14. Mai 2021 / 14:41 Uhr

Wütende oder frustrierte Leipziger? VfL-Trainer Glasner: "Die Frage stellen wir uns auch..."

Wütende oder frustrierte Leipziger? VfL-Trainer Glasner: "Die Frage stellen wir uns auch..."

Andreas Pahlmann und Engelbert Hensel
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Es geht zu RB Leipzig: Oliver Glasner, der Trainer des VfL Wolfsburg.
Es geht zu RB Leipzig: Oliver Glasner, der Trainer des VfL Wolfsburg. © Copyright 2021 The Associated Press. All rights reserved
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Der VfL Wolfsburg muss am Sonntagabend (20.30 Uhr) bei RB Leipzig ran - bei dem Team, das am Donnerstagabend ein enttäuschendes 1:4 im Pokalfinale gegen Dortmund hat hinnehmen müssen. Was wartet da auf den VfL? Wütende oder frustrierte Leipziger?

Wie ist es denn nun, gegen einen Gegner zu spielen, der gerade das Pokalfinale verloren hat? "Die Frage", so Oliver Glasner, "stellen wir uns auch..." Am Sonntagabend (20.30 Uhr) tritt der Wolfsburger Trainer mit dem VfL Wolfsburg bei RB Leipzig an. Während die Sachsen nach dem enttäuschenden 1:4 im Endspiel die Saison austrudeln lassen könnten, geht es für Glasners VfL um sehr viel - ein Sieg an diesem vorletzten Spieltag könnte den entscheidenden Schritt Richtung Champions League bedeuten. "Ich erwarte gute und starke Leipziger", so Glasner, "und das unabhängig vom Pokalfinale." Mit einem müden RB-Team sei nicht zu rechnen - zumindest "physisch nicht", wie der VfL-Coach hinzufügte.

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Allein die Kadergröße der Gastgeber spreche schon dafür, dass da kein körperlich platter Gegner wartet. "Konaté, Orban, Henrich, Laimer, Angelino, Kluivert, Forsberg, Poulsen", zählt Glasner die Spieler auf, die im Finale bei RB nicht oder zumindest nicht über 90 Minuten im Einsatz waren. Darum gelte das, was ohnehin schon die Saison über für den VfL wichtig war: "Wir konzentrieren uns auf uns." Und: "Wir fahren nach Leipzig, um dort zu gewinnen."

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Ein Sieg gegen RB - das wäre für Glasner etwas Neues. In seiner Amtszeit hat der VfL in zwei Pokalduellen und drei Liga-Spielen noch nicht gegen die Rasenballer gewinnen können. Den letzten VfL-Sieg gegen die Sachsen gab es im November 2018, als ein Treffer von Jerome Roussillon für einen 1:0-Erfolg sorgte. Dass es wieder ähnlich knapp zugeht, ist zumindest nicht unwahrscheinlich: RB (28 Gegentore) und Wolfsburg (32) haben bisher die besten Defensiv-Reihen der Liga.

Am Sonntag erst wird das Wolfsburger Team nach Leipzig reisen, bis dahin können die Spieler das Quarantäne-Hotel nur für Trainingseinheiten verlassen. Keine ganz einfache Situation, wie Glasner zugibt. „Man ist viele Stunden allein auf dem Zimmer“, schildert der Trainer. „Und man merkt, dass die Jungs nach den Trainingseinheiten gar nicht runter vom Platz wollen, lieber noch ein paar Spielchen dort machen.“ Die Situation sei „wirklich nicht angenehm, aber wir machen das Beste daraus. Und wir haben ein großes Ziel vor Augen, das macht es leichter, so etwas auch mal zu schlucken.“

Dass der VfL in dieser Saison keine gute Bilanz gegen Top-Teams hat, macht vor diesem Spiel eher weniger sorgen - denn die entsprechende Bilanz der Leipziger ist noch schlechter: RB gewann noch kein Spiel gegen einen der anderen Top-Fünf-Klubs (vier Unentschieden, drei Niederlagen), während Wolfsburg immerhin einen Hinrunden-Sieg gegen Frankfurt feierte. Stichwort Frankfurt: Die Eintracht (drei Punkte Rückstand auf den VfL) ist einer der beiden Konkurrenten im Kampf um zwei Champions-League-Plätze. Während der andere Konkurrent Dortmund ebenfalls erst am Sonntag spielt (in Mainz), sind die Frankfurter schon einen Tag vorher auf Schalke dran. Dieses Spiel werde "ich mir gemütlich auf dem Hotelzimmer anschauen", sagte Glasner, das sei für ihn am Samstag wichtiger als der gleichzeitige Stichtag für seine Ausstiegsklausel, mit der er den Verein trotz seines Vertrages bis 2022 am Saisonende verlassen kann.

In Sachen Trainer-Zukunft gelte ansonsten: Stichtag hin, Klausel her - öffentliche Stellungnahmen dazu sind nicht vorm Saisonfinale am Samstag in einer Woche gegen Mainz zu erwarten. „Ich habe schon oft gesagt: Ich habe hier einen Vertrag bis 2022 - mehr gibt es nicht zu sagen", umschiffte der Coach erneut jegliche Fragen zu seiner Zukunft. Die sportliche Führung um Manager Jörg Schmadtke und Marcel Schäfer sowie Aufsichtsrats-Chef Frank Witter hätten zuletzt stets betont, "dass unser Fokus auf unserem Ziel Champions League liegt – und dass wir das jetzt nicht alle drei Tage kommentieren wollen", so Glasner. "Daran halte ich mich auch." Die Frage, ob er nach dem Saisonende Antworten zu seiner Zukunft liefern werde, wollte er ebenfalls nichts sagen. Nur so viel: "Nach dem letzten Spieltag gehe ich auf jeden Fall in den Urlaub. Auf den freue ich mich schon sehr."