut für sie", lobt Beck, der auch zukünftige Einsätze von Lotta Cordes und Lisanne Gräwe in der U20 nicht ausschließt. Aber das, so Beck abschließend, sei immer abhängig von der jeweiligen Situation in der Profi-Mannschaft.

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