03. September 2020 / 14:22 Uhr

Wolfsburgs Weghorst: Ich muss nicht nach zwei Jahren weg!

Wolfsburgs Weghorst: Ich muss nicht nach zwei Jahren weg!

Marcel Westermann
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Kann sich einen Verbleib vorstellen: VfL-Angreifer Wout Weghorst.
Kann sich einen Verbleib vorstellen: VfL-Angreifer Wout Weghorst. © (c) Copyright 2019, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten
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Zuletzt gab es immer wieder Gerüchte über einen Abschied von Wout Weghorst vom VfL Wolfsburg, englische Klubs sollen Interesse haben. Nun sprach der Angreifer über seine Zukunft - und fokussiert sich ausschließlich auf seine Arbeit beim Fußball-Bundesligisten.

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Zuletzt hatte VfL-Profi Wout Weghorst ein paar Mal im Fokus gestanden - erst der Stürmer-Zoff mit Daniel Ginczek beim Braunschweig-Spiel (0:1), dann der Ärger mit Co-Trainer Michael Angerschmid beim Fußball-Tennis. Doch das ist geklärt, der Niederländer macht im Training nun wieder mit Toren auf sich aufmerksam. Aber bleibt der Angreifer überhaupt in Wolfsburg? Zuletzt hatte es immer mal wieder Gerüchte über Interesse von Arsenal und Newcastle am 28-Jährigen gegeben, doch der Torjäger fokussiert sich nur aufs Hier und Jetzt.

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Seitdem er Profi ist, hat Weghorst alle zwei Jahre den Verein gewechselt. Das wäre jetzt, der Nationalspieler ist nun zwei Jahre in Wolfsburg - und seine Bilanz ist bärenstark. In 79 Pflichtspielen für den VfL erzielte der Knipser 38 Tore und bereitete zwölf weitere Treffer vor. Diese überzeugende Statistik ist auch nicht an den Klubs aus der finanzstarken Premier League vorbeigegangen. Doch auf Teufel komm' raus will Weghorst den VfL nicht verlassen. "Zwei Jahre sind jetzt wieder rum, aber ich fokussiere mich auf die Mannschaft, den Pflichtspiel-Start und darauf, wieder eine gute Saison abzuliefern", sagt der Torjäger und betont: "Ich werde hier sehr geschätzt, meine Persönlichkeit ist der Mannschaft sehr wichtig. Das tut mir gut."

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Josip Brekalo (Vertrag bis 2023): In Top-Form ist der dribbelstarke Außenbahner gesetzt, einige Klubs sind schon auf ihn aufmerksam geworden. Insgesamt bestritt er86 Bundesliga-Partien (Notendurchschnitt 2019/20: 3,62). Zur Galerie
Josip Brekalo (Vertrag bis 2023): In Top-Form ist der dribbelstarke Außenbahner gesetzt, einige Klubs sind schon auf ihn aufmerksam geworden. Insgesamt bestritt er86 Bundesliga-Partien (Notendurchschnitt 2019/20: 3,62). ©

Der VfL und die Bundesliga sei mit seinen Ex-Klubs wie AZ Alkmaar und Heracles Almelo sowie mit der Eredivisie nicht zu vergleichen. "In der Vergangenheit habe ich bei vier kleineren Vereinen und in einer kleineren Liga gespielt als jetzt", sagt Weghorst. Es sei normal, dass "Interesse aus England da ist, im Fußball passiert so viel", aber bisher sei "nichts Konkretes" dabei, wie Weghorst betont.



Sein Fokus liegt auf Wolfsburg, wenngleich Weghorst auch sagt: "Wenn es ein Angebot gibt, das für alle Parteien passt, dann ist das vielleicht in der Zukunft eine Möglichkeit, aber dass ich nach zwei Jahren unbedingt weg muss, das ist nicht so." Zudem fühlen sich der Torjäger, seine Partnerin und die beiden Töchter in Wolfsburg pudelwohl: "Meine Tochter kommt bald in den Kindergarten, meine Freundin findet es schön hier, wir haben eine tolle Wohnung."

Zuletzt hatte es den Anschein, dass Weghorst in der Mannschaft etwas außen vor ist. Während die Teamkollegen trinken gingen, stand der Niederländer beispielsweise allein auf dem Rasen. Doch das ist vorbei, er ist wieder mittendrin im Team, flachst mit den Kollegen. Hat sich Weghorst denn in den letzten beiden Jahren verändert? "Das Feuer in mir ist immer noch da – das geht auch nicht weg, das ist eine Stärke von mir", sagt der Stürmer, der auch im Training alles gibt. "Natürlich bin ich erwachsener geworden und habe mich als Mensch weiterentwickelt. Man lernt sich über die Jahre immer besser kennen."

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Weghorst ist reifer geworden, selbstreflektierter - und scheut sich auch nicht davor, sich wie jüngst nach dem Ärger mit Angerschmid vors Team zu stellen. "Der Trainer macht immer eine kurze Runde vor der Einheit und fragt, ob noch jemand etwas sagen will. Und dann habe ich mich spontan dazu entschieden, zur Mannschaft zu sprechen." Das hat er getan, die Sache ist geklärt. Aber wie kam es überhaupt dazu, dass er von Trainer Oliver Glasner in die Kabine geschickt wurde? "Jeder weiß inzwischen, was für ein Typ ich bin. Ich will jedes Trainingsspiel gewinnen, das ist in mir drin. Dann passiert auch schon mal was im Training", erklärt Weghorst.

Trainieren würde er jetzt auch gern mit der Nationalmannschaft, doch nominiert wurde er diesmal nicht. "Vor der Corona-Pause war ich noch im Kader, natürlich hatte ich daher auch diesmal die Hoffnung, wieder dabei zu sein. Aber es wurde anders entschieden, natürlich bin ich da enttäuscht", sagt Weghorst. Aber er nimmt es als Ansporn und will Interimstrainer Dwight Lodeweges (übernahm für Ronald Koeman, der zum FC Barcelona ging) überzeugen: "Jetzt muss ich es noch besser machen, damit ich wieder dabei bin."