04. Januar 2022 / 19:43 Uhr

Wolfsburgs Weghorst gesteht Wechsel-Wunsch – aber frühestens im Sommer

Wolfsburgs Weghorst gesteht Wechsel-Wunsch – aber frühestens im Sommer

Marcel Westermann
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Kein Winter-Abschied aus Wolfsburg: Wout Weghorst
Kein Winter-Abschied aus Wolfsburg: Wout Weghorst © Roland Hermstein
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Wout Weghorst vom VfL Wolfsburg wurde zuletzt immer wieder mit einem Winter-Abschied in Verbindung gebracht. Jetzt sprach der Niederländer erstmals über die Spekulationen und seine Träume.

Immer wieder gab es zuletzt Gerüchte darüber, dass Wout Weghorst den VfL im Winter verlassen könnte. Doch inzwischen – auch bedingt durch die schwere Knöchelverletzung von Lukas Nmecha – ist ein Abschied des Niederländers vom Fußball-Bundesligisten im Januar unwahrscheinlicher geworden. "In der Winterpause liest man immer viel. Mein voller Fokus liegt auf einer guten Rückrunde mit Wolfsburg", sagte der Angreifer und stellte das mit einem Dreierpack beim 5:4-Testspielsieg am Dienstag gegen Zweitligist SC Paderborn direkt unter Beweis.

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Um einen Wechsel zu forcieren (Newcastle United galt als ein Interessent), hatte sich Weghorst jüngst der Berateragentur "Sports 360" angeschlossen – und gibt nun zu, dass das durchaus mit Wechsel-Wünschen zu tun hat und hatte. "Ich hatte ganz lange meinen Berater Simon Cziommer aus den Niederlanden. Es waren einige Transferfenster, auch nach erfolgreichen Jahren, in denen verschiedene Dinge nicht geklappt haben", erklärt Weghorst. Er sei mit Volker Struth und Sascha Breese "in Kontakt gekommen, wir hatten in den Gesprächen alle ein gutes Gefühl". Und Weghorst hat sich der Agentur angeschlossen, "um meinen Traum zu erreichen", wie er sagt. Aber welchen Traum meint er genau? "Ich will am Ende einfach sagen, dass ich das Maximum rausgeholt habe aus meiner Karriere."

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Dieses Maximum könne er an verschiedenen Orten erreichen. Dass er gern mal in der Premier League spielen will, habe er "immer gesagt". Aber es gebe insgesamt "viele schöne Sachen, viele Vereine. Aber auch hier kann ich meinen Traum erfüllen und einen Titel gewinnen. Darauf warte ich schon meine ganze Karriere." Ein kleines Ziel kann Weghorst schon in der Rückrunde erreichen, er will "der beste Torschütze aller Zeiten beim VfL werden. Dafür brauche ich noch acht Tore." Dann stünde der Stürmer bei 67 Treffern für den VfL, hätte Meisterspieler Edin Dzeko überholt und wäre damit alleiniger Rekordtorschütze des Klubs. Weghorst: "Dann habe ich hier etwas Schönes erreicht."

Klingt also alles andere als nach Winter-Abschied bei Weghorst, der im Sommer 2018 von AZ Alkmaar nach Wolfsburg gewechselt war und in seinen ersten drei Saisons immer mindestens 16-mal traf. Allerdings, so sagt Wolfsburgs Nummer neun auch, sollte wirklich ein Angebot kommen, "von dem wir alle sagen, das passt, dann schauen wir. Das habe ich immer gesagt, auch in den letzten Jahren. Aber ich fühle mich immer noch sehr wohl in dem Verein." Daher würde er sogar eine Vertragsverlängerung (sein Arbeitspapier läuft noch bis 2023) nicht ausschließen. Aber: "Bisher habe ich vom Klub nicht gehört, dass sie mit mir verlängern wollen. Ich versuche immer, das Beste zu geben."

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Das Beste gegeben hat Weghorst auch beim Test gegen Paderborn, drei Tore hat er geschossen. "Das ist ein guter Start ins Jahr", sagt Weghorst. "Es ist ein Testspiel, aber Tore sind immer gut fürs Selbstvertrauen." Und das braucht es, um den Negativ-Lauf von sieben Niederlagen in Folge zu stoppen und in der Liga doch noch ordentlich abzuschneiden. "Wir sind uns einig, dass es absolut nicht gereicht hat in der Hinrunde", bringt es der Angreifer auf den Punkt und sagt selbstkritisch: "Das liegt an der ganzen Mannschaft, also auch an mir." Jetzt hat Trainer Florian Kohfeldt in der Winterpause einige Dinge verändert, "wir kommen zu viel mehr Torchancen, sind nicht so statisch", freut sich Weghorst.

Hinzu kommt, dass der VfL seine alten Stärken wieder vermehrt abrufen muss, das waren "die Mentalität und die Intensität, wir waren immer schwer zu bespielen. Das hatte nachgelassen", so Weghorst. Warum das so ist, konnte sich der ehrgeizige Stürmer auch nicht erklären. "Jeder hat sein Bestes gegeben, aber es gibt immer einen Unterschied zwischen gewinnen wollen und wirklich gewinnen wollen ..."

Das Erfolgserlebnis gegen Paderborn hat jedenfalls gutgetan. Das fand auch Kohfeldt. "Ich war mit dem Auftritt weitestgehend zufrieden. Wir haben vieles von dem, was wir trainiert haben, versucht umzusetzen. Ich fand, dass wir aus dem Spiel heraus kaum was zugelassen haben, hatten einige Gegenpressing-Aktionen mit Ballgewinnen und haben drei tolle Tore aus dem Spiel heraus erzielt", sagt der VfL-Trainer und gab direkt Entwarnung, was Maxence Lacroix betrifft. Der Franzose war mit Schmerzen im Oberschenkel ausgewechselt worden. "Er hat ein bisschen was gespürt", so Kohfeldt, "aber ich habe sofort reagiert. So wie es aussieht, ist da gar nichts. Es war eine Vorsichtsmaßnahme."

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