08. Mai 2022 / 12:02 Uhr

"Wir wollen aufsteigen": HSV-Trainer Tim Walter gibt Ziel für Saison-Finale aus

"Wir wollen aufsteigen": HSV-Trainer Tim Walter gibt Ziel für Saison-Finale aus

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
HSV-Trainer Tim Walter möchte den Aufstieg feiern.
HSV-Trainer Tim Walter möchte den Aufstieg feiern. © Getty Images
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Mit dem 2:1 gegen Hannover hat der Hamburger SV den Boden für ein grandioses Saisonfinale bereitet. Mit einem Sieg im letzten Spiel will die Mannschaft schaffen, was sie sich selbst nicht mehr zugetraut hatte. HSV-Trainer Tim Walter spricht erstmals vom Aufstieg.

33 Spieltage hat er sich geziert, jetzt spricht der Trainer des Hamburger SV Klartext. "Wir wollen aufsteigen", verkündet Tim Walter via NDR erstmals in dieser Saison und strahlte dabei Ruhe, Zufriedenheit und Zuversicht wie selten aus. Gerade hatte seine Mannschaft das vorletzte Saisonspiel gegen Hannover 96 mit 2:1 (2:1) gewonnen und den Boden für ein explosives Finale in der 2. Bundesliga bereitet. Mit einem Sieg im letzten Saisonspiel bei Hansa Rostock hat sein Team mindestens den Relegationsplatz sicher. Für den Direktaufstieg und die Relegation kommen realistisch nur noch Werder Bremen, der HSV und Darmstadt 98 infrage.

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Die Hamburger haben sich in dieser Saison als Stehaufmännchen erwiesen. Vier Wochen zuvor waren sie eigentlich weg vom Fenster. Die 0:1-Niederlage bei Holstein Kiel hatte die Mannschaft bis ins Mark erschüttert. Acht Punkte trennten den einstigen Erstliga-Dino damals vom Aufstiegsplatz, sieben von der Relegation. Fünf Spieltage vor Ultimo waren Tabellensituation und angeknackste Psyche eine Hypothek, die Profis wie Verantwortliche im Verein demoralisierten. "Wenn wir die Spiele nicht gewinnen, brauchen wir nicht vom Aufstieg zu reden", resümierte Walter damals zerknirscht den Abwärtstrend. Torjäger Robert Glatzel klammerte sich gar nur noch an das bevorstehende Pokal-Halbfinale gegen Freiburg, "um das Bestmögliche rauszuholen aus der Saison".

Dann hatte der HSV plötzlich einen nicht mehr für möglich gehaltenen Lauf. Mit vier Siegen in Serie katapultierte er sich von Platz sechs auf - zumindest für eine Nacht - Rang zwei und stieg aus dem selbstgeschaufelten Jammertal wieder heraus. Gegen 96 war einmal mehr Glatzel mit seinen Saisontoren 20 und 21 der Matchwinner. "Im Fußball geht immer alles, du kannst nichts vorhersagen", meint Kapitän Sebastian Schonlau. Die Brust wurde breiter, das Selbstbewusstsein massiver. "Wir sind überzeugt von uns, wir sind mutig, und genau das wollen die Menschen hier sehen", sagt Walter und bekennt: "Wir sind da, wo wir sind, zu Recht."

"Der Trainer ist unfassbar stolz auf uns."

Der Trainer hatte als großes Ziel zum Saisonstart die Entwicklung der Mannschaft ausgegeben. Daran hält er fest. "Wir sehen die Entwicklung nicht nur an Ergebnissen, wie sie das große Umfeld hier vielleicht nur sieht. Wir sehen es an anderen Dingen", verrät der 46-Jährige und lobt sein Team, das "einfach brutal viel Spaß macht". Die Profis spüren Vertrauen und Zufriedenheit des Fußballlehrers aus Baden. Schonlau verrät: "Der Trainer ist unfassbar stolz auf uns."

Walter, der in einigen Gremien des Vereins in die Kritik geraten war, wird mit dem sehenswerten Schlussspurt der Mannschaft seine Position gefestigt haben. Und selbst wenn der letzte Spieltag nicht so enden sollte, wie ihn sich Fans und Verein wünschen, hat er das Team durch die beste der vier Zweitliga-Spielzeiten geführt. Walter: "Darum wollen wir das nächste Spiel auch gewinnen und dementsprechend auch den Schritt in die andere Liga machen."