24. August 2020 / 15:33 Uhr

Wustraus Domenic Dean Biemann: Notaufnahme nach Doppelpack (mit Galerie)

Wustraus Domenic Dean Biemann: Notaufnahme nach Doppelpack (mit Galerie)

Marius Böttcher
Märkische Allgemeine Zeitung
Das Objekt der Begierde fest im Blick: Domenic Dean Biemann (r., mit einem
 Verband an der Hand) enteilt in dieser Szene Unions Tom Pahl.
Das Objekt der Begierde fest im Blick: Domenic Dean Biemann (r., mit einem Verband an der Hand) enteilt in dieser Szene Unions Tom Pahl. © Dirk Becker
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Kreisoberliga Prignitz/Ruppin: Wustrau-Angreifer Domenic Dean Biemann brach sich beim Kreisoberliga-Eröffnungsspiel am Freitagabend die Mittelhand, spielte aber weiter und erzielte beim 6:3-Erfolg in Gildenhall zwei Tore .

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Die Aufregung vor dem ersten Kreisoberliga-Spiel in der Geschichte des TSV Wustrau war riesengroß. „Ich wollte meine Jungs vor dem Anpfiff heiß machen, die Kabine war aber leer, weil die sich alle nochmal entleeren mussten“, verriet Andy Kretschmann schmunzelnd. Die Nervosität legte der Aufsteiger aber schnell ab – mit 6:3 (4:1) behaupteten sich die Gäste bei Union Neuruppin II – dem einzigen Derby für beide Teams in der neuen Kreisoberliga-Saison.

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In Bildern: Der TSV Wustrau gewinnt mit 6:3 bei Union Neuruppin II.

Der TSV Wustrau (weiße Trikots) gewinnt zum Kreisoberliga-Auftakt bei der zweiten Mannschaft von Union Neuruppin. Zur Galerie
Der TSV Wustrau (weiße Trikots) gewinnt zum Kreisoberliga-Auftakt bei der zweiten Mannschaft von Union Neuruppin. © Dirk Becker

Mitentscheidenden Anteil am Auftakterfolg hatte einmal mehr TSV-Torjäger Domenic Dean Biemann. Binnen elf Minuten – zwischen der 30. und 41. Minute, schnürte der 21-Jährige einen Doppelpack zum 3:1 und 4:1, nachdem Wustrau den frühen Rückstand durch Union-Angreifer Thaer Damir (6.) bereits dank Richard Buggermann (20.) und Christopher Bittner (22.) drehen konnte. Dass Biemann bei seinen Treffern überhaupt noch auf dem Platz stand, verdankte er seinem Ehrgeiz.

Nach zehn Minuten schreckten die 131 Zuschauer nämlich zusammen. „Ich bin nach einem Kopfballduell hingefallen und mein Gegenspieler beim Aufkommen mit seinen Stollen auf meine linke Hand getreten“, erklärt Biemann, der jedoch sofort betont, dass es keine Absicht des Unioners war. Fünf Minuten ließ sich der Schlaks an der Seitenlinie behandeln, an eine Auswechslung dachte Biemann keine Sekunde: „Bei so einem Spiel will man einfach nicht runter, ich war voller Adrenalin und wollte dem Team helfen.“ Auch Trainer Kretschmann glaubte an seinen Angreifer: „Die Gesundheit geht natürlich vor, aber ich war mir sicher, dass wenn Dome auf dem Platz bleibt, es sein Spiel wird.“

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Und wenige Minuten später war es soweit: Bei seinem ersten Treffer fing er einen Querball der Unioner Hintermannschaft ab und blieb vor Keeper Christian Berger cool. Bei Tor Nummer zwei eroberte der Doppelpacker den Ball an der Mittellinie, ließ vier, fünf Gegenspieler stehen und behielt vor Berger erneut die Nerven. „Ein, zwei Tore mehr hätte ich machen können, wichtig waren aber die drei Punkte“, resümiert Biemann, der in Protzen lebt und am Neuruppiner OSZ eine Ausbildung zum Erzieher absolviert.

Nach Abpfiff ging es dann am späten Freitagabend aber doch noch in die Notaufnahme. Diagnose: Zwei Knochen der Mittelhand sind gebrochen. „Ich trage jetzt erstmal eine Schiene, am Montag meldet sich dann das Krankenhaus, ob es operiert werden muss“, erklärt Biemann, der sich um 2 Uhr nachts von einem Kumpel nach Hause fahren ließ: „Klar ist das jetzt schmerzhaft, aber das war es wert.“